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Evakuierung

Traum:
Wir machen eine lange Busfahrt. Diese Busreise ist dem Gefühl nach „ein Geschenk des Himmels“. Mir kommt es so vor, als diene diese Reise der Evakuierung einiger Menschen. Eine gewisse Traurigkeit und Ungewissheit über die Zukunft ist im Businnern spürbar. Im Moment halten wir am Rande eines Marktplatzes. Die Türen im mittleren Einstiegsbereich sind geöffnet. Ein Teil meiner Habseligkeiten liegt noch auf den Stufen, da ich noch nicht dazu, alles hereinzuholen. Nach dem Einsteigen hatte ich nämlich nur eilig meine Tasche und Jacke abgeworfen, um mich um einige Mitreisende zu kümmern, die Hilfe brauchten.
Nun reiche ich einer Mutter ihr Baby. Die Mutter, ich sehe sie nur schemenhaft, schaut aus dem Fenster… so gedankenverloren und weit fort ihr Blick… Mit einem Lächeln halte ich ihr das Baby hin, ihre Reaktion scheint verzögert. Dann nimmt sie ihr Kind. Und bei aller Traurigkeit ist in ihrem Gesicht die Liebe für ihr Baby abzulesen. Und auch die Freude darüber, es wieder an sich nehmen zu können.

Währenddessen registriere ich, dass die Türen geschlossen werden. Gleich fahren wir weiter. Oje, da sehe ich (durch die gleichzeitig noch offenen Türen), dass ein Stapel meiner Kinderbücher und eine türkisfarbene Baumwolljacke auf den Stufen außerhalb des Busses liegen. Vor allem das Bilderbuch mit dem Titel „Jetzt wird’s Zeit!“ (Ein Schau-hinter-die-Klappe-Buch) erkenne ich wieder. Sobald der Bus mehr Fahrt gewinnt, werden meine Bücher verloren gehen!
Der Bus fährt los, ich kann jetzt nicht aussteigen, ohne mich in Gefahr zu bringen. „Helft mir!! So helft mir doch. Reicht mir die Bücher, ehe sie verloren sind!!“, rufe ich verzweifelt den Passanten zu, die noch an der Haltestelle stehen. Zuerst schauen sie mich verständnislos an. Doch als ich beginne, den Verlust zu akzeptieren, kommt doch noch Bewegung in die Menschen und so kann ich mit ihrer Hilfe einen Teil der Bücher retten!

Ich schaue nochmals zur Mutter mit ihrem Baby. Sie sitzen dort gut aufgehoben. Eine Frau sitzt neben ihnen – freundlich und still. Jetzt kann ich entspannen, denn Mutter und Kind sind für eine Weile gut aufgehoben und ich kann mich in Ruhe um andere(s) kümmern.

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