Home » Traumtagebuch » Ich will Dich – Benq U

Ich will Dich – Benq U

Traum:
Der Mann sitzt am Tisch, den linken Unterarm auf der weißen Tischplatte abgelegt. Ansonsten ist der Raum leer – die Zeit hängt nichtssagend in der Schwebe. Nicht einmal das Surren einer Stubenfliege stört die Ruhe. Heute ist wieder so ein Tag, an dem niemand kommt, um das Angebot des Mannes zu nutzen. Vermutlich liegt das an der anhaltend schönen Witterung.

Ich werde es nun ganz offen sagen. Ihm tief in die Augen schauend, stelle ich mich direkt vor ihm hin und sage sachlich und nüchtern: „Ich will Dich.“ Inzwischen hat sich die Lust zwischen meinen Schenkel zu einem unangenehmen Schmerz verspannt. Ich meine es ernst. Sein Blick ist staunend und er beginnt zu lächeln, während er mit ernsten Augen meinen Blick anhaltend erwidert und mich an den Hüften fasst.

Bald darauf finden wir uns zwischen Laken auf einer am Boden liegenden Matratze wieder. Hemmungslos und gierig waren wir über uns hergefallen. Nun liegen wir da, streicheln uns wohlig träge mit den Fingerspitzen, genießen die Nähe und Wärme, und die Entspannung. So liegen wir noch lange, bis er irgendwann aufsteht, um seinen Aufgaben nachzukommen. Von draußen höre ich die Zugehfrau nahen und ich stehe ebenfalls auf, damit sie mich hier nicht findet und sich einen Reim darauf macht. Ich gehe nach draußen und lege mich unter ein Vordach. Schnell bedecke ich mich mit einem großen Leinentuch und warte ab, dass die Frau an mir vorbei und ins Haus geht. Durch das Leinengewebe hindurch versuche ich zu erkennen, ob sie mich bemerkt. Aber außer dem Tageslicht, das grell durch den Stoff bricht, kann ich nichts erkennen, was mir Sicherheit gäbe. Dann höre ich ihre Schritte im Haus verschwinden und leiser werden.

Aus dem Hausinnern nähert sich nun die Frau des Mannes. Schnell springe ich auf, gehe zur Matratze zurück und klaube meinen Slip und die zusammengerollten Socken aus den Laken. Sicher, meine Haare sind zerwühlt, mein Gesicht noch von leichter Röte überzogen. Aber das ist kein Indiz, solange sie meine Unterwäsche nicht zu sehen kriegt. Und die halte ich nun festumschlossen in meinen Händen.

Wie eine Einblendung die folgende Szene: Der Mann und seine Frau legen sich zum Schlafen in ihr Bett. Kurz zuvor legte die Frau sich gedankenverloren eine Kette um den Hals. Eine Kette, die sie vorher von einem guten Freund geschenkt bekommen hatte. Sie bemerkt gar nicht, was genau sie sich um den Hals legt. Sie hat noch gar nicht registriert, dass die Kette den Namen ihres guten Freundes trägt: Benq U. Die Frau liegt auf der Seite, ihrem Mann zugewandt. Und der weite Ausschnitt ihres hellblauen Nachthemdes zeigt unverhohlen die Kette. Der Mann schaut auf die Kette, sieht den Namen… Ganz offensichtlich ist, dass er noch nicht versteht… Vielleicht deshalb, weil es zu abwegig oder unglaublich ist. Ahnungslos gibt die Frau ihr Geheimnis preis. Sie wirkt so verletzlich.

Nebenschauplatz in der August-Bebel-Halle. Im Off höre ich Tennisbälle aufprallen und drehe mich um. Auf einer kleinen Bühne findet ein Tennisspiel statt. Ein stadtbekannter Mann und eine Frau spielen zusammen. Die Frau sehe ich nicht, den Mann nur von hinten. Er ist nicht sonderlich groß, trägt einen schwarzen Anzug und schwarze Lederschuhe. Seine nackenlangen Haare sind gewellt und von reichlich Grau durchzogen. Er wirkt eher wie ein Pianist oder Dirigent als wie ein Tennisspieler.
Oje, wenn nun jemand meine Notizen von vorhin (die Traumbeschreibung) liest, könnte er auf die Idee kommen, dieser Tennisspieler sei gemeint! Einem Außenstehenden müsste sich dieser Eindruck geradezu aufdrängen. Denn von wem anderen sollte ich gesprochen haben, als von jenem, der eh gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, eben weil dieses lang angekündigte Tennisspiel heute stattfindet?

Von daher nun folgende Notiz – wichtiger Hinweis:
Nein, keinesfalls handelt voriges Erleben von diesem Mann!

Ich möchte nicht, dass ein Unbescholtener einer Sache bezichtigt wird, die er nicht getan hat. Also, weder kenne ich diesen Mann noch standen wir je miteinander in Kontakt.

Notiz:
Interessant, in diesem Traum gibt es eine Wiederholung des Themas in Form einer Spiegelung, ähnlich wie in den beiden Träumen Polyamorie und Flirtgefühle.

Tags: