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Schmerzpunkte

Während ich im Dämmerzustand die zurückliegenden Träume rekapituliere, schlafe ich ein.

Traum:
In einem Kinderzimmer, das wie in der Vergangenheit liegend anmutet, sitze ich auf einem runden Hocker mit drei Beinen. Schorli tritt von hinten heran um mit einer Rückenmassage zu beginnen. Vorsichtig, ohne einen leisesten Druck, legt er die Daumenkuppen auf – etwa im Bereich der Nieren. Allein dieser Hauch von Berührung löst einen extremen Schmerz in den Bereichen aus. Noch während mir bewusst wird, das hiermit nur die Oberfläche eines tiefer liegenden Schmerzes berührt wird, verliere ich nahezu das Bewusstsein. Gleichzeitig werde ich – ohne mein Dazutun – vom Hocker fort nach vorne getrieben und zu Boden geschoben, wo ich auf einer alten Matratze lande. Schorli flucht leise: „Mist!!!“ Der verhaltene Ausruf entspringt der Erkenntnis, dass der Heilungsprozess mehr Aufmerksamkeit und Zeit brauchen wird, als wir vermutet hatten. Wir hatten auch nicht erwartet, dass es so schmerzhaft werden würde.
Während ich schlagartig wachwerde, kommt die Überlegeung, dass der Schmerz gar nicht so unerträglich war. Was war es, das mich dennoch dieser Berührung entzog?

Notiz:
Eine mögliche Antwort: Dieser heftige, beidseitige Schmerz kam unerwartet. Wie schrieb Angelus Silesius: „Vorbereitung macht weniger empfindligkeit.“
Mir sagt das in diesem Fall: Wenn ich auf den Schmerz vorbereitet bin, kann ich eine entsprechende Haltung der Akzeptanz und Hingabe einnehmen, die mir dann die Stärke verleiht, im Schmerz zu bleiben.

Gerade erinnere ich mich daran, dass mir diese Worte von Silesius bereits anlässlich eines anderen Traumes im Zusammenhang mit dem Rücken einfielen: Die römischen Kalenderblätter

Nach diesem Traum blieben von den bereits rekapitulierten Träumen nur noch Bruchteile in Erinnerung.

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