Home » Traumtagebuch » Insektenschlüssel

Insektenschlüssel

Traum:
Ländliche Umgebung. Ein weites Stück Grünland hinter einem Haus. Inzwischen habe ich mich viele Schritte vom unruhigen Bereich entfernt und finde langsam wieder zu mir. Es ist auch gut, endlich Zeit für eine notwendige Erledigung zu finden. Eine farblos wirkende Frau folgt nur wenige Meter hinter mir. Gut.

Wir erreichen den Holzschuppen. Während ich den Schlüssel zum Schlüsselloch bringe, fällt der Blick auf das Insekt, das ganz selbstverständlich auf dem Schlüssel sitzt. „Ohrenkneifer“ liegt im Sinn. Seine Präsenz ist eine ganz natürliche Gegebenheit, so als sei das üblich. Das Tier ist vier Zentimeter lang. Sein Körper und seine Flügel so weich wie die eines Vogels. Dunkelgrau sein kurzes Fell. Ich mag dieses Tier.

Nur jetzt… ergreift mich in dieser Hinsicht ein leises Schaudern. Denn ich muss etwas tun, was ich nicht gerne mache. Es ist, wie es ist; und es gehört dazu. Offenbar machte ich das nun Kommende schon öfter. Allerdings ohne mich daran erinnern zu können.

Ich schiebe den Schlüssel in das Schloss. Mitsamt dem Insekt. Es ist klar: das wird eng! Das Insekt könnte bei diesem Vorgang zerdrückt werden! Von Widerwärtigkeit durchdrungen, schüttelt es mich, während ich langsam, hinspürend und ganz sachte den Schlüssel drehe. Das Tier dreht sich mit; um seine eigene Achse. Die Drehbewegung ist beendet und ich halte inne… schaue… Ja, das Tier ist unversehrt – es lebt! Erleichterung und Ekel zugleich, denn nun sitzt es im Schloss. Und ich muss den Schlüssel abziehen… Langsam, ganz langsam tue ich dies. Denn ich sehe ja, dass ich den Schlüssel durch den After in das Körperinnere des Insektes geschoben hatte. Wodurch sich das Tier samt Schlüssel drehte! Ganz vorsichtig ziehe ich den Schlüssel aus dem Körper. Und wieder Erleichterung: auch hier gab es keine Verletzungen!

Ich überlege, am Schlüssel zu riechen… um zu überprüfen ob unsichtbare Spuren von Kot daran haften blieben. Ich bringe es nicht über mich. Ich werde den Schlüssel voller Sorgfalt und Wachsamkeit handhaben, um eine mögliche Keimübertragung auszuschließen.

Tags: