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Schicksalsrad

Ein Traumfragment aus früher Nacht:

Ein namenloser Raum im Irgendwo – einem Quader gleich, freischwebend in Raum und Zeit. Ein Freund und ich sitzen auf Hockern, ganz selbstverständlich frei im Raum. Der Freund trägt eine weiße Hose. Dies registriere ich am Rande, und es scheint ohne Bedeutung zu sein. Wir sitzen im 90°-Winkel zueinander und spielen ein ernstes Kartenspiel. 'Schicksalsrad' von Traumzeit Vor uns schwebt ein großer quadratischer Plan, in nicht greifbarer Form, wenngleich die Energien ein wahrnehmbares Bild formen. Stark vergilbt ist das Papier die alte Tinte schwarz und leicht plastisch hervorquellend dort, wo etwas mehr Tinte floss: ein großes Schicksalsrad ist ausgebreitet, wie aus dem Rider Waite Tarot bekannt. Wir sprechen im Schutze des Quaders, im Zwielicht und von Allnacht umgeben. Irgendwann stehe ich auf, und während sich Worte tief im Innern lösen, sich hinauf quälen, dem gummibandähnlichen Rückzug zu entrinnen suchen, nur spärlich und gebremst über die Zunge rinnen… da ist es so, als löse sich etwas… die obere Schicht einer Verhärtung. So als sei dort ein Stein, der Wort um Wort abbröckelt, um vielleicht irgendwann seine innewohnende Form zu offenbaren. Das Sprechen fällt schwer. Einzelne Worte… dem zähen Schweigen entronnen, für sich allein stehend, da ihnen die Verbindung fehlt. Dazwischen lange Pausen, von stiller Verzweiflung gefüllt, während die Sprachlosigkeit mühsam weitere Worte zu gebären sucht. Es ist ein Prozess, es scheint so gewollt in diesem Raum, hier und jetzt. Akzeptanz.

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