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Polyamorie

Traum:
Vor wenigen Stunden sah ich Amy mit diesem gutaussehenden Mann! Dieser Mann mit den grauen Schläfen sieht aus wie ein Schauspieler, dessen Name mir partout nicht einfallen will. Er ist Ende Fünfzig und somit nur wenig jünger als Amy.

Später, am Abend. Durch üppiges Urwaldgrün gehend, gelange ich bald an Amys stilvolles Haus. Zur Straßenseite hin zeigen sich viele Glasflächen mit brauner Tönung. Als ich zur Haustür gehe, bemerke ich, dass der Empfangsbereich im Erdboden eingebettet liegt. Mit vorsichtiger Zurückhaltung öffne ich schließlich die Eingangstür und stecke meinen Kopf hinein. Amy und der attraktive Mann kommen mir aus einem hinteren Raum entgegen. Er trägt Mikes Saunatuch um die Hüften geknotet. Amy hat ein ebensolches Frotteetuch umgeschlagen, aber vor ihrer Brust verknotet. Ihre Gesichter sind noch gerötet, weich und gelöst. Sie wirken sichtlich zufrieden und beglückt. Es ist auf den ersten Blick zu erkennen, dass sie gerade sehr befriedigenden Sex hatten.
„Oh, ich wusste nicht, dass… Natürlich möchte ich nicht stören!“, entschuldige ich mich. Aber das ist für die Beiden völlig okay. Und während ich mich zurückziehe, geht mir durch den Sinn, dass ich nichts davon wusste, dass Amy und Carl eine offene Beziehung führen. Ich finde das schön, da Carl so viel unterwegs ist und es Amy mit ihrem Liebhaber offenkundig sehr gut geht. Wie angenehm, wenn eine solche Lösung gefunden werden kann. Bei all meinen Überlegungen nehme ich zwar ein paar Randerscheinungen im Haus wahr, schenke dem aber keine weitere Aufmerksamkeit.

'Toucan' von TraumzeitKaum habe ich die Haustür hinter mir zugezogen, bemerke ich Frau See hinter mir. Sie bestürmt mich im Flüsterton mit Fragen. Ob sie das mit Amy und diesem blendend aussehendem Mann richtig gesehen habe und ob ich weitere Einzelheiten berichten könne. „Nööö“, antworte ich gleichgültig, dazu könne ich gar nichts weiter sagen. Zusammen gehen wir die Treppenstufen hinunter zum Weg. Besser gesagt: ich gehe, aber Frau See taumelt und stolpert, aufgeregt vor Neugier, über die Stufen. Nur im letzten Augenblick kann sie einen Sturz vermeiden. Da ihr Stolpern meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, fallen mir auch die Steinplatten der breiten Treppe ins Auge. Oh wow… So etwas sah ich nie zuvor! Es sind handgeschlagene Steinplatten. Teils mit einem tiefen Schwarz lasiert, andere mit einem satten Dschungelgrün. Dazwischen kleinere Platten in Tukanschnabelorangegelb. Sie sind von einer solchen Farbtiefe und die Farben leuchten… es ist unbeschreiblich! Im Hintergrund das üppige Grün großer exotischer Pflanzen zwischen hochgewachsenen schlanken Bäumen. Das Zusammenspiel des Wahrgenommenen ist einzigartig und von beeindruckend natürlicher Schönheit!

Plötzlich höre ich Stimmen hinter mir, vom Haus kommend: „Marianne!!“
„Ja!?“ Ich drehe mich um.
„Komm doch bitte noch einmal zu uns!“
Neugierig gehe ich ein paar Stufen zurück. Die Randfiguren – ich muss an Schauspieler denken – treten aus dem Haus und setzen sich nebeneinander auf ein Geländer. „Bitte betrachte uns noch einmal!“, fordern sie mich auf. Es ist ihr Wunsch, dass ich sie noch einmal so sehe: aus der Nähe, gepflegt und dezent geschminkt wie immer. Damit ich sie so in Erinnerung behalte. Und nicht so blass und unscheinbar, wie zuvor in Amys Haus. Dort nahmen sie nur eine Statistenrolle ein, weswegen sie unscheinbar wirken mussten – was sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Ihre Gesichter sind nun im Halbprofil zu sehen. Sie wirken ernst und entspannt. Es sind Menschen Mitte Vierzig, gereifte Persönlichkeiten deren Gesichter von vielen tiefgreifenden Erfahrungen erzählen.
Oh, also mir war das alles vorhin gar nicht aufgefallen! Sie sahen doch sicherlich auch vorhin gut aus!? Aber na klar, so wirken sie ganz alltäglich attraktiv. Kaum erwähnenswert, aber ein angenehmer und interessanter Anblick.

Notiz:
Homo sapiens ist von Natur aus nicht monogam.

Links:
Polyamorie
Polyamory – Zärtlichkeit und Treue

Quelle:
Originalfoto von www.sxc.hu – Benutzer Ronney

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