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Verzögerte Sprachentwicklung

Traum vom 19. März 2007
Präsentation des mir bereits bekannten Bewerbungsvideos von Juri. Nochmals sehe ich den Mann mit den dunkel gelockten Haaren bei seinen Versuchen, ein Bewerbungsvideo aufzunehmen. Immer wieder verhaspelt er sich früher oder später und setzt neu an. Er wirkt keineswegs lächerlich dabei, sondern souverän und in sich ruhend. Astrologisch würde ich diese Momentaufnahme dem Prinzip Merkur und … (leider vergessen, um was es im Traum ging) zuordnen.

Durch diese Videoaufnahme wird mir bewusst, dass ich bisher hauptsächlich diese Seite von mir gezeigt habe. Eine Bildwolke taucht vor meinem Gesichtsfeld auf: eine wild wiehernde Stute mit dunkelbraun glänzendem Fell von adliger Gestalt und Haltung. Sichtlich von edler Abstammung und wohlerzogen.
Sofort begreife ich die Bedeutung dieser Einblendung: Das, wie es Juri zu Beginn in Szene setzt, zeigt eine souveräne Seite, die mir sicherlich zu eigen ist. Gleichzeitig könnte ein Außenstehender aber zu der Schlussfolgerung kommen, es mit einem Menschen zu tun zu haben, der von seinem ganzen Wesen her so ist. Damit aber würde ich den irreführenden Eindruck einer edlen Stute hinterlassen, die ich in Wirklichkeit gar nicht bin. Fazit: Das will ich ändern.

Mike, Moina und ich besuchen zum ersten Mal einen fernen Freund von mir. Nebensächlich, aber präsent: ich weiß, dass er abends Erwachsene unterrichtet. Während wir den Wohnraum betreten, rieche ich die frische Luft, die noch an Haut und Kleidern haftet. Wir sind mit dem Fahrrad gekommen.
Die Einrichtung und Aufteilung des Raumes sind nur verschwommen zu sehen. Mein Freund sitzt mit seiner Partnerin auf einem Polstermöbel, während wir uns unterhalten. Neben dem Polstermöbel ist irgendwas, das ich auch nicht erkennen kann, aber wie ein dunkler Schemen ins Auge fällt; vielleicht ein Ofen. Ich nehme drei Kinder im Haus wahr, ohne sie zu sehen. Sie sind älter als Moina.

Jetzt besuchen wir meinen Freund bereits zum dritten Mal. Wieder am Nachmittag. Moina spielt in sich versunken auf dem Fußboden, spricht nur wenig. Mein Freund sagt, sie spreche ja so wenig und es sei kaum verständlich. Ja, so antworte ich, es sei uns auch aufgefallen, weshalb wir inzwischen ein besonderes Augenmerk darauf legen.
Die letzten Male wurden wir zum Abendbrot gebeten. Es geht wieder auf 17 Uhr zu und die Frau sagt ernst, sie wolle jetzt das Abendessen für die Familie anrichten. Dieses Mal sei aber nicht genug im Haus, so dass sie uns leider nicht noch einmal einladen könne. Aber ja! Ich bin darüber auch etwas erleichtert, denn es wäre ziemlich unangenehm, jetzt noch einmal eine Einladung anzunehmen, um nicht unhöflich zu erscheinen. Gleichzeitig aber wissend, dass es unhöflich ist, sich drei Mal so kurz hintereinander einladen zu lassen.

Ja, und mir wird langsam klar, dass ich es die ganze Zeit nur selten wagte, meinen Blick zu heben… ganz kurz nur. So unwohl fühle ich mich, dass ich denke, jeder müsse sich von mir abgestoßen fühlen. Was wird mein Freund bei meinem Anblick denken? Er sprach die ganze Zeit fast kein Wort. Ich riskiere kurze Blicke, treffe immer auf ein freundliches Lächeln und einen liebevollen Blick. Aber… kann das sein?

Aufbruch. Wir müssen gehen… ich muss also aufstehen, mich in voller Größe zeigen. Meine volle Größe ist aber klein. Meine Jeansjacke ist unangenehm wuchtig, liegt schwer auf den Schultern. Ich fühle mich gedrungen, geradezu gestaucht… wie unangenehm. Kann ich nicht einfach unsichtbar werden, im Erdboden versinken?! Mein Blick bleibt gesenkt – bis auf wenige Ausnahmen. Als ich wieder einen Blick wage, schaue ich in lächelnde Augen.

Gleich beim Seiteneingang sind unsere Räder abgestellt – nah bei einem Busch. Und wie ich noch so auf dem kleinen Weg, im Hellen, stehe, sehe ich überrascht, dass ich eine weiße Bluse unter der Jeansjacke trage, deren Saum ich in Bauchnabelhöhe knotete. Ich kann es nicht genau erkennen, aber ich glaube, ich trage ein schlichtes Piercing im Bauchnabel. Ich bin bauchfrei?! Das war mir bis zu diesem Augenblick nicht bewusst. Tastend gleitet meine Hand darüber… Es fühlt sich – ganz entgegen meiner bisherigen Wahrnehmung – richtig gut an. Und immer noch das schweigende Lächeln des Freundes. Ich drehe mich zu den Fahrrädern um, nehme Moina hoch um sie in den Fahrradsitz zu setzen. Kurz befürchte ich den heftigen Schmerz, der sich dabei immer wieder einstellt. Er bleibt aus. Dennoch ein entsetzliches Gefühl in diesem Körper zu sein. Mein Freund steht inzwischen nah bei uns und schaut zu – nach wie vor lächelnd. Kann das sein? Ob ich nach dieser völlig daneben gegangenen Begegnung jemals wieder von ihm hören werde. Ich mag kaum daran glauben.

Notizen:
Im Traum geht es auf 17 Uhr zu. Er kam gegen fünf Uhr morgens.

Vorgestern las ich bei Focus einen Artikel über Bewerbungsvideos. Gefallen hat mir (oder aufgefallen ist mir) dabei das Video, in dem ein Mann namens Andi vorführt, wie er versucht einen Videoclip aufzuzeichnen.

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