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Bittere Medizin

Traum:
Örtliche Überlagerung von Lindenallee und Im Stillen Frieden. Wir gehen durch einen großzügigen Wohnraum in hellen Farben. Rechts von mir erstreckt sich eine Reihe von Panoramafenstern. Ein vertrauter Ort, auch wenn ich hier nicht wohne. In Bewusstseinsferne das Wissen darum, sich in den Räumen einer Natur- und Geisteswissenschaftlerin aufzuhalten. Mike und ich gehe die Fenster entlang. Wir haben jeder eine große Kunststoffspritze in der Hand und verabreichen uns ein Medikament, indem wir es auf die Zunge träufeln und trinken. Die Spritze, mit einem Fassungsvermögen von 250ml, ist bis zum obersten Strich gefüllt. Die Medizin ist bitter, und die Trinkmenge so zu groß. In der Kehle ein schnürender Widerstand und mir kommen Zweifel, ob ich das wirklich alles schlucken kann. Aber inzwischen spüre ich, wie das Medikament warm durch meine Venen strömt… spüre eine angenehm sedierende Wirkung… Möglich wäre, dass die einsetzende Wirkung die Einnahme erträglicher macht und mir das Schlucken erleichtert. Dabei darf ich den Kolben nur mit leichtem, wohldosiertem Druck in den Zylinder schieben, denn in der konusförmigen Öffnung ist ein ovales silbernes Kügelchen (es lässt an Quecksilber denken) lose eingesetzt. Dieses Oval muss immer halb im Konus bleiben – die Flüssigkeit es also nur umfließen, ohne es herauszudrücken. Wie auch immer… trotz der Wirkung schnürt es mir ziemlich die Kehle zu, und es wird viel Überwindung kosten, die Spritze zu leeren.

In einem halbdunklen Raum. Die alte Geweyhte sitzt auf einem Stuhl. Neben ihr steht lächelnd eine Frau, die Freundin der Geweyhten. Ich bin gekommen, um den morgigen Tag zu besprechen: „Ich würde bereits um 8 Uhr anfangen wollen. Ja, ich weiß, da schlafen Sie noch. Aber vielleicht geben Sie mir den Schlüssel – so hielten wir es bereits einmal in der Vergangenheit – und ich fange dann in der Frühe einfach schon an. Dabei werde ich mich natürlich so leise wie möglich verhalten.Wenn Sie dann aufstehen, ist schon einiges erledigt! Und so werde ich am Abend wahrscheinlich mit allem fertig sein.“ Die beiden Frauen schauen mich staunend an. Waren sie nicht auf eine solche Idee gekommen? Oder ist sie gar unpassend?

So fege ich in den frühen Stunden die noch stillen Räume der Geweyhten. Die alte Frau ist fast blind und gebrechlich, so dass sie auf Hilfe angewiesen ist. Der Fußboden liegt voller kleiner Haushaltsgegenstände. Es erfordert einiges an Konzentration, dazwischen zu fegen, ohne alles durcheinander zu bringen. (Die Gegenstände werde ich später gemeinsam mit der Geweyhten ordnen). Es gelingt, und ich kehre einen ansehnlichen Haufen getrocknete bunte Knetekrümel zusammen.

Notiz:
Interessant an dem Traum ist, dass ich dieses Gefühl – wie ich es vor gut zehn Jahren nach einer Beruhigungsspritze hatte – gar nicht mehr so genau hätte erinnern können, wie ich es im Traum erlebte. Als ich heute morgen aufwachte, war in mir wirklich der stille Frieden. Zu Risiken und Nebenwirkungen will ich meine Traumkraft befragen.

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