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Dunkler Punkt: Mackie Messer

Traum:
Am Stadtrand von Borgfeld. Gewerbegebiet am frühen Morgen, noch bevor die Aktivitäten auch hier einsetzen. Ich bemerke zwei Touristinnen, die sich hierher verirrten. Gerade beratschlagen sie, in welche Richtung es weitergehen soll. So fragen sie mich, wo wir hier sind. Ich nehme mein Handy, das für mich unerwartet über eine Navigationsfunktion verfügt. Ich versuche, unseren Standpunkt zentral auf dem Display zu positionieren, ohne erst einmal zu wissen, wie das funktioniert. Learning by doing. Offenbar ist es so, dass erkannte, beziehungsweise erkannte Gebiete plastisch hervorgehoben werden, was der Orientierung dient. Anfangs denke ich, dass ich mangels Überblick und Orientierung zu keinem Ergebnis gelangen und den Frauen nicht weiterhelfen kann. Doch ich habe Glück und endlich erkenne ich auch das Borgfelder Gewerbegebiet auf der Karte wieder, scrolle weiter zur rechten Seite, wobei sich der plastisch hervorgehobene Bereich nach links im Display verliert. Hey, wie klasse: als winzig schwarzer Punkt werden jetzt auch die beiden Frauen auf der interaktiven Karte angezeigt! Dadurch wird die Standortbestimmung sehr erleichtert. Ich setze den Punkt zentral, treffe mit einem Tastenklick darauf die Auswahl und…
ZOOOOOOOM!!
Blitzartig vergrößert sich der schwarze Punkt zu realer Szenerie. Die beiden Frauen stehen vor mir. Noch während ich in diese Szenerie rase – während es mich hineinzieht! – erkenne ich, dass ich einen verhängnisvollen Fehler machte! Da anfangs nur ein Punkt sichtbar war, erkannte ich nicht, dass sich noch andere Personen an diesem Ort aufhalten. Nämlich drei Männer, und einen davon kenne ich (und hab ihn lang nicht mehr gesehen):
Mackie Messer!
Schemenhaftes Schwarz zeichnet ihn scherenschnittartig im üblichen Trenchcoat und Hut nach. Die Auswahl mit dem Tastenklick auf den schwarzen Fleck glich einer körperlichen Berührung, die zufällig ihn traf. Mackie Messer dreht sich um und erkennt mich sofort! Umgehend richtet sich seine gezückte Waffe auf mich. Mit durchdringender kehliger Stimme, monoton und ein wenig an Darth Vader erinnernd, stellt er fest: „Du bist Mutter.“ Stürmt, mit der Knarre voran, direkt auf mich zu und… durchdringt mich, einer Wolke gleich und… ist verschwunden.

Notiz:
Nach dem Traum von gestern überlegte ich, ob mit Spiegelerfahrungen womöglich die häufig beschriebene Identifikation eines Opfers mit „seinem“ Aggressor gemeint ist. Der aktuelle Traum scheint Bezug auf diese Frage zu nehmen.

Verknüpfungen:
Vor gut fünf Jahren gab es die erste Begegnung mit Mackie Messer im Vorgeburtstagstraum
Noch eine dunkle Gestalt: Koindexierung durch Darth Vader

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