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Mafiosi sorgen für wildes Meer

Traum:
Am späten Abend. Aufenthalt in der Ferienwohnung in Pisa. Ein blondes Mädchen (8) namens Sonia gibt mir ein Zeichen, um auf etwas aufmerksam zu machen. Daraufhin trete ich an das Schlafzimmerfenster und schaue hinunter zur dunklen Gasse, die im Schein eines bewölkten Mondhimmels liegt. Ein italienischer Junge (7) steht dort unten (Realort ist Seccheto, die Zisterne am Haus) und schaut still zu mir hinauf. In seinen Augen lese ich, dass er bereits seit einiger Zeit lautlos gerufen hatte. Mit seinem Erscheinen will er mir sagen, dass der Taxi- oder Pizzafahrer bei uns angekommen ist.

Ich stehe wieder tiefer im Raum drin und mein Blick geht zum Fenster gegenüber. Dort sehe ich das weite graue Meer. Es wogt wild vor dem Fenster, das an ein Bullauge denken lässt. Die Wohnung schwankt wie ein altes graues Schlachtschiff bei schwerer See. Bei diesem Erleben wird mir schnell klar, dass nicht nur dieser eine Fahrer eingetroffen sein dürfte, sondern eine große Anzahl Mafiosi! Der Untergang dieses Hauses rückt in greifbare Nähe und wir sollten uns und unser wichtigstes Gut in Sicherheit bringen. Schnell hebe ich die schlafende Moina von der Liege und lege sie in Mikes kräftige Arme. Wir sollten sofort aufbrechen!

Inzwischen manifestierte sich der Hausbesitzer leibhaftig im Raum. Die Beine lässig übereinander geschlagen, sitzt er seelenruhig in dem alten Ohrensessel am Meeresfenster. Er lächelt zufrieden. Mit einer universal gültigen Geste des Essens führt er seine Hand zum Mund und fragt: „Mangiare?“
Immer wilder wankt die Wohnung! Ich verstehe, was der Hausbesitzer mit seinem Wort sagen will: er kennt sich hier aus, kann die Lage besser als wir einschätzen und sieht, dass uns noch ein wenig Zeit bleibt. Wir könnten durchaus noch unsere Siebensachen packen – noch vor dem Untergang! Das heißt, wir könnten die persönlichen Sachen einsammeln; müssten nur unsere Kleidung zurücklassen.

Allerdings drängt sich mir immer mehr das Gefühl auf, dass die schwere See kein gewöhnliches Naturereignis ist, sondern ganz absichtlich herbeigeführt wurde. Schließlich wusste der fremde Junge in der nächtlichen Gasse von unserer Präsenz im Haus!

Es scheint ganz klar: Die Mafiosi erzeugen die mächtigen Wellen!!!

Notiz:
Tagesrest. Tatsächlich schwankte die Fähre von Pombino nach Portoferraio enorm und ich hatte Mühe, mich auf den Beinen zu halten. Könnte sein, dass ich phasenweise ziemlich bleich im Gesicht wurde.

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