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Dunkler Fleck an Schulter

Traum:
[…] Der Regisseur ist heute wieder da und will eine neue Szene drehen. Wie üblich werden zwei mir nahe Frauen dabei eingesetzt. Zu meinem Erstaunen werde auch ich aufgefordert, mich auf die Dreharbeiten vorzubereiten. Das gab es doch noch nie?! Ich ziehe mir also andere Klamotten als gewöhnlich an. Einen engen Mini aus grauem Jersey mit kurzem schwarzem Shirt. Dazu eine schwarze Caprileggings und schwarze Ballerinas. Meine Haare sind nachlässig zu einem lockeren Haufen am Hinterkopf gedreht. Es ist etwas aufregend, daran teilzunehmen.

Die Zeit vergeht und ich warte. Irgendwann ist so viel Zeit vergangen, dass mein Einsatz immer unwahrscheinlicher wird. Das macht mich traurig, aber noch besteht ja Hoffnung.

Schon bald kommt eine der beiden Frauen zu mir her und ich erfahre, dass die Arbeiten beendet sind. Mit leicht gebrochener Stimme merke ich an, dass ich doch noch gar nicht mitgemacht habe… „Ach“, meint sie lässig abwinkend, „das war ja auch nicht wirklich geplant! Die andere Frau wollte Dich nur als Reserve haben, weil Du auch in kritischen Situationen die Ruhe bewahrst und freundlich bleibst. Du kennst doch den Regisseur, wie der manchmal rummuffelt. Falls eine von uns keinen Bock auf seine Launen gehabt hätte, wärest Du als Ersatz da gewesen.“

Aha, Ersatz… So war das also gemeint. Eine Traurigkeit, wie dunkelblaues Licht, breitet sich schnürend in Brust und Hals aus.

Ein unbenennbarer Mann – er wirkt vertraut und liebevoll – kommt auf mich zu. Er schließt mich eine Weile in seine Arme und hält mich. Als wir uns wieder voneinander lösen, bemerke ich an meiner linken Schulter einen handtellergroßen Fleck, wie von zerlaufenem Mascara. So als habe jemand an meiner Schulter geweint. Dieser Fleck ist aber blöd und unansehnlich! Der Mann schüttelt lächelnd den Kopf und sagt: „Nein, er ist ein Zeichen dafür, dass Du ein wertvoller Mensch bist, auch wenn Du nicht zum Einsatz gekommen bist.“

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2 Antworten zu Dunkler Fleck an Schulter

  1. “Eine Traurigkeit, wie dunkelblaues Licht…” – diesen Vergleich finde erstaunlich plastisch. Ich kann direkt nachfühlen, um welches Gefühl es sich handelt. Vor allem die dunkelblaue Farbe macht das Gefühl so rein und transparent, auch wenn das Gefühl selbst vielleicht nicht angenehm ist. LG, WilderKaiser

  2. REPLY:
    Ja, wie soll ich sagen…
    Über einen solchen Kommentar freue ich mich sehr!
    Traurigkeit ist gewisserweise unangenehm. Es ist auch ein mehr oder weniger intensives Gefühl. Ein reichhaltiges und wertvolles Gefühl. Ein Leben ohne Traurigkeit stelle ich mir ziemlich fade vor. So mag ich nicht traurig sein, aber ich mag es auch nicht ohne Traurigsein. Vielleicht ist es gerade diese ziehende Spannung im Innern, wie sie durch Traurigkeit ausgelöst werden mag, die diesen Zustand zu etwas Besonderem macht. Vielleicht ist in der Traurigkeit auch immer ein Sehnen nach etwas Benennbarem oder Unbenennbarem enthalten. Aber je länger ich mich gerade hineinzuspüren versuche, um so mehr weitet es sich zu vielerlei Möglichkeiten und Gedanken, so dass sich die Traurigkeit darin ein wenig verdünnisiert. Vielleicht habe ich mich auch gerade nur selbst verwirrt. ;-) Lieben Gruß – Marianne