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Matura und Bauchtanzhose

Auch diese Nacht, also zum zweiten Mal, wachte ich auf und fand mich völlig orientierungslos. Anfangs war ich ganz sicher, mich in einer abgelegenen Hütte oder Höhle in den Bergen Elbas aufzuhalten. Mir fiel dann ein, dass es nicht sein kann, da wir bereits wieder zuhause sind. Aber der Versuch mich im Schlafzimmer zu orientieren, schlug fehl, weil ich mich einfach nicht erinnern konnte, wie es in unserem Schlafzimmer aussieht! Ja, wo – in welchem Land, an welchem Ort – wir überhaupt leben. Wo die Tür und wo das Fenster ist?! Beunruhigend, wie lange ich brauchte, mich zu erinnern…

Traum:
Unentschlossen pendele ich zwischen den Stränden von Cavoli und Seccheto hin und her. Weder hier noch dort, finde ich mich in bildhafter Vorstellung mal hier und mal da wieder; gleichzeitig fühle ich mich an beiden Orten zugleich.

An einem nahezu verlassenen Strand begegnet mir ein Vater (Mitte 40) mit seinem Sohn (10). Sie gehen auf eine Zeit-Uhr zu, die ähnlich einer Parkuhr ausschaut und schauen auf die angezeigte Zahl: 14
Der Vater überlegt mit seinem Sohn, in welcher Zeit die Mutter die angesetzte Strecke laufen wird. Sie schätzen, dass die in der Zeit-Uhr angezeigten 14 Minuten passen könnten.
Ich überlege, ob ich die Strecke auch in 14 Minuten laufen könnte. Werfe neugierig einen Blick in die Zeit-Uhr; beuge mich ein wenig, um von unten in das Gehäuse zu schauen. Eine Zahl, die noch im Verborgenen liegt, ist die 16. Ja, könnte sein, dass ich die Strecke in 16 Minuten laufe. Noch tiefer im Gehäuse ist eine 24 zu sehen. Nee, so viel Zeit brauche ich ganz bestimmt nicht dafür.

Mit einem Male an einem anderen Ort. Schnell wird mir klar dass ich kurz vor der Matura stehe. Besser gesagt, es ist schon alles gelaufen. Ich werde nur noch heute, Dienstag und Mittwoch hier sein. Und wie es zum Schuljahresende hin so ist, wird es keinen Unterricht mehr geben, sondern ein buntes Programm. Mir wäre es viel lieber, es würde regulärer Unterricht stattfinden. So ein buntes Programm verunsichert mich, und ich kenne mich nicht mehr aus.
Heute beispielsweise… Jeder soll Kleidung anziehen, die zum Ausdruck bringt, welcher sportlichen Betätigung wir gerne in unserer Freizeit nachkommen. Klar, einige tragen Jogginganzüge oder andere typische Sportkleidung. Was soll ich anziehen? Am besten mein Bauchtanzkostüm. Wenn ich nur wüsste, wo ich es hingelegt habe! Ich durchforste die Regalböden, die sich an drei Wänden unter der Zimmerdecke befinden und mit meinen Klamotten gefüllt sind. Ich suche meine selbstgenähte Pluderhose aus schwarzem Chiffon, die mit bunten Glitzerfäden durchwirkt ist. Damals trug ich sie immer zum Bauchtanztraining. Leider entdecke ich sie nicht, sondern nur den geschlitzten Paillettenrock und das knappe Oberteil mit den Perlenfäden. Das ist mir alles zu offenherzig. Die Pluderhose wäre genau das Richtige, womit ich mich wohlfühlen würde. Es wäre bequem, hielte mich bedeckt und gäbe viel Bewegungsfreiheit. Trotzdem könnte jeder sehen, worum es geht. Zu blöd, dass ich zwar alles mögliche entdecke, aber diese olle Pluderhose nicht.

Ich gehe hinaus zum Strand. Dort ist ein Getränkestand aufgebaut. Ein Unterstand aus schwarzen Leinenplanen mit einem kleinen Tresen und einer Wasserzapfanlage aus glänzendem Chrom. Hinter dem Tresen eine Frau – eine neue Angestellte – mit dunklen Haaren, die gerade den Pumpkopf betätigt, um Wasser in einen Becher zu füllen. Anstatt den Knopf durchgängig gedrückt zu halten, pumpt sie in kurzen Abständen. Das Wasser sprüht, der Becher läuft bald über und alles ist nass. Neben mir steht eine Frau – Organisatorin der Veranstaltung, und Verantwortliche. Zu ihr sage ich: „Wenn man der Frau nicht bald zeigt, wie man es richtig macht, dann wird sie es fortan auf diese Weise machen! Es wird ihr später immer schwer fallen, es anders zu machen.“

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