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Samenhof

Traum:
Die ganze Zeit lerne ich nun Esperanto. Bin von vielen Vokabeln umgeben, die mir inzwischen vertrauter erscheinen, und die ich teils wiedererkenne. Es gibt eine Grundsatzdiskussion mit einigen Esperantisten, bei der immer wieder das Wort „Baum – Arbo“ eine Rolle spielt.

Irgendwann ist die Besprechung zu Ende und ich halte mich am Ende eines Saales auf. Die anderen Teilnehmer sind auch noch da – verstreut. Eine blonde Litauin – sie wirkt wie eine Chefin – kommt hinzu und breitet einen Grundriss auf dem Tisch aus. Sie möchte mir zeigen, wie die neue Küche aussieht, in der ich wohnen könnte! Hmm… ich habe doch schon eine Küche?! Allerdings macht die Skizze einen so interessanten Eindruck, dass ich die Frau um nähere Einzelheiten bitte und den Plan näher betrachte. Es ist eine länglicher, sehr schmaler Raum. Die Küchenschränke sind so an den gegenüberliegenden Wänden verteilt, dass sie einander nicht gegenüberstehen, sondern versetzt. So kann man kurvenartig durch den Raum gehen. Die Bodenfliesen sind in cremeweiß-braunem Schachbrettmuster. Die Litauin malt in braunen Buntstiftstrichen immer wieder den möglichen Schlangenweg durch die Küche, bis ein brauner Fluss gemalt ist. Und während sie malt und ich schaue, manifestiert sich die Küche teilweise, so dass ich bildlich drin stehe. Naja… ich könnte in diese Küche umziehen! Sie erscheint mir nämlich viel interessanter als die alte Küche.

Bahnhofsviertel in Osteuropa. Einige Polinnen oder Zigeunerinnen und ich schaffen in einem kleinen, eigentlich stillgelegten Lagerraum. Der Raum ist fast leer. In einer Ecke stapeln sich „Kleinkinderpuzzle mit Griffloch“, die wir verkaufen oder versteigern wollen. Sie sind noch original in Folie verpackt. Da es sich nicht um Neuware handelt, und ich es für wichtig halte, dieses kenntlich zu machen, drücke ich die Puzzleteile aus der Unterlage. Es kann ja nichts verloren gehen, da alles verschweißt ist. Es gibt eine kurze Diskussion darüber, ob es sinnvoll ist, alles auszudrücken. Aber aufgrund der geringen Menge bin ich eh schon damit durch. Diese Situation wird von dem Gefühl begleitet, als stände diese ganze Aktion unter der Leitung einer staatlichen Klassenlotterie.

Abreise. Ich betrete ein südosteuropäisches Zugabteil. Es ähnelt einem altertümlichen Pensionszimmer und lässt an den Orientexpress denken. Ich lege meine Sachen auf einem ausgeblichenen altroten Sofa ab. Mir fällt dann gleich ein flaches Podest ins Auge, das extra für die Reisenden hergerichtet wurde. Kein Wunder, dass ich hinsehen muss, denn es ist etwas skurril. Eine ausgemusterte Schaufensterpuppe sitzt dort mit gespreizten, hoch angezogenen Schenkeln. Nicht nur an ihrer Gebärhaltung, sondern auch an ihrem ausgeprägten Geschlecht – lebendig, feucht, rot, fleischig, weich, offen – lässt sich erkennen, welchem Zweck dieser Ort dienen soll und welchen Sinn das alles macht. Ich habe den Eindruck, als sei dies alles schon vor ewiger Zeit hergerichtet und inzwischen längst vergessen worden… Die Schaufensterpuppe lässt an eine Baubo im Dornröschenschlaf denken. Und irgendwie wirkt es ein wenig verwunschen hier??
Rein theoretisch könnte ich, so wie vorgesehen, die Puppe beiseite tun, ihren Platz einnehmen und gebären. Die Sache hat nur einen Haken… – ich bin gar nicht schwanger??

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Ludwig Lejzer Zamenhof
Baubo

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