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Moina verschwunden

Traum:
Am Mittelmeer. Die finstere Himmelskuppel vom Sonnentropfenschein gelichtet. Mike und ich schlugen unser kleines Zeltlager auf. Dazu gehört ein Sonnensegel – ein doppeltes Dreieck – aus nachtblauem Nylongewebe. Ich sitze darunter, während Mike noch letzte Handgriffe verrichtet. Die Atmosphäre ist von dichter Wärme erfüllt, die auch im körnigen Sand unter den Füßen gespeichert bleibt. Meine Haut fröstelt trotz der mild fächelnden Luft. Es scheint zu regnen, ohne dass ein einziger Regentropfen fiele. Ich bin voller unterschiedlichster Gefühle. Erfüllt von Glück und Frieden, voller Traurigkeit und Sehnsucht. Ich bin angekommen… aber etwas schmerzt… Mir ist als weine ich, ohne dass auch nur eine einzige Träne den erlösenden Weg hinaus fände. Nichts, was es zu benennen oder zu beweinen gäbe.

Mit einem Male erschüttert mich ein aufbrechender Schmerz, ich springe auf und von Tränenlosigkeit überströmt, bricht endlich die Sorge aus meinem Mund: „Wir hätten Moina nicht zurücklassen dürfen!!“ Ich hatte sie einem alten Bekannten in Obhut gegeben. Und ich hätte daran denken müssen, dass er Moina vermutlich nur nachlässig beaufsichtigt. Eine kleine Ablenkung, und er würde sie eine Weile vergessen. Ich bin vor Sorge völlig aufgelöst und will etwas unternehmen, um Moina sofort zu uns zu holen. Doch Mike fordert mich genervt auf: „Nee, hör doch auf!!!“ Es sei schon alles in Ordnung.

Ich bin mir nicht sicher. Und mit gesenktem Kopf spüre ich nach innen… versuche mich der Situation anzunähern, in der sich Moina befindet…

Der alte Bekannte war mit Moina in einen großen Elektronikfachmarkt gegangen. Und während er sich umsah und interessiert das Angebot betrachtete, war Moina weggelaufen, ohne dass er es bemerkt hätte. So ist sie lange fort, ehe er etwas unternimmt. Inzwischen wurde eine große Suchaktion gestartet, die immer weiter ausgedehnt werden musste. Es gibt keine konkrete Spur von Moina. Zuletzt wurde sie in der Schweiz gesehen. Aber aktuelle Ermittlungen ergaben, dass sie ihren Weg längst fortsetzte. Es gibt erste Hinweise darauf, dass sie ich zur Zeit in B/Regens aufhält. Dort wurde ein Begeher – so die korrekte Berufsbezeichnung – eingesetzt, um die Vermisste konkret aufzuspüren. Ich sehe den Begeher vor meinem inneren Auge auf einem rund gepflasterten Marktplatz suchen.

Währenddessen stehe ich vor einem aus-alter-Zeit-Schrank und greife eine kleine Fußballspielerfigur, die in Augenhöhe in einem offenen Fach steht. Dabei überlege ich ernsthaft, mit dem Begeher Kontakt aufzunehmen – eventuell mit dem Handy – um so unmittelbar an der Suche teilhaben zu können. Wenn ich mir nun aber vorstelle, dass ich dann lange Zeit immer wieder miterleben muss, dass sie nicht gefunden wird, dann wäre es unerträglich! Wahrscheinlich würde ich wahnsinnig werden!! Angst und Verzweiflung schwellen an…

und ich wache auf.

Notizen:
B/Regens lässt an Bregenz denken, aber im Traum wurde der Ort mit einem s am Ende geschrieben. Es könnte genauso gut sein, dass er Regens hieß, aber einen solchen Ortsnamen gibt es nicht.

Ähnlich wie der Traum mit der goldgelben Innenhöhle, scheint auch dieser Traum einen Bereich zu erhellen, der tief im Dunkeln liegt. Es ist nicht mit Worten zu beschreiben, wie ich das Erinnern dieser Träume erlebe. Träume dieser Art empfinde ich als besonderes Geschenk.

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