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Vorhersehbare Antriebslosigkeit?

Traum:
Als ich bei einer größeren Zusammenkunft eintreffe, sind bereits viele Leute da. Aus unerklärlichen Gründen schaue ich von unten zu den Menschen auf, wodurch sie mir ziemlich groß erscheinen. Mir begegnen der Heizer und gleich darauf seine Frau – vermutlich sind sie hier die Gastgeber? Die Frau des Heizers trägt einen kurzen Rock (vielleicht auch Shorts). Ich sehe ihre langen Beine. Sie war schon immer groß und schlank, aber heute sieht sie extrem dünn aus. Es gibt keine Zweifel mehr, ihre Magersucht ist heftig ausgebrochen.

Im Halbdunkel: Weiter draußen ein Treffen bei Freunden, ländliches Gebiet. Mary ist auch da – lächelnd und vergnügt. Alle werden in kleine Gruppen aufgeteilt. Die Zusammensetzung ist vorbestimmt; wurde vermutlich per Los ermittelt. Mir wird mitgeteilt, dass ich mit dem jungen Paar aus Skandinavien zusammenarbeiten werde. Nicht jetzt, sondern etwas später!
Die beiden gehen vor mir her. Sie sind blond und beide 25 Jahre alt.
Ich bekomme einen Schuhkarton überreicht, in dem das Paar Informationen über sich und die Arbeit sammelte. An einer Kartonseite ein Aufkleber mit Beschriftung. Jeder Teilnehmer hatte zum Einstieg die Aufgabe, seine Befindlichkeit an dieser Stelle zu notieren. Der Skandinavier schrieb: „Nicht so gut!“ Die Voruntersuchungen anlässlich dieses Unternehmens hatten nämlich – überraschend für beide – ergeben, dass sie an Krebs erkrankt sind.

Obwohl wir noch gar nicht mit der Gruppenarbeit beginnen, stapfe ich den beiden Skandinaviern hinterher, als sie sich auf einen linksgelagerten Weg (Kindheitsweg?) machen. Tief drinnen finde ich mein Verhalten unangemessen und aufdringlich. Ich rede mir aber ein, dass wir eh bald ein Team sein werden, auch wenn das Paar dies noch gar nicht weiß. Bald werde ich sie kennenlernen. So gesehen ist es doch okay, schon mal Kontakt aufzunehmen?! Ganz unvermittelt läuft die Frau nach links eine kleine Böschung hinab zur Wiese, kehrt bald wieder. Dabei sehe ich zum ersten Mal ihr Gesicht. Ihre Haut ist ganz fein und von leichter Sonnenbräune überzogen. Und sie ist gar nicht blond, sondern eher brünett. Ihr Gesichtsausdruck ist ernst – als abweisend würde ich ihn nicht bezeichnen, aber einladend ist er sicher auch nicht. Na, ich werde sehen.

Am Ende des linken Weges erreichen wir das Haus von Wilma und Alexander (nicht wirklich). Einige Leute sind hier zu einem gemütlichen Beisammensein zusammen gekommen. In der Küche sind Wilma und Alexander mit Essensvorbereitungen beschäftigt. Wobei es so aussieht, als leiste Alexander Gesellschaft, während Wilma Gemüse schnibbelt. Als ich eintrete, wirken sie überrascht. Offenbar wurde ich weder eingeladen noch erwartet. Wilma fragt, was ich so mache.
„Ich lerne Esperanto.“
Es gibt keine nennenswerte Reaktion darauf. Sonst gibt es auch gar nichts zu erzählen.

Kurz darauf – ich stehe nun in einem etwas abgelegenen Zimmer der Beiden – höre ich ihre Stimmen. Sie ahnen offenbar nicht, dass ich sie hören kann.
Alexander: „Hat sie ein neues Auto (einen neuen Motor)?“
Wilma: „Nee, sie lernt Esperanto.“
Alexander: „Na, das alte Ding wird es nicht mehr lange machen.“

Notiz:
Im Wachzustand drängt sich der Eindruck auf, dass sich Alexanders Äußerung gar nicht auf ein Auto bezieht (das ich eh nicht habe) sondern auf das Lernen.

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