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Meer

Traum:
Ein Strand in sonnenfinsterem Schemenlicht. Bis zum Hals „stehe“ ich im Wasser. Mein Blick reicht gerade so eben über die Wasseroberfläche. Ganz nah bei mir ein Paar. Besorgt sagt er zu ihr: „Geh nicht soweit hinaus!“ Ihr ist es anzumerken, dass sie mit diesem Element noch nicht so vertraut ist. Sie probiert, wie man sich bewegen sollte, wirkt konzentriert und auch noch etwas unsicher. Er jedoch ist ein versierter Meer-Mann – er hat das Meer auf unzähligen Wegen erfahren! Die Frau sagt, sie wolle dennoch ihre eigenen Erfahrungen machen!

Nun erst wird mir meine eigene Lage bewusst. Ich habe den Boden unter den Füßen verloren. Das Nordseewasser wogt und wellt weit über meinen Kopf hinauf. Umgibt mich, so dass ich nur in schwappenden Abständen einen Überblick bekomme. Und ich erinnere mich jetzt an eine lang zurückliegende Erfahrung. Damals hatte ich während starker Wellen zu viel Wasser geschluckt. Meine hastigen, wild mit den Armen rudernden Bewegungen hatten noch ihren Teil dazu beigetragen, dass ich immer wieder in die Tiefe gezogen wurde.

Ich spüre: ich bin viel zu verkrampft! Gerade jetzt, wo die Wellen wilder werden! Wie leicht könnte es mir nochmals geschehen?! Ich fordere mich zum Innehalten und Entspannen auf. Sage mir dann, dass ich eine Haltung des Vertrauens einnehmen und mich vom Wasser tragen lassen sollte. Es gelingt auf Anhieb. Und wie ich so mit den Wassern woge und wiege, steige ich immer höher, bekomme einen Überblick, und es gelingt mir, mich in eine selbst bestimmte Richtung zu bewegen. Als ich mich um 90° nach links drehe, sehe ich eine breite Treppe aus Holzbrettern, die aus dem Wasser in Richtung Himmel steigt. Dorthin lasse ich mich treiben, um bald darauf die Stufen zu erklimmen, während das Meer mich weiterhin umgibt. Als ich von dort noch einmal auf das Wasser schaue, stelle ich zu meiner großen Überraschung fest: Dies ist der Strand!! (Das Paar ist fort.) Eigentlich wäre hier Sand, und das Wasser würde sich in seinem eigenen rauschenden Rhythmus zum Strand hin- und bald wieder zum Meer zurückgeben. Wieder und wieder… Jedoch… dieser Strand scheint bereits vor uralten Zeiten dem Meer zurückgegeben… In mir sind stille Dankbarkeit, ein unbegreiflich süßer Schmerz und… Allein sein…

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