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Die Schlacht ist geschlagen

Traum:
Ich gehe – vom Niddapark kommend – in Richtung Ginnheim. Dabei nähere ich mich dem Teil der Franz-Werfel-Straße, der unter die mehrspurige Rosa-Luxemburg-Straße hindurchführt. Links von mir steigt ein schlankes graues Flugzeug langsam in den Himmel auf. Ein zweites ebensolches Flugzeug folgt. Vielleicht ist die Fluglinie noch nicht frei, denn beide Flugzeuge verlieren gewollt an Höhe. Anfangs glaube ich, sie würden nur wenige Minuten später endgültig durchstarten. Dass daraus jedoch nichts werden kann, wird mir in dem Augenblick klar, als ich erkenne, dass die Flughöhe der Flieger viel zu gering ist. Sie würden es von hier kommend gar nicht über die Brücke schaffen.

'G-Town' von TraumzeitWenig später gelange ich in den Bereich der Landebahnen. Noch befinde ich mich unter den niedrig wirkenden Decken der weitläufigen Flughafenhalle – ein kühler und schattiger Bereich. Auf den Landebahnen sehe ich die beiden Flugzeuge wieder – sie sind gelandet. Es sind US-Flieger. An den Triebwerken sehe ich runde Buttons: weißer Stern auf rotem Grund aber auch roter Stern auf weißem Grund – der Anblick changiert zwischen diesen beiden Varianten.

Die Mannschaften, vermutlich von der Air Force Station am Cape Cañaveral kommend, gehen gemessenen Schrittes auf die Flughalle zu. Vorne weg die Majore. Ich erkenne sie an den Ehrenzeichen der Air Force, die sie am Uniformjackett tragen. Ich gehe ihnen entgegen, reiche ihnen mit souveränem Gefühl und einem offenen Lächeln die Hand. Es soll ein Zeichen meiner Zustimmung, meiner Bejahung ihrer Präsenz sein. Währenddessen wird mir klar, um welches Ereignis es sich hier handelt: irgendein Jahres-, Gedenk- oder Ehrentag, der von der Armee mit einigen friedlichen Veranstaltungen gefeiert werden soll.

Szenenwechsel: Ich eile mit Geschirr in den Händen durch unbenennbare Räume und gelange schließlich an ein weit ausgestrecktes Büffet. Unzählige Tische sind aneinander gereiht und mit blauen Vliestüchern gedeckt. Darauf das übliche Geschirr, Flaschen und Gläser. Ich schaue gar nicht genau hin, denn auf der anderen Seite dieses langen Büffets tritt ein Kunde/Gast heran. Ich kenne diesen Worpsweder gut, freue mich über sein Interesse, auch wenn er immer ein wenig unheimlich und undurchschaubar erscheint. Er sieht Humphrey Bogart bemerkenswert ähnlich, was an seinem Habitus liegen mag.

Während ich ihm den gewünschten Teller mit Speisen herüberreiche, schaut er mir tief in die Augen und fragt: „In welchem Zeichen steht eigentlich Deine Sonne?“

„In Waage.“

Er wirkt verblüfft, hatte offensichtlich etwas anderes erwartet und grummelt mit unzufriedenem Unterton: „Und wie passt so etwas (zu Ihnen)?“

„Vielleicht gefällt es meinem Aszendenten Wassermann?!?“

Seinem Gesichtsausdruck ist anzusehen, was er denkt: ‚Alles Luftzeichen… schlimm, wirklich schlimm. Nicht zu gebrauchen.’

Ohne den Blick von ihm zu lösen, lasse ich ihn mit gleichgültiger Stimme noch etwas wissen…:“Ich habe eine Reihe von Planeten im Skorpion.“

Sein Gesicht hellt sich erfreut auf. Er wirkt nun auch weniger enttäuscht. Im Hintergrund sehe ich Amy mit einem Haufen von Schmutztellern – aus gelbem Steingut – vorübergehen. Oh ja, es ist sehr viel zu tun. Amys Blick sagt aber, dass es sie freut, wenn ich nebenbei ein freundliches Kundengespräch führe. Die Kunden müssen schließlich in jeder Hinsicht zufriedengestellt werden.

Ich nehme noch einige Schmutzteller entgegen, die mir herüber gereicht werden und klettere währenddessen über einen der Büffettische hinweg, um auf die andere Seite zu gelangen und dort weiterzuarbeiten. Da ich beide Hände voll habe, rutsche ich ein Stück mit dem Po und Beinen über die Tischplatte. Da spüre ich einen schneidenden Schmerz am Oberschenkel… Und als ich es mit den Fingern betasten will, spüre ich das gleiche verletzende Gefühl an Unterarmen und Händen. Oje, auf dem Büffet liegen haufenweise Glassplitter und scharfer Glasstaub! Meine Aufmerksamkeit wird dann allerdings von einer Meldung abgelenkt:
„Die Schlacht ist geschlagen! Es ist vorbei!“
Ah so, deshalb diese Berge von schmutzigen leeren Tellern, Platten und Gläsern. Jetzt bleibt ja viel Zeit zum Abräumen.

Eine Nachrichtenstimme erzählt von Umwälzungen, unzähligen Zerstörungen. Ganze Gebiete wurden dem Erdboden gleich gemacht. Das bedeutet, dass fast alle ihren Arbeitsplatz verloren haben. So auch Mike und ich. Wir schauen uns an. So traurig alles ist, so können wir die nächsten Tage endlich einmal lange schlafen. Allein der Gedanke, die Vorstellung ist so wunderbar entspannend und wohltuend. Mit einem jähen Gefühl der Ernüchterung fällt mir allerdings ein, dass ich trotz allem gar nicht ausschlafen kann, da Moina immer früh aufsteht.

Überlegung:
Entweder bin ich aufgefordert, mehr Traumarbeit zu machen oder mehr zu schlafen. Oder sowohl als auch?

Links:
- Überlagerung der Traumorte auf den dazu assoziierten realen Ort – Karte bei Google Maps
- Humphrey Bogart

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