Home » Traumtagebuch » Im düsteren Haus der Hornisse

Im düsteren Haus der Hornisse

Traum
Frühe Morgenstunden, Feuchte, Zwielicht. Drei unbenennbare Vertraute und ich gehen den alten Trampelpfad. Überqueren ein Stückchen Wiese und gelangen zum alten Haus aus der Kindheit. Es liegt seit Jahrzehnten verlassen… Hohe Bäume legen Düsternis über das zerfallende Gebäude, Moos quillt aus den Ritzen des brüchigen Mauerwerks.

Wir treten ein… in schweigende Räume. Eine friedliche Stille erfüllt das Haus. Einzig der Staub, der nur vom eindringendem Licht Konturen bekommt, scheint mit dem Wissen der Vergangenheit gefüllt. Darin kein Hauch von Feuchtigkeit. Die nötigen Impulse fehlen, um innewohnende Erinnerungen zu neuem Leben zu erwecken. (Und vielleicht ist das gut so…).
Das Morgenlicht gelangt nur spärlich in die kleine Diele. Alles Holz ist weich und mürbe. Tief und teils spaltenweit gefurcht. Eine Hornisse sirrt auf. Unsere Schritte haben sie geweckt. Sie ist nah, aber nicht zu nah. Ihr aufgeschreckter Flug löst eine gewisse Beunruhigung in mir aus.

Wir treten über eine zermürbte Schwelle, die tiefen Furchen voller staubigem Holzmehl, und gelangen in die Küche. Die Hornisse, in ihrer Ruhe gestört, schwirrt umher, zieht unberechenbare zackige Kreise. Wir sind nicht überrascht, der Hornisse zu begegnen, denn davon erzählen sich die Alten und sagten es auch uns, als sie von unserem Plan erfuhren.
Die Küche scheint das Zentrum der Hornisse zu sein. Ihr wilder Flug verwehrt den weiteren Zugang. Die Vertraute an meiner Seite flüstert: „Komm, lass uns gehen!“

Das alte Haus liegt einige Meter hinter uns, als wir die zerfallene Mauer erreichen, die das Grundstück säumt. Es sind kleine Vorsprünge im bröckelnden Mauerwerk und dem umgebenden Erdreich. Die Steilwand lässt sich somit wie eine Treppe hinunter springen – wenn wir entschlossen und furchtlos genug sind. Ich habe den Bogen raus, aber dann fällt mir Moina ein, die hinter mir läuft. Kann auch sie es schaffen? Ich schaue mich um und hinauf zu ihr. Sie ist nackt und von der kühlen Morgenluft ganz klamm. Sie zögert; ich muss ihr helfen. Eine hilfreiche Person kommt zur Hilfe, nimmt Moina und reicht sie mir. Unser Abstand ist jedoch zu groß, ich recke mich und die hilfreiche Person lässt Moina in meine Arme fallen. Ich habe nur einen unsicheren Stand. Moina droht in eine tiefe Spalte zu fallen, die mitten im Mauerwerk aufklafft. So tief, dass wir sie nicht mehr erreichen könnten! Sie ist bereits halb hineingeglitten, als es mir unter großer Anstrengung und höchster Konzentration gelingt, Moina zu fangen, ohne dabei selbst in die Tiefe zu stürzen. Puuuuuh!!!

Tags: