Home » Traumtagebuch » Zuviel Reisegepäck

Zuviel Reisegepäck

Traum:
Eine lettische Bahnhofshalle. Sie liegt im Dunkel ihrer unterirdischen Abgelegenheit; alles ist von Ruß bestäubt. Ein Bahn hält, einige Türen sind geöffnet. Mit Moina an der Hand und drei mehr oder weniger großen Reisekoffern, will ich einsteigen. Leider hält die Bahn nicht direkt am Bahnsteig, sondern ich muss ins Gleisbett hinabsteigen und von dort die Stufen erklimmen, die sehr weit oben beginnen. Mike ist währenddessen im Begriff in einem Waggon weiter vorne einzusteigen. Ich fühle mich etwas überfordert. Drei Koffer scheinen mir fast zu schwer, um mit ihnen die Stufen hinaufzukommen. Es kostet enorme Anstrengung, und ich muss mich vor allem sehr überwinden, mich dieser Anstrengung mit meiner ganzen Kraft zu stellen! Ja, ich spüre unterschwellig ganz vage einen gewissen Unwillen, es zu tun. Lieber wäre es mir, Mike würde helfen. Aber er geht seinen eigenen Weg. Der Einstieg gelingt irgendwann. Und während ich zwischen den Koffern stehe, suchen meinen Augen nach einer Verbindung zwischen den Waggons, damit Mike und ich wieder zusammen finden können. Gleichzeitig setzt sich der Zug langsam in Bewegung. Aber nicht lange! Kurzerhand rollt er zurück in den Bahnhof und uns wird mitgeteilt:

Es war alles ein Irrtum! Alles falsch!! Alle raus!!
Ich bin sprachlos.

Wanda und Rudolpho nahmen ein Video mit russischem Rap auf. Anfangs, als ich davon höre, muss ich über diese Sache lachen, aber als ich das Video sehe, bin ich total überrascht, wie gelungen es ist. Rudolpho singt unerwartet gut, geradezu professionell, scheint auch der russischen Sprache mächtig – Wanda sowieso. Er trägt eine schwarz-weiß melierte hoch aufgetürmte Strickmütze, die ganz neu aussieht und riecht. Dazu einen schmalen knielangen Wollmantel – ebenfalls neu. Dass er mit ganzem Herzen bei der Sache ist, ist an seinem ernsten Blick und dem Glühen in seinen schwarzen Augen zu sehen. Das ist wirklich nichts Amüsantes oder Lachhaftes, sondern berührend und wunderwunderschön.

Eine einfacher Warteraum in Bahnhofsnähe; in Russland oder Polen. Hier sitzen wir nun mit unserem Gepäck – zwei schwarze und ein roter Koffer – und warten auf den Zug. Diese Reise soll ich ohne Mike machen. Ich überlege, dass der große rote Koffer besonders schwer ist und wir das Gewicht besser gleichmäßig auf alle Koffer verteilen sollten, damit ich den Transport allein bewältigen kann. Mike holt also seine getragenen und säuberlich zusammengelegten Socken aus dem roten Koffer und wir bringen sie in dem kleineren Koffer unter. Prima, das ist kein Problem. Links von mir sitzt ein Weißrusse und unterhält sich mit Mike über Währungen und Preisunterschiede. Der Mann beklagt sich über den deutlichen Verlust der Kaufkraft. Ich habe davon praktisch keine Ahnung, sage aber genervt, dass es inzwischen doch überall teuer sei.

Tags: