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Ich glaub’, ich spinne

Traum:
Heute könnte ich einmal ohne Moina zur Arbeit gehen. Mike ist nämlich krankgeschrieben und zuhause, so dass ich sie bei ihm lassen könnte. Anfangs habe ich Bedenken, ob Mike das bewältigen kann. Doch dann gebe ich mir einen Ruck und mache es so.

Um 15 Uhr sollte ich eigentlich antreten. Aus unbekannten Gründen verspäte ich mich. Sage mir aber, dass ich die halbe Stunde Verspätung wieder einholen werde, da ich kein Auge auf Moina haben muss und so sicherlich viel mehr schaffe. Ganz kurz springe ich noch in den Bioladen (ähnlich dem in Worpswede), um mir etwas zu trinken rauszuholen. Leider sind nur Säfte im Angebot. Dabei wollte ich gar nicht so etwas Nahrhaftes. Ich nehme eine Saftflasche nach der anderen in die Hand und studiere die Inhaltsstoffe. Hm, dass bis jetzt noch nicht eine leichte Saftsorte dabei war – ärgerlich. Anfangs dachte ich noch, ein Apfelsaft wäre das richtige. Ganz und gar nicht, denn die sind alle sehr kalorienreich. Bis jetzt fand ich keinen, der weniger als 90 kcal/100ml hat. Auch dieser in meiner Hand schlägt mit 93 kcal zu Buche. Na, dann gebe ich dieses Ansinnen eben auf. Ich verliere durch die Sucherei viel zu viel Zeit.

Endlich treffe ich bei der Familie Guthlang ein, wo ich heute Reinemachen soll. Dabei fühle ich mich noch etwas unsortiert und weiß gar nicht, wo ich anfangen sollte. Es gibt so viel zu tun! Frau Guthlang bittet mich ins Badezimmer und beginnt mit der Arbeit. Sie geht in die Hocke und öffnet ein Waschbecken-Unterschränkchen.
Oha… Da kommt etwas zum Vorschein, das ich völlig vergessen habe! Ehrlich gesagt, kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, dort etwas deponiert zu haben. Aber der Anblick der Päckchen kommt mir so vertraut vor, dass es keine Zweifel gibt: das habe ich hier einmal verstaut. Mit fragend-kritischem Blick und spitzen Fingern holt Frau Guthlang ein erstes Päckchen hervor. Wie auch die anderen Geschenke, ist dieses in braun-goldenes Weihnachtsseidenpapier verpackt (ein Geschenkpapier, das ich real seit ewigen Zeiten im Schrank liegen habe, weil es mir nicht gut genug gefällt, um ein Geschenk darin einzuwickeln). Frau Guthlang zieht ein Paar Babysöckchen in Blautönen aus dem Papier und hält es mir vor Augen. „Ach ja“, so gebe ich etwas beschämt zu, „das sind die Söckchen meines Sohnes, die ihm längst zu klein geworden sind.“ Mir ist klar, dass die Tochter der Guthlangs auch zu groß für diese Söckchen ist. Und das müsste ich bereits beim Verpacken gewusst haben! Habe ich da etwa Sachen als Geschenk verpackt und heimlich bei Guthlangs verstaut, da ich selbst nichts mehr damit anzufangen wusste? Wie peinlich… Ich fühle mich ertappt. Und sehr unangenehm ist, dass ich mich partout nicht mehr an den Moment erinnern kann, da ich es getan habe! Ich würde sogar behaupten, ich war es gar nicht!! Aber ich erkenne das Papier und die Sachen natürlich wieder.
Schnell verspreche ich, alle Sachen wieder mitzunehmen, wenn Guthlangs diese nicht gebrauchen können. Aber… „Vielleicht ist ja doch etwas für Sie dabei?“, frage ich hoffnungsvoll. Es würde mein Gewissen etwas erleichtern.

Auf meinem Weg durch das Haus treffe ich auch auf Herrn Guthlang. Er kniet gerade vor einem Türrahmen, der größtenteils mit Malerband abgeklebt ist. Herr Guthlang beginnt damit, alle Klebestreifen abzuziehen. Ich sage, dass die Türrahmen absichtlich abgeklebt wurden. Wegen der geplanten Malerarbeiten! „Nein, es ist schon so lange her, dass wir uns von Ihnen dazu überreden ließen. Inzwischen habe ich kein Interesse mehr daran. Ich habe meine Pläne gerade in diesem Moment geändert. Hier wird nichts gestrichen! Es bleibt so, wie es jetzt ist.“ Na klar, das spart eine Menge Arbeit, und unbedingt notwendig ist es noch nicht.

Weiter rechts im Raum steht eine Frau. Etwas jünger als ich, und besser gelaunt als Guthlangs. Kein Wunder eigentlich, denn mit ihr hatte ich bisher noch keinen Kontakt (So kann ich sie noch gar nicht verärgert haben). Diese Frau macht mich auf etwas aufmerksam. Es hängt genau vor meiner Nase! Ja, wie ein Hauch berührt es mich: eine gelb-apricotfarbene Lilienblüte mit leicht braunen Sommersprossen an den kräftigen Blütenblättern. In der Mitte sehe ich deutlich den braunpelzigen puscheligen Stempel. Irgendjemand fönt von hinten warme Luft auf die Blüte. Das hat zur Folge, dass der Stempel etwas aus dem Blütenkelch hervorkriecht. Huch, das ist ja gar kein Stempel! Das ist ein Insekt mit pelzigem Körper! Wie drollig, wie niedlich.
Nein, ganz anders! Jetzt offenbart es sich erst richtig: es ist eine Spinne mit flaumig-pelzigem Körper und spinnwebenfeinen Beinen! Eine Spinne – mich schüttelt es. Und wenn ich nicht aufpasse, dann krabbelt sie mir gleich über das Gesicht! Nein, eine Spinne im Gesicht, das mag ich nicht!! Dennoch gelingt es mir nicht, zu der Spinne auf Distanz zu gehen, sondern beobachte fasziniert weiter, was sie als nächstes macht.

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