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Ein Blumenkind unter den Linden

Traum:
Vor dem Fenster. Blick hinab auf eine breite, von vielen Linden gesäumte, ruhige Straße. Links ein kleines altes Hotel. Davor vier üppiggrüne Linden – die Sonne lässt ihr Blattwerk leuchten.
In den Händen halte ich einen Stapel Fotos – Sofortabzüge – von Zucker. Eines der Fotos zeigt sie selbst. Die anderen Fotos zeigen unterschiedliche Aufnahmen ihres Stadtrundgangs. Und während ich die Bilder betrachte, wird mir klar, dass sie die Fotos an diesem Ort machte! Ja, ein Vergleich mehrerer Fotos – mit dem, was meine Augen von hier aus sehen – zeigt, dass sie hier gewesen sein könnte. Es ist bemerkenswert, welch reales Abbild die Fotos zeigen. Jedes einzelne Foto lässt sich vor den fotografierten örtlichen Abschnitt halten, ohne dass es Brüche gäbe! Dafür gibt es nur eine Erklärung: Zucker war hier! Und auf einem der Fotos steht sie ja auch da; dort unten! Warum hat sie nichts davon gesagt, dass sie hier sein würde? Ach ja, wahrscheinlich weiß sie gar nicht, dass ich hier wohne. Mensch, hätte ich das gewusst, dann hätte ich sie auf ein Stündchen eingeladen. Eines der Bilder zeigt eine Aufnahme des alten Hotels schräg gegenüber. Bereits vorhin versuche ich den Namen des Hotels zu erkennen, der in großen Lettern über dem Eingangsbereich zu lesen ist, aber vom Lindengrün verdeckt wird. Aber auch auf dem Foto sind nur Bruchstücke der Lettern zu erkennen. Es stört mich unterschwellig, dass ich den Namen nicht lesen kann.

Im nächsten Augenblick stehe ich draußen, direkt vor Zucker und bitte sie – begeistert über unser zufälliges Treffen – in meine Wohnung. Sie möchte gerne Kakao trinken. Hm, Kakao… ich habe nur Instant-Kakaopulver. Dafür kann ich sie nicht begeistern. Sie möchte echten Kakao, frisch zubereitet. Wilder Kaiser ist inzwischen auch bei uns in der hellen Küche und versucht für Ausgeglichenheit zu sorgen. Einerseits versucht er, Zucker den Instant-Kakao schmackhaft zu machen – vergeblich allerdings. Ebenso versucht er, mich bei meiner hektischen Suche nach echtem Kakaopulver etwas zu beruhigen. Soo wichtig sei das mit dem Kakao doch gar nicht, meint er.
Ich durchsuche gerade die spärlichen Vorräte in einem Unterschrank. Auch hier gibt es keinen echten Kakao – nur ein Rest Instant-Kakao. Allerdings entdecke ich, hinter der offenen Rückseite des Schrankes, einen Streifen festgewordener weißer Creme. Es schaut aus, als sei dort, ähnlich einer Silikonschicht, Zahnpasta verstrichen worden. Mit einem Lappen beginne ich zu wischen. Etwas unangenehm finde ich es schon, dass Zucker und Wilder Kaiser diesen Einblick bekommen. Letztlich kommt es allerdings darauf an, so etwas schnell zu beseitigen – so oder so. Mit diesem Tun verliert sich der Traum.

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11 Antworten zu Ein Blumenkind unter den Linden

  1. zuckerwattewolkenmond

    wirklich witzig, was du da geträumt hast. Aber sag mal, war es vielleicht dieses Hotel?

    Rein zufällig heißt es nämlich “Hotel zur Linde” und von diesem Tag gibt es auch ein Foto, wo ich drauf zu sehen bin. Bei der Sache mit dem Kakao musste ich laut lachen. Es ist tatsächlich so, dass ich Instant-Pulver nicht besonders mag. Sowas trinke ich eigentlich nie und in meinem Haushalt gab es auch noch nie Instant-Kakao. Allerdings scheine ich in deinem Traum meine wählerische und anspruchsvolle Seite voll ausgelebt zu haben – normalerweise, im wirklichen Leben, bin ich mit dem zufrieden, was man mir anbietet. ;o)

  2. REPLY:
    Wie passend, mir an dieser Stelle (noch) ein Foto zu zeigen.
    Also: Die Fenster, auch deren Anordnung, passen tatsächlich zu dem Traum-Hotel. Ebenso die Größe der Buchstaben auf der Fassade. Da im Traum aber vier wunderschöne Linden davor standen, habe ich nicht mehr erkennen können, als Teile der Fenster. Die Größe des Gebäudes kommt allerdings auch hin. Ich meine mich aber zu erinnern, dass die Buchstaben eher plastisch und altgold aussahen. Wo ist dieses “Hotel Zur Linde” zu finden?

    Und was Deine anspruchsvolle Seite anbelangt. Wirklich vorstellen konnte ich mir auch nicht, dass Du im Realleben so auf echten Kakao beharren würdest. Aber es hat mir irgendwie auch gefallen. :-))
    Ich werde gleich nächste Woche für einen Vorrat an echtem Kakao sorgen. Nur für den Fall, dass ich Dich zufällig mal bei einer Foto-Tour entdecken sollte. *g*

  3. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    aus Burg im Spreewald, wohin wir letztens eine Tour gemacht haben und wo meine Großeltern lebten.
    Wenn du mich das nächste Mal bei einer Foto-Tour triffst, dann will ich bestimmt Tee haben, und zwar handverlesenen Darjeeling. *gg*

  4. REPLY:
    Deine Bilder zum “Ausflug in die Spreewaldvergangenheit Teil 2″ hatte ich gesehen. Interessant, dass dieser Traum erst jetzt darauf zurückgreift. Spannend finde ich auch, dass Du in diesem Traum genauso dagestanden hast wie auf dem Foto, das Dich auf der Spreewaldbahn zeigt. Ich schaue übrigens gerne die Fotos in Deinem Blog an. Ja, und Dein Bild von dem klasse Terracotta-Ofen. Die gewöhnlichen Attrappen finde ich total kitschig. Aber mit Salzkristallen… ja, das hat was! Übrigens hatte ich das Foto von Deinem platzsparenden Ofen zuerst im Google-Reader betrachtet. Es ist wirklich bemerkenswert, wie sehr es ein Foto verändert, wenn es vor einem schwarzen Hintergrund zu sehen ist. Die Leuchtkraft der Kristallglut ist in Deinem Blog also viel stärker.

    So so, jetzt soll es handverlesener Darjeeling sein?! Tzz… sprunghaft biste also auch! ;-)

  5. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    ein winziges bißchen. ;o)

    Bei mir kommt es auch manchmal vor, dass ich erst nach einer Weile etwas im Traum aufgreife, das schon länger her ist. Und was Kamine angeht, so mag ich besonders diese Elektro-Kamine, die ein natürliches Feuer simulieren, überhaupt nicht. Dann lieber Salzkristalle ohne Wärme. Kaminattrappen ganz ohne Feuer finde ich auch ok, allerdings ist es ja gerade das Feuer, das mich besonders anspricht, also muss schon entfernt irgendwas rot leuchten. ;o)

  6. Typisch…ich bin wieder als Vermittler unterwegs. Aber dabei scheint mir ja weder das eine – Zucker für den Instant-Kakao zu begeistern – als auch das andere – nämlich dich zu beruhigen – irgendwie so richtig zu gelingen. Das ist aber auch klar – wer sich zwischen zwei Stühle setzt, fällt meistens mittendurch. :-) LG, WilderKaiser

  7. REPLY:
    Ach, Wilder Kaiser, ich sehe das gar nicht so negativ. Ich finde, wir drei waren ein gutes Traumteam. Vielleicht hat der wilde Kaiser hier nichts Nennenswertes bewirken können, aber vielleicht ging es gar nicht darum? Auf subjektstufiger Ebene war der wilde Kaiser eher ein angenehmes Bindeglied zwischen den beiden weiblichen Anteilen.
    Komm her, wir trinken jetzt erst einmal einen handverlesenen Darjeeling mit Zucker. Jetzt sage aber nicht, Du trinkst Tee nur ohne Zucker!! ;-))

  8. REPLY:
    Ich weiß gar nicht, wie das ist…Tee mit Zucker. Diese Ehre hatte ich bis jetzt noch nicht. Aber in diesem handverlesenen Grüppchen fühle ich mich natürlich pudelwohl. :-) LG, WilderKaiser

  9. zuckerwattewolkenmond

    REPLY:
    wirklich echt handverlesen und handgebrüht. Superb! *schlürf* *dem Wilden Kaiser die Zuckerdose reicht*

  10. REPLY:
    Öhm, ich glaube, ich hatte den Tee zu lange ziehen lassen. Jedenfalls wurde ich schlafgartig von Müdigkeit übermannt. Hatte sogar anstelle von handverlesen ‘handverlegen’ und statt handgebrüht ‘abgebrüht’ gelesen.
    Euch einen schönen Tag! :-)

  11. REPLY:
    *gg* Tja, abgebrüht…??? Auf jeden Fall anspruchsvoll! LG, WilderKaiser