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Albatros

Traum vom 1. August 2009

Ich habe bereits draußen auf der Gartenterrasse unter dem Sonnendach Platz genommen, während Mike mit einigen Männern – diese stehen in irgendeinem engeren Kontakt zu den Lokalinhabern – im Bereich des Außen-Ausschankes steht und sich unterhält. Ansonsten ist hier noch nichts los. Die anderen der clusterförmig angeordneten Gartentische sind noch nicht besetzt. Unsere Getränke wurden bereits serviert. Ich bekomme Lust auf die Holunder-Biolimonade, greife ohne hinzuschauen die Flasche und nehme einen Schluck… Waaah!! Da habe ich Mikes Bier erwischt! Schlimm genug, Bier aus einer PET-Flasche zu trinken, dazu ist es auch noch lauwarm. Ungenießbar.

Ich schaue mich um. An dem angrenzenden Gebäude oder einer Holzwand hinter meinem Rücken ist eine orangerot-gelbe Leuchtreklame angebracht. Diese ist, zu dieser Tageszeit – kurz vor dem Brunch – nicht eingeschaltet. Das Schild zeigt einen Albatros, weist auf die Öffnungszeiten und die Gartenterrasse hin und ähnliches. Unter dem Schriftzug ‘Albatros’ ein Hinweis: Besuchen Sie bitte auch mein Angebot links vom Gitter! Und: Eröffnet Mai 08 ???

Letzteres amüsiert mich wegen der drei Fragezeichen. Es ist schon ungewöhnlich, eine so ungewisse Sache auf etwas so Dauerhaftes wie ein großes Reklameschild zu platzieren. Da war sich die Inhaberin – eine blonde Mallorca-Mieze – wohl nicht ganz sicher. Ich meine, für den Gast ist es ja nicht unbedingt von Bedeutung, wann genau sie das Lokal eröffnet oder übernommen hat. Mir gefällt aber, dass sie es trotzdem öffentlich macht. Es vermittelt so etwas wie Offenheit und Ehrlichkeit. Da ich bereits durch die offene Tür in den Raum links des Gitters hineinsehen konnte und der kleine Einblick mein Interesse weckte, trete ich ein… Ein schlauchschmaler Raum mit langen Tischen vor den Wänden. Keine Beleuchtung; die Tische mit einfachen Tüchern bedeckt und mit einer lückenhaften Auslage bestückt. Tupper-Kram. Es wirkt alles ein bisschen trostlos, grau und banal. Nichts da, was mich zur näheren Betrachtung verlockte. Inzwischen ist Mike hinzugekommen. Ich zögere noch, den hinter diesem Raum liegenden nächsten Raum zu betreten. In der Türöffnung hängt ein schleierhafter Vorhang und ich überlege, dahinter könnten sich die Privaträume befinden. Doch Mike meint: „Na klar, da darf man rein. Sonst wäre es doch nicht offen!“ Zögernd, mit leisen Schritten trete ich ein. Dieser Raum gleicht vom Grundriss her dem vorherigen. Ganz still ist es… Die Geräusche von der Gartenterrasse dringen nicht bis hierher, auch vom sonnigen Tageslicht gelangt nichts mehr an diesen Ort. Ein Privatraum? Ein Wohnzimmer? Auf einem Tisch nehme ich einen Aschenbecher wahr – einen solchen, der auf Druck eine Scheibe zum Drehen bringt und diese nach unten bewegt, so dass Asche oder Kippen darunter fallen kann; der Ascher meines Großvaters. Das sieht nicht nach einem Verkaufsraum aus. Besser, wir verschwinden schnell. Da bemerke ich aber schon, durch eine zweite Tür kommend, eine lautlose Bewegung. Die Mallorca-Mieze? Ich schlüpfe rasch und geschmeidig durch den Schleier zurück in den Tupper-Raum. Hier fühle ich mich schon ein wenig sicherer, vor einer unangenehmen Zurechtweisung geschützt. Lieber zurück auf die sicherer Seite; nämlich raus in den Biergarten!

Traumpfade: Morgen treffen sich einige Yasni User zum Brunch im Cafe Albatros. Ich kannte diese Location noch nicht, bin deshalb heute mal hingeradelt, um den realen Ort mit dem Traumort zu vergleichen.

Gestern Abend überlegt, ob meine Erinnerung richtig ist, dass die Hormonbehandlung – genauer die Gabe der Depotspritzen – im Zuge der Krebsnachsorge im Mai 2008 begonnen hat. Auf alle Fälle war ich im Mai letzten Jahres mit der Strahlentherapie frisch durch und seitdem bin ich dabei, meine Kraft zurückzuerlangen. Was mir, wie ich finde, bisher recht gut gelungen ist.

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