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You-Oui-Gesang mit Doktor Schein

Traum vom 2. September 2009

Höchste Konzentration. Ich übe das Obertonsingen. Die Zunge steil zum Gaumen gerichtet, den Mundboden geweitet, singe ich langsam. Die Lippen formen ein ineinander überfließendes YOU OUI YOU OUI YOU. Es entsteht ein anhaltender schwingender Klang. Direkt vor meinen Augen eine große Lemniskate, die durch den Gesang entsteht und gleichzeitig ein Konstrukt darstellt, an dem die Töne entlang gleiten können oder einfach nur als Leitlinie. Also: der untere Bogen links entsteht während des YOU (engl.). Beim Übergang zum OUI (frz.) steigt der Ton an und findet seinen Höhenpunkt rechts oben beim OUI worauf er beim Übergang zum YOU wieder abfällt, ansteigt, sich kreuzt, ansteigt und schließlich zu seinem Ausgangspunkt zurückfindet, Je Atemzug singe ich also eine liegende Acht. Ausdauernd. Es geht ganz gut, klingt nicht allzu schräg. Ja, eigentlich ist es sogar recht gut für den Anfang. Einzig dies: Bis jetzt hörte ich keinen einzigen Oberton. Dr. Schein steht übrigens hinter mir – zwei Schritte, leicht nach links versetzt, so dass ich ihn aus dem Augenwinkel sehen kann – und übt sich ebenfalls mit Hilfe der Lemniskate und dem ‘YOU OUI’ im Obertonsingen. Er verhält sich so still und unauffällig, dass ich ihn fast nicht bemerkt hätte.

Dann schlafe ich weiter und beim Aufwachen ist meine Wahrnehmung gleich bei der Erinnerung an diesen Traum, die sich ganz langsam, wie eine goldene Weihnachtskugel direkt unter meinem Scheitelpunkt dreht – so als hinge sie dort wie an einem winzigen seidenen Faden. Und wie ich das so spüre, kommt mir Dr. Schein in den Sinn – und damit oben beschriebener Traum.

Traumpfad: Schein on

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