Home » Traumtagebuch » Nee, das ist alles nichts

Nee, das ist alles nichts

Traum:
Arbeit im Bioladen. Es ist noch nichts los. Das Angebot finde ich unangenehm spärlich. In einem Pappkistchen liegen beispielsweise fünf Strauchtomaten, die ich noch einmal zurechtrücke. So dauerten die Vorbereitungen nicht lang und ich warte auf Kunden. Eigentlich ist es ja Quatsch, aber um überhaupt etwas zu tun… So frage ich den Geschäftsführer, ob ich die Tomaten noch einmal abstauben soll. Vielleicht hat sich etwas Blütenstaub darauf abgelegt? Hmm, es ist bedrückend, zwanghaft nach einer Betätigung Ausschau halten zu müssen.

Kurz darauf stehe ich mit ein paar Kolleginnen vor dem Wohnhaus des Geschäftsführers, das sich innerhalb des Bioladens befindet. Wir unterhalten uns über Monique, die noch nicht zur Arbeit erschienen ist. Ich mache ein paar spitze Bemerkungen und äußere mich dahingehend, dass sie heute vielleicht gar nicht mehr kommen wird. Da kommt der Geschäftsführer aus dem Haus und sagt, er habe gerade mit Monique telefoniert. Sie habe Gründe für ihre Verspätung und habe sich bereits dafür entschuldigt. Sie sei auf dem Weg hierher. Er zeigt sich kein bisschen verärgert. Nein, im Gegenteil, ist er sogar voller Verständnis und Nachsicht! Das zwickt und ärgert mich, denn wäre es eine von uns gewesen, die zu spät dran ist, dann hätte er diejenige angeschnauzt und eine Entschuldigung wäre gar nicht angehört worden. Aber Monique!! Ja, sie ist ja auch so zart und verletzlich, mit ihren langen Haaren und den feinen Gliedern! Sie ist so rein und gut! Ich fühle mich frustriert, zurückgesetzt und minderwertig.

Bald darauf kommt Monique und wird vom Geschäftsführer mit offenen Armen empfangen – im wahrsten Sinne des Wortes. Voller Nachsicht, Verständnis und Trost für sie! Wahrscheinlich ist er ganz betört von ihr. In der Eile hat Monique ihre Arbeitskleidung zu Hause liegen lassen. Ich schlage vor, dass sie sich eine Hose von der Kollegin Kerstin leihen könnte. Beide haben eine ähnliche Figur. Das müsste passen. Der Geschäftsführer findet meinen Vorschlag gut und so geschieht es.

Es dauert nicht lang, da kommt Monique des Weges. In einer Jeans von Kerstin. Ich bin ziemlich überrascht, als ich Monique von hinten sehe. Sie ist gar nicht so dünn, wie ich sie in Erinnerung hatte. Womöglich liegt es daran, weil sie vor gar nicht langer Zeit ein Kind bekommen hat. Also, Kerstins Hose sitzt ziemlich stramm. Aber es sieht doch trotzdem ganz gut aus, oder? Der Geschäftsführer steht links neben mir, schaut ihr mit abwägenden Blicken nach und schüttelt schließlich mit dem Kopf: „Nee, ihr Arsch ist ein bisschen zu breit.“

An anderer Stelle kommen wir wieder zusammen: der Geschäftsführer, Kerstin, Monique und ich. Es sind immer noch keine Kunden da und so schlage ich vor, dass Kerstin und Monique zusammen singen könnten. Beide haben die gleiche helle und klare Stimme! Und sie sind einander vom Typ her so ähnlich! Es könnte einen herrlich wohlklingenden Gesang geben! Der Geschäftsführer nimmt den Vorschlag an und fordert die beiden zum Singen auf. Allerdings ist der Gesang gar nicht so schön. Es kommt zu keinem Gleichklang. Der Geschäftsführer schüttelt wieder mit dem Kopf: „Nee, das ist nicht schön.“
Und ich überlege laut: „Naja, vielleicht führt die Ähnlichkeit der Beiden zu einer Unausgeglichenheit beim Gesang? Wenn zwei Gleiche das Gleiche machen, laufen womöglich die Schwingungen nicht parallel?“
Das ist hier ja alles nichts. Vielleicht gehe ich einfach noch einmal los und wische den Blütenstaub von den Strauchtomaten.

Tags: