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Schatten an der Tür

Traum:
Tag der Abreise. Ich räume die Ferienwohnung. Inzwischen habe ich viele weiße Plastiktragetaschen mit unseren Klamotten gefüllt und auf dem Gang bereit gestellt. Nun hocke ich vor der dem Unterschrank der Spüle, um unser Geschirr rauszunehmen. Ein Ansammlung Schmutzradierer, Berge von Besteck, Töpfe und Geschirr schwirren darin rum. Nie und nimmer werde ich das alles mit auf die Heimreise nehmen! Das wäre ja Wahnsinn, sich damit zu beladen. Wie kamen wir nur auf die Idee, das alles mit auf die Reise zu nehmen? Schließlich haben wir es ja mitgebracht, sonst wäre es nicht hier?! Kurz überlege ich, ob ich die schöne Steingut-Terrine nicht doch mitnehmen sollte. Ich könnte sie nicht nur als Servierschüssel nutzen, sondern auch wunderbar als Auflaufform. Allerdings ist sie recht schwer… Nee nee, da hilft nur Loslassen. Die Putzfrau trifft ein und ich will schnell die Koffer aus dem Zimmer holen, damit sie saubermachen kann. Aber sie will das gar nicht. Im Gegenteil trägt sie all die gepackten Plastiktüten wieder ins Zimmer zurück. Der Gang wird nämlich zuerst gereinigt.

Später. Einige nahe Verwandte sind mir dabei behilflich, die Koffer und Tüten zum Ort der Abreise zu tragen. Als wir eine flache Treppe passieren, entdeckt ein Verwandter eine Brille auf den Stufen, hält sie für meine, hebt sie auf und reicht sie mir mit dem Hinweis, ich sei fast drauf getreten. Ja, im ersten Augenblick denke auch ich, es sei meine Brille. Denn das Gestell ist aus dem gleichen Material und hat die gleiche Farbe wie meine alte Lesebrille. Jedoch hat diese Brille in meiner Hand eine etwas andere Form – fast möchte ich sagen sie sei herzförmig, aber so ganz trifft es das nicht. Sicherlich gehört diese Brille der Frau, die in diesem Gebäude lebt. So lege ich sie zurück auf die Treppe.

Jetzt steht die Abreise kurz bevor und ich kehre in das inzwischen geräumte Zimmer zurück, um von dort aus in das angrenzende Bas zu gelangen, wo noch die letzten Koffer stehen. Vorhin sah ich einen großen weißen Hund in das Zimmer gehen und ich fürchte ein wenig, ihm gleich allein gegenüber zu stehen. Ich kann einfach nicht einschätzen, ob er mich angreifen wird. Im halbdunklen Zimmer ist aber nichts von dem Hund zu sehen. Die Tür zum Badezimmer – darin brennt Licht – ist geöffnet. Auf dem Türblatt sehe ich die Schatten der Putzfrau und eines Einheimischen, die sich im Bad angeregt unterhalten. Auf der Tür ist jedenfalls nicht der Schatten eines Hundes zu sehen. Mit einem Male kommt der Hund aus dem Bad ins Zimmer. Leise Furcht durchrieselt mich. Obwohl ich den starken Drang verspüre, zu flüchten, bleibe ich stehen und versuche ruhig und gleichmäßig zu atmen und mich zu entspannen. Ich will möglichst objektiv erkennen können, ob der Hund aggressiv werden könnte oder nicht. Zwar stürmt der Hund nun auf mich zu, aber sichtlich aus Neugier und Freude. Er schnuppert, wedelt mit dem Schwanz und die Augen blinzeln mich vergnügt an. Eigentlich könnte ich mich jetzt entspannen – eigentlich.

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