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Netzwerkverbindung um 5:05 Uhr

Traum:
Ich werde von Moinas Schreien geweckt. Nach der Uhrzeit gefragt, antwortet Mike: „7:05 Uhr. Du bist dran.“ Noch während ich mich aufrappele, sehe ich Mike, mit seinem Notebook auf den ausgestreckten Beinen, im Bett sitzen. Er tippte gerade etwas ein und schaut nun abwartend auf den Screen. Der Screen ist allerdings leer – nur ein leeres Gehäuse ist zu sehen. Die Innenseite ist mit den quadratischen Logos des Blogkarnevals bedeckt. Der Anblick löst Gefühle in mir aus, als habe eine gründliche Ausschabung stattgefunden. Etwas, das durch seine Ungewissheit immer wieder für Beunruhigung sorgte, wurde hier restlos entfernt. Naja, auf der anderen Seite kann man sich hier nun die Augen aus dem Kopf starren – auf dem ausgehöhlten Bildschirm wird nichts mehr passieren. Over.

Nachdem ich mich Moina zugewendet hatte und ins Schlafzimmer zurückkehre, sehe ich Mike im Schneidersitz auf dem Fußboden vor dem Fenster sitzen. Auf den Beinen sein Laptop, das er gerade mittels Netzwerkkabeln mit meinem Laptop verkabelt. Hey, das war doch gar nicht abgemacht?! Sprachlos schaue ich ihm über die Schulter und sehe, wie er die Daten von meiner Festplatte rüberzieht. Meine Ordner und Unterordner vermischen sich mit seinen Ordnern. Dabei rauschen sämtliche Ordner in halbtransparenter Darstellung von unten nach oben über den Bildschirm. Die Baumstruktur ist geöffnet, so dass ich das Durcheinander sehen kann. Es wird mühsam sein, meine Daten dazwischen rauszufischen. Außerdem möchte ich das gar nicht. Bisher hatten wir doch auch getrennte Datenverarbeitung.

Hinzu kommt eine gewisse Ärgerlichkeit. Nun war ich aufgestanden, weil ich ab 7 Uhr dran bin. Und das wäre gar nicht nötig gewesen, da Mike ja sowieso aktiv ist. Da hätte ich gut weiterschlafen können! Nö, Mike will wieder zurück ins Bett. Okay, und ich werde dann gleich mal wieder das Netzwerkkabel entfernen. Inzwischen kommt ein Anruf von Ingo. Vermutlich ist es pure Höflichkeit, die ihn einige Worte mit mir wechseln lassen. Ihm fällt kaum etwas ein, worüber er mit mir sprechen könnte. Ich fühle mich sowieso noch gar nicht wach genug für Smalltalk. Klar, er will eigentlich mit Mike sprechen; da will ich ihn mal erlösen. Inzwischen habe ich Mike mit stummen Gesten gefragt, ob er den Anruf entgegennehmen möchte und ich reiche ihm den Hörer.

Ich wache auf, es ist 5:05 Uhr
Witzigerweise höre ich zwei Stunden später, um 7:05 Uhr, ein mehrmaliges lautes „Mama!!!“ aus dem Kinderzimmer. Okay, 7:05 Uhr. Ich bin dran.

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