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Saatentwicklung

Traum:
Auf dem Dachboden. Einige Reihen weißer Laken flattern vergnügt in der milden Zugluft. Sie hängen mittels Metallklemmen an Drahtseilen. Deutlich sehe ich die Zähnchen der Metallklemmen im Stoff. Locker liegen die Drahtschlaufen der Klemmen am Seil. Ein Mann gewinnt an Bedeutung. Noch ist er mir unbekannt, allerdings erinnert er ein wenig an Herrn Esperanto. Wir haben einen gemeinsamen Auftrag: eine Saat entwickeln und herstellen. Die entstandene Saat sollen wir dann legen, damit Pflanzen daraus entstehen können. Dabei habe ich Saatkügelchen vor Augen, die an Wacholderbeeren und Pfefferkörner denken lassen.

Eine halbe Ebene tiefer kommen der Mann und ich zusammen. Mit einem Lächeln und forschen Worten „Na, Herr Doktor, großer Meister!“, begrüße ich ihn. Natürlich weiß ich, dass er kein Herr Doktor ist, aber ich möchte auf diese spöttische Weise bekunden, dass ich zu diesem Augenblick davon ausgehe, es mit einem kompetenten Partner zu tun zu haben. Als ich unsere weitere Vorgehensweise mit ihm besprechen möchte, lässt er sich nicht darauf ein. Schwafelt von anderen Sachen. Das nervt mich immer mehr. Hinzu kommt, dass er einen Alu-Roller bei sich trägt, den er ständig gegen mein Schienbein schlagen lässt. Das reizt mich so sehr, dass ich ihm ebenfalls einen Schlag mit meinem Roller versetze. Empört und wütend schreit er auf, beschwert sich und hält sein Schienbein. „Ah ja?!?“, sage ich bissig, und fordere ihn auf, es doch bitte sein zu lassen! Wir haben nur noch wenige Tage Zeit, um die Saat zu entwickeln. Während ich es am liebsten gleich angehen möchte, meint er, wir könnten uns ruhig Zeit damit lassen.

Unten im Erdgeschoss. Moina sitzt an einem Tisch und malt. Die betreuende Lehrerin erzählt mir begeistert, dass Moina ganz intuitiv Saatschälchen gemalt habe! Ich schaue auf das Zeichenpapier. Tatsächlich! Die Saatschälchen ähneln dünnen Sichelmonden. Und von jedem Schälchen aus verteilen sich sanfte Bögen – ähnlich Fluglinien auf einem Übersichtsplan. Eigentlich wäre das ja meine Aufgabe gewesen!

In der Nähe. Am Rande eines abgelegenen Hangars befindet sich ein alter Nebenraum. Er ist zu einer Seite hin offen und wurde lange nicht genutzt. Die Tapeten an den Wänden sind von der Zeit abgeschliffen. Ein etwas verlassener Eindruck. Hier will ich es mir jetzt einrichten. Den ersten Schritt habe ich unternommen und ein Bambusrohr-Ensemble bestellt. Gerade jetzt wird es geliefert. Vier Sessel aus Bambusrohr mit cremeweißen Leinenpolstern. Dazu ein rechteckiger Bambusrohr-Tisch mit Glasplatte. Schön, das passt gut hierher. Leider ist es für den vierten Stuhl zu eng. An einer Seite der Wand hängt zudem ein Waschbecken, das ich nicht verbauen will. Okay, dann stelle ich den Stuhl in eine Nische. Bei Bedarf kann man zusammenrücken und den Stuhl hinzunehmen.

Kurz darauf sitze ich mit Moina in einem kleinen Flieger. Ein Sonderflug für uns und ein paar Geschäftsleute. Kurz nach dem Start richten wir es uns gemütlich ein. An unserem Platz liegt ein Stapel mit Büchern, die mich nicht interessieren und eigentlich nur stören. Ich greife die Bücher und reiche sie an den Geschäftsmann weiter, der auf der rechten Seite des Ganges sitzt. Er ist so freundlich und stellt sie in ein dunkles Regal, in dem bereits eine Reihe Taschenbücher steht. Es sind alles Krimis von bekannten Autoren. Nö, das interessiert mich ja erst recht nicht. Hmm, die Bücher stehen da ganz haltlos drin… Ob sie während des Fluges nicht durch die Gegend gewirbelt werden? Und was ist, falls es Turbulenzen gibt? Womöglich werden wir dann davon erschlagen? Inzwischen stehe ich in der Nähe des Cockpits und ich würde den Piloten dazu fragen. Nur ist er gerade nicht an seinem Platz. Naja, der Flug ist ja auch sehr ruhig.

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