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Paradies

Der Traum am frühen Morgen war lang und interessant. Schade, dass ich zu müde war, um aufzuwachen. So blieben nur zwei winzige Fragmente:

Schwuler Jüngling
Die Bahn hält an einem friedlich daliegenden Waldstück mit runden Baumwipfeln. Als die Fahrt langsam weitergeht, führt diese um 90° fort vom Schienenstrang, mehr innerhalb des Waldrandes entlang in Richtung gestrigem Himmel. Die Waggons sind offen – eine angenehm luftige Fahrt. Ich erreiche schließlich den Triebwagen. Dieser ist ein einfaches Gefährt fast ohne Inhalt: An der Reling steht ein Mann, dessen Alter sich schlecht abschätzen lässt. Seine Haare liegen, wie sie gewachsen sind – ganz natürlich. Er ist nackt und von jünglingshafter Gestalt. Seine Nacktheit sei nur der Beschreibung halber erwähnt, denn er macht einen angezogenen Eindruck. Ich gehe zu ihm, freue mich und wir umarmen uns lang. So schön, so nah. So viel Wärme und unbefangene Freude. Es könnte immer so bleiben. Er lehnt den Oberkörper zurück, schaut mich lächelnd an und erklärt: „Ich bin schwul.“ In seinen Augen sehe ich ein Abwarten…
Aus vollem Herzen und voller Freude sage ich: „Ja! Ja!“ Ein Ja dazu, das einem stillen Jubeln gleicht. Er lacht mich an und wir freuen uns. Einfach so.

Augen auf!
In einem kleinen Park, irgendwo inmitten einer Stadt zwischen zwei Verkehrsadern liegend. Ein brusthoher brauner Quader, den ich in vergnügtem Tempo umrunde. Bei 90° angekommen stürmen mir ein paar männliche Jugendliche entgegen. Einer läuft mir geradezu in die Arme. Die Augen dunkel umflort. Sein ernster Blick scheint in ferne Welten zu gehen, so dass er mich auch jetzt, da wir aufeinander prallen, nicht anschaut – fast so, als nähme er mich gar nicht wahr. In diesen Sekunden schließe ich ihn ins Herz. All die strömende Liebe in meine Worte legend und vergnügt glucksend, sage ich in gespieltem Kommandoton: „Auuugeeen AUF!!!“ Und mir scheint, als erreichen ihn meine Worte ein wenig. Die Alten schmunzeln, manche lachen auch leise zu uns her. Sie sitzen rechts von uns auf einer Bank, die einen großen Baum umrundet, genießen die Frühlingssonne und schauen uns mit sichtbar freundlicher Gesinnung zu.

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