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Geht’s so?

Traum:
Mit einem Auto bringe ich meine verstorbene Schwiegermutter und ihre Freundin, die verstorbene über 80 Jahre alte Sophie, zu einem Kaffeehaus. Ich sitze auf der Rückbank und steuere das Fahrzeug. Die Schwiegermutter sitzt vor mir auf dem Fahrersitz, Sophie auf der Beifahrerseite. Vor allem die Schwiegermutter verdeckt einen großen Teil meines linken Blickfeldes – ähnlich einem scherenschnittartigen Schatten. Die beiden Frauen unterhalten sich angeregt. Der Seitenstreifen steht voller parkender Fahrzeuge, die ich überholen muss. Da ich wegen der Schwiegermutter nur wenig sehen kann, ist es etwas anstrengend, denn irgendwie muss ich immer versuchen, an ihr vorbei zu sehen.

Kurz unterbricht die Schwiegermutter ihr Gespräch und fragt mich:„Geht’s so?“. Ich überlege, dass ich die beiden nachher nicht in das Kaffeehaus begleiten werde. Und da, schon wieder parkende Fahrzeuge, die wir überholen. „Geht’s so?“, kommt es bald noch einmal vom Vordersitz. Sicherlich erwarten die beiden Damen, dass ich ihnen im Kaffeehaus Gesellschaft leisten werde. „Geht’s so?“, fragt sie, als ich die nächsten Fahrzeuge überhole. Es wird etwas unangenehm werden, wenn ich mich nach der Ankunft sofort von ihnen verabschiede. Sie werden mich abfällig anschauen und sich anschließend über mein schlechtes Benehmen aufregen. „Geht’s so?“ – wieder in der gleichen Tonlage, die reine Höflichkeit vermuten lässt. Ich habe keine Lust, mich mit den Frauen zu langweilen. Zudem habe ich in der Eile nur irgendwelche dünnen Klamotten übergestriffen, die nicht kleidsam sind. Vermutlich würde ich dafür auch noch maßregelnde Blicke ernten. „Geht’s so?“ Irgendwie erwarte ich schon die ganze Zeit, dass bald ein 4711-Duft, vermischt mit dem Geruch von Mottenkugeln und bleicher Haut, zu mir dringen würde. Bis jetzt noch nicht. „Geht’s so?“ Eigentlich hätte ich schon längst mal darauf antworten müssen. Bis zu diesem Augenblick dachte ich allerdings, dass die Schwiegermutter dies gar nicht erwartet. Jetzt fühle ich mich aber trotzdem aufgefordert, denn langsam nervt diese Fragerei: „Entschuldige, dass ich Dir darauf noch nicht antwortete, aber ich hielt Deine Frage bis jetzt für eine höfliche Floskel. Und: Ja, es geht!“ Klar, durch sie fühle ich mich behindert und gestört, aber insgesamt betrachtet muss man sagen: es geht (irgendwie).

Notiz:

Schwiegermutter…

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Eine Antwort zu Geht’s so?

  1. REPLY:
    Bei einem solchen Traum wird mir plötzlich klar, dass mir noch eine Kategorie fehlt: Peinlichkeiten!
    Bisher habe ich über diesen Traum nicht lachen können. Aber jetzt, wo ich Dich lese, dehnt sich langsam aber merklich ein breites Grinsen in meinem Gesicht aus.
    Also wirklich…! *gg*