Home » Traumtagebuch » Karl Valentins Penisnase

Karl Valentins Penisnase

Traum:

Seit kurzer Zeit lebe ich in einem Mehrfamilienhaus in Armenien. In den Nachbarwohnungen leben hauptsächlich kurdische Frauen aus verschiedenen Staaten. Kürzlich – ich kehrte nach nur wenigen Tagen Abwesenheit zurück – hatte ich Wasserlachen auf dem Boden der Spülzone im Eingangsbereich bemerkt. Ich hatte den Schrank der Spüle geöffnet, die Wasserinstallation näher betrachtet, da ich vermutete, ein spröder Dichtungsring könne für das Leck verantwortlich sein. Wischte das Wasser vom Boden und nahm mir vor, die Sache in Ordnung zu bringen. Gleichzeitig ärgerte mich, dass sich die Kurdinnen all die Tage nicht darum gekümmert hatten. Schließlich sind auch sie für die Reinigung des Eingangsbereichs und Treppenhauses verantwortlich.

Nun war ich erneut einige Tage geschäftlich unterwegs. Bei meiner Rückkehr bemerke ich sofort, dass der Boden auch während dieser Zeit nicht gereinigt wurde. Ganz im Gegenteil macht es den Eindruck, als haben die Kurdinnen absichtlich einige Gefäße voller Kaffee auf dem Boden ausgeschüttet. Inzwischen getrocknet, künden hässliche schwarzbraune Ränder davon. Die Kurdinnen stehen um mich herum, warten auf meine Reaktionen. Sie wollen mich also herausfordern?! Na gut. Angenehm aufgebracht frage ich in die Runde: „Was denken Sie sich dabei? Soll ich alles allein machen?“

Es gibt dann einen wilden und freundschaftlichen Wortwechsel – alle reden auf zugleich. Ich fühle mich gut, als ich mit all den Frauen die Treppe zur ersten Etage hinaufgehe. Dabei bemerke ich einen alten Kurden – vermutlich ein Iraker – der inzwischen hinzu gekommen sein und uns schweigend zugesehen haben muss. Er, ein ernst wirkender, zurückhaltender Mann voller Würde, folgt uns unaufdringlich. Mit einem Male zwickt mich jemand von hinten in den Oberschenkel und ich nehme ein verschwörerisches Zwinkern wahr. Ouuups? Da ich gerade den alten Kurden hinter mir sah – und sonst niemanden in der Nähe wähne – denke ich im ersten Moment, er kneife mich. Sozusagen als Zeichen seiner Solidarität. Aber gleich der nächste Gedanke sagt mir, dass es so nicht sein kann. Dieser würdevolle Mann würde so etwas, schon allein aus Respekt, niemals tun. Zudem kommt mir das räumlich gesehen ziemlich unlogisch vor. Um mich in den Oberschenkel zu zwicken, müsste er sich schon arg verrenken. Na, das ist aber merkwürdig!

Forschend blicke ich mich um. Der alte Kurde sitzt auf einem Stuhl. Auf einem Stuhl links neben ihm sitzt ein weiterer Mann. Wie witzig, der sieht ja dem Karl Valentin ganz ähnlich! Sein Haupt bedeckt er mit einer dreispitzen Jägerkappe aus lodengrünem Filz, mit einer Vogelfeder am Hinterkopf. Er wirkt ernst und doch verschmitzt. Seine Augen und Augenbrauen so zusammengezogen, dass sie einander in der Mitte fast berühren. Die Spitze der Kappe endet zwischen den Augen, so tief hat er sie ins Gesicht gezogen. Aber hey… was ist denn das? Wie sonderbar seine Nase ausschaut? So richtig fleischig; sie ähnelt ja eher einem Rüssel. Nein, sie sieht aus wie ein Penis! Die Vorhaut hängt etwas schrumpelig und zipfelig daran herunter, und endet auf Höhe der Oberlippen. Na also… wodurch diese Ausprägung wohl entstanden ist? Vielleicht handelt es sich um eine Alterserscheinung??

Als ich später wieder unten im Eingangsbereich ankomme, sehe ich, dass die Frauen inzwischen alles sauber gemacht haben. Zu blöd aber, denn inzwischen ist schon wieder Wasser ausgetreten: aus den Wasserleitungen kriechen feine Rinnsale.

Notiz:
Ich komme im Traum nicht auf die Idee, dass mich der Mann mit der fleisches-lustigen Nase gezwickt haben könnte. Dabei wäre das doch naheliegend. Oder nicht?

Tags: