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Wasserschaden bei der Geweyhten

Traum vom 2. Mai 2007
Am frühen Abend. Seit geraumer Zeit eile ich geschäftig in einem großen Haus umher. Genauer gesagt, ist das hier ein Hotel mit angrenzenden Seminarräumen. Heute Abend geht ein Seminar zu Ende und zum Abschluss wird es ein gemütliches Beisammensein aller Teilnehmer geben. Den langen Tisch habe ich bereits gedeckt.

Die nächsten Schritte führen mich in die Küche der Geweyhten. Die Küche, sie ähnelt gleichzeitig Riekes Küche, muss aufgeräumt und gereinigt werden. Die cremeweiße Arbeitsplatte ist nass, voller Krümel und undefinierbarem Kleinkram. Da die Geweyhte alt und fast blind ist, zeigt sich die Küche immer wieder in diesem Zustand, weswegen ich immer wieder für Ordnung sorge. Ich beginne mit dem Abwasch und denke so bei mir, wie froh ich bin, dass Mike gestern den nächsten Termin auf die kommende Woche verschoben hat. Sonst gäbe es hier heute wieder ein Großaktion. Mein Blick wandert gedankenverloren zu einem an den Schrank geklebten weißen Haken. Daran hängt eine, zu einer Schlinge geknotete Haarsträhne der Geweyhten. Vermutlich hat sie selbst diese dorthin gehängt. Als ich ein zweites Mal hinschaue, frage ich mich, wozu das gut ist. Warum bewahrt sie so etwas auf, wie andere Leute Gummiringe aufheben? Wahrscheinlich zieht sie sich immer mal ein paar Haare heraus, wenn sie auf ihrem Kopf eine neue kahle Stelle entdeckt. So kann sie die Lücken mit diesen Haaren schließen.

Als ich so darüber nachdenke, dass ich hier, wenn ich alle Arbeiten zusammennehme, jeden Tag mindestens zwei Stunden beschäftigt bin, ohne dass dies als Arbeit anerkannt wird, schleicht sich langsam Niedergeschlagenheit ein. Auch eine gewisse Traurigkeit. Niemand bemerkt, was ich hier alles tue. Oups, ein dicker Wassertropfen patscht an meiner Nase vorbei und schließlich ins Spülbecken! Oh, und noch einer!! Mein Blick geht nach oben, zur terracottaroten Zimmerdecke. Dort ist ein feuchter Streifen zu sehen, der in eine breite Wasserblase mündet, von der sich gerade ein weiterer Tropfen löst und, wieder meine Nase streifend, herabfällt. Es sieht so aus, als verlaufe dort oben eine undichte Wasserleitung. Dieser Schaden sollte besser bald behoben werden.

Ich verlasse die Küche, gehe einen breiten Hotelgang entlang, um Hilfe zu holen. Auf meinem Weg komme ich an dem für zwölf Personen gedeckten Tisch vorbei. Die weiße Tischdecke gibt einen augenfälligen Kontrast zur terracottafarbenen Wand. Oooh!!! Alle Seminarteilnehmer sitzen bereits in eleganter Abendkleidung am Tisch. Nur mein Stuhl ist noch leer. Sie haben gerade ihre bauchigen Rotweingläser erhoben und prosten sich mit gedämpften Stimmen zu. Sie haben ohne mich angefangen… Ein leises Schluchzen bricht aus meiner Kehle und ich senke den Kopf. Dann weint es mich auch noch, unüberhörbar. Jedenfalls rufen mir ungeduldige, erzürnte Stimmen vom Tisch zu: „So hör doch auf zu heulen!!!“ Mit schwankender Stimme versuche ich zu erklären, warum ich mich verspäte und dass ich wegen eines Wasserschadens Hilfe suche. Darauf kommt keine Reaktion, nur maßregelnde Blicke meine ich zu spüren. Mit gesenktem Kopf gehe ich weiter – enttäuscht und traurig.

Notiz:
Das Traum-Ich hat aber echt einen Wasserschaden.
Zudem hätte das Traum-Ich pünktlich erscheinen können, dann gäbe es auch keinen Grund zur Enttäuschung. Selbstgemachtes Leid?

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