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Seebrille

Traumreste

[…]Draußen angekommen, halte ich nach meiner Brille Ausschau. Diese fehlt noch, um für den heutigen Tag gerüstet zu sein. Ein heller leerer Außenraum – vielleicht in Strandnähe. Aha, da sind die Brillen… als erstes setze ich die Lesebrille mit dem weinlrotem Metallgestell auf – weil sie gut sitzt und nicht rutscht (im Gegensatz zur Fernbrille). Der Nachteil ist, dass ich damit wirklich nur ganz Nahes sehen kann. Für einen Arbeitstag also relativ ungeeignet. Auch hier bräuchte ich eher die Fernbrille zur Orientierung. Allerdings müsste diese erst gerichtet werden. Ich nehme sie und tatsächlich… der linke Bügel ist zum Ende hin stark nach innen gewinkelt. Das wird sicher stabil sitzen, aber trotzdem… eine derart übertriebene Zurechtbiegung grenzt schon fast an Zerstörung. Der rechte Brillenbügel liegt viel zu locker auf Ohr. Das biege ich auch zurecht. Gleich beim ersten, sogar vorsichtigen Versuch bricht das Ende ab. Mist!! Jetzt kann ich sie bis zur Instandsetzung gar nicht mehr gebrauchen.

Da ist noch eine dritte Brille, von der ich nichts wusste! Trotzdem halte ich sie in den Händen?! Sie erinnert stark an das Gestell der Lesebrille – gleiches Material, gleiche Farbe. Die Gläser sind größer und offenbar ist diese sowohl für die Ferne als auch für die Nähe geeignet. Damit habe ich eine erstaunlich klare Sicht in jeder Hinsicht – nah und fern. Zufällig sehe ich mich wie in einem Spiegel und bin überrascht. Nie hätte ich gedacht, dass ich so aussehe! Fast könnte ich auf die Idee kommen, diese Person gar nicht zu sein. Es lässt sich schwer beschreiben, was ich an meinem Spiegelbild als so erfreulich empfinde. Vielleicht diese Klarheit. Klare Linien, klares Gesicht, klarer dunkler Blick, klare Brillengläser und die weinrote Farbe von Pulli und Button Bell Jeans. Selbst die Haare haben trotz der Wellen eine klare Struktur. Alles wirkt ganz gesund und ohne Irritationen. Das ist es, was das große Wohlbehagen auslöst! Und grinsend denke ich, dass sich wohl kaum jemand vorgestellt hat, dass ich so aussehen würde. (Ich selbst wäre ja noch nicht einmal auf diese Idee gekommen.)
[…]
Ich muss schnell los, um vor der Abreise die Strandutensilien zu holen, die ich in einem Umkleideraum zurückließ. Die Zeit drängt, bald ist Arbeitsbeginn. Das Blöde ist, dass ich an den automatischen Strandduschen vorbei muss, um zur Umkleide zu gelangen. Ich bin schließlich für den Tag fertig gekleidet und möchte nicht nass werden.
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Es ist ein sonderbarer Strand… wie in einer Schwimmhalle. Ein Teil des Schwimmbeckens sieht auch einem üblichen Schwimmbecken ähnlich, während ein Bereich an der anderen Seite ein Sandstrand am Meer zu sein scheint. Beide Bereiche laufen fließend ineinander über. Doch auch der Meeresstrand liegt innerhalb der Halle. Die Wärme und Geborgenheit, die diese Umgebung vermittelt, finde ich sehr angenehm. Mike sagt, er wolle an meiner Stelle zur anderen Seite des Strandes laufen, um die Sachen aus der Umkleidekabine. So würde ich nicht nass werden. Wie nett! Geduckt sprintet er unter den automatischen Duschen hindurch, die allerdings prompt zu brausen beginnen. Es ist so warm hier, da macht das bisschen Nässe nichts. Hmm, es ist ein bisschen blöd, dass wir nicht früher an die Klamotten gedacht hatten. Wir wussten doch viel länger, dass wir zu dieser Zeit aufbrechen müssen.
Die ganze Zeit sind hier übrigens Bekannte an unserer Seite, die ganz selbstverständlich, so als sei es nichts Besonderes, auf direktem Weg über das Wasser zu den Umkleideräumen laufen. Wir messen dem Tun keinerlei Bedeutung bei. Registrieren es eh nur schemenhaft und am Rande.[…]

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