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Glue

Traum vom 1. September 2009

Die Oberfläche der Flüssigkeit zeugt von kaum wahrnehmbaren, aber raschen Vibrationen, durch die es eine Veredelung erfährt. Ultraschall? Die beiden Vorschulkinder singen erneut. Konzentriert. Man merkt ihnen bei aller Ernsthaftigkeit auch die Freude daran an. Ich öffne ein Tütchen und gebe, weil es deren Mutter zuvor auch so handhabte, den darin enthaltenen goldgelben Sirup auf den Ansatz der Stirnhaare der Kinder. Ach oje! Es ist dünnflüssiger als erwartet und rinnt zwischen den Haaren zur Stirn hinab. Jetzt läuft es sogar in die Augenhöhlen! Großaufnahme der Kinderaugen: es sieht so aus, als weinten sie hellgoldene Tränen. Einen Moment bin ich betroffen ob dieses Eindrucks. Meine Hand geht vor – um den Sirup aus den Augenwinkeln zu wischen – und wieder zurück – ich will es ihnen ja nicht in die Augen reiben. Außerdem führen die Kinder bereits ihre Fingerchen zum Auge und ich überlege, dass es diese zarten Kinderhände vielleicht besser hinbekommen. Als ich einen weiteren Blick auf die Kinderköpfe werfe, zeigt sich der Sirup bereits gefestigt. Eine elastische Masse, die ein Wellenmuster aufweist, das an die Oberton Frequenz-Analysen denken lässt, die ich diese Tage betrachtete:

Im ersten Augenblick bin ich erleichtert – endlich ist der Fluss des Sirups gestoppt! Sonderbar allerdings, dass sich nun diese so andere Färbung zeigt. Eigentlich hätte ich eine einheitlich klargoldene Masse erwartet und nicht diese grünen Wellen in der schwarzen Masse. Ich werfe einen zweiten Blick auf das Tütchen in meiner Hand. Darauf steht: GLUE EN – was so viel wie gluehen oder so ähnlich bedeuten könnte und auch das Leuchten der grünen Wellenlinie erklärte. Ich will die Haare der Kinder von der Masse befreien, stellt bestürzt fest, dass diese aber mit den Haaren verklebt. Ojeoje, was habe ich getan? Was wird die Mutter sagen? Bleibt eigentlich nur noch, die Haare abzuschneiden. Ich rede mir ein, dass ich mich – als Mutter meiner Kinder – darüber ja auch nicht aufregen würde. Natürlich stimmt das so nicht, aber dieser Tatsache weichen meine Gedanken elegant aus, ohne dass es mir ausreichend bewusst würde. Ein Mann – ein Tenor – kommt hinzu (an meine linke Seite) und sagt: „Ja hey, das ist so richtig! Das kenne ich auch so! Das ist kein Fehler.“ Ich kann es nicht glauben.

Geweckt.

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