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Mafia-Banker wollen virtuellen Tod als Realität verkaufen

In wohligem Wärmflaschenschlummer abgetaucht, war die Rückkehr zum Wachen von träger Wohligkeit begleitet. So verlor ich den Großteil der Erinnerungen an einen langen interessanten Traum, der mir spürbar gut getan hat. Nur ein Hauch blieb zurück – zwei kleine Lichtblicke:

Im Ganzen betrachtet, geht es um die Einführung in ein neues Bankingverfahren, an dem ich von nun an teilhaben werde. Eine entspannte Angelegenheit in freundlicher Atmosphäre. Persönliche Daten werden in Zukunft nur noch dann rausgerückt, wenn ich mich legitimieren kann.

Eine 60jährige Angestellte – deutlich kleiner als ich, freundlich, Borgfelderin – tritt hinter dem Schalterpult hervor und bittet mich um einen Papierabschnitt mit persönlichen Notizen. Darauf erkenne ich ein paar Schriftzeilen. Es ist meine Handschrift, schlaftrunken wie in meinem Traumbuch, das stets an meinem Bett liegt. Diese Schrift wird nun mit einem Schlüssel abgeglichen. Form und Inhalt sind dabei nicht unwesentlich. Genaueres weiß ich aber nicht. Bei einer Übereinstimmung zwischen Schriftstück und Schlüssel kann das Banking wunschgemäß durchgeführt werden. Offenbar geht es bei dieser Einleitung nicht nur darum, mich als Kundin anzuleiten, sondern um eine vertiefte Einführung, wie sie auch Bankangestellten zuteil wird. Nachdem meine Legitimation glatt lief, folge ich der Angestellten in die hinteren Räume.

[… die Lücke des Vergessens …]

Im letzten Viertel des Traumes, als ich – um einige Erfahrungen bereichert – aus den hinteren Räumen wieder in den Vordergrund trete, gelange ich an eine Art Terminal im Eingangsbereich, das anfangs hinter meinem Rücken lag, weshalb ich es erst jetzt bemerke. Dort trete ich an einen Stand-Computer mit Touchscreen. Links von mir eine kleine Abtrennung in Richtung Eingangstür. An der Wand sind eine Menge Schalter und Tastenfelder, mit denen der Rechner bedient wird.
Ein Blick auf den Monitor zeigt folgende Spielszene: es hat zwei tote Männer gegeben – vermutlich Opfer einer Gewalttat. Die Körper sind nicht mehr da, aber die Kreidespuren der Kripo lassen keinerlei Zweifel. Einer der weiß aufgemalten Körperumrisse wurde innen teils mit roter Kreide ausgemalt, der andere mit etwas grüner Kreide – Ampelfarben. Eigentlich ist es ein Spiel, aber mir soll damit weisgemacht werden, es handele sich um die Realität! In dem Moment, da ich mich auf dieses Spiel einlasse, habe ich schon verloren, denn dann wird es tatsächlich zu meiner Wirklichkeit.
Zwei smarte Männer in Banker-Anzügen treten ein. Sie gehören nicht zum Personal, sondern wurden von einer kriminellen Organisation, wie beispielsweise der Mafia, eingesetzt.
Jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren!! Sie sind nur wenige Schritte von mir entfernt. Schnell betätige ich die Tasten oberhalb des Screens, um das laufende Programm zu schließen. Laut und überzeugend spreche ich es aus: „Es gibt gar keine Tote!“ Alles nur simuliert! Noch während die Beiden auf mich zukommen, sagen sie in betäubend ruhigem Tonfall: “Die Toten gibt es wirklich… es ist kein Spiel…“
Schnell schnell, hoffentlich fährt das Programm sofort runter! Sobald das Spiel nämlich beendet ist, lässt es sich nicht wieder erwecken.

Und ich glaube, ich war schneller…
[…]

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