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Unbewusste Suche

Traum:
[…] und komme an einem baumreichen Gelände unbestimmten Ausmaßes an. Es liegt außerhalb der vertrauten Umgebung, ist unbekannt. An seinem nördlichen Rand befindet sich eine langgestreckte Ablagefläche, auf der Info-Material zur freien Verfügung ausgelegt ist. Es ist nur noch wenig da, denn die Aktion hat bereits begonnen. Ich bin etwas spät dran, da ich davon nichts geahnt hatte, aber es spricht mich an. Ich greife einen Faltprospekt. Auf einem Hintergrund in warmen Brauntönen werden die wesentlichsten Eigenarten des Geländes beschrieben – Größe, Lage, Vegetation, Tierwelt und ähnliches.

Ich werde erst wieder bewusst, als das eindringliche Gefühl kommt, auf der falschen Fährte zu sein. Es gibt keinen einzigen vorgegebenen Weg in diesem Gebiet. Der Erdboden zeigt sich von natürlich gewachsener Seite; mit Mulden und Dellen, grasbewachsenen Flecken, knorrigen Baumwurzeln und Sträuchern. Es ist ein uriges Gelände.

Hier, wo ich jetzt bin…
Inzwischen verlieren sich die Stimmen der anderen Expeditionsteilnehmer. Es ist still geworden. Ich spüre nach… zu weit südöstlich geraten, und wenn ich diesen Weg weiter verfolge, dann bin ich bald wieder draußen. Also umkehren! Ich weiß, dass in Abständen Kieselsteinchen, harte Brotkrumen oder Trockenerbsen als Markierung im Gelände zu finden sind, die der Orientierung dienen. Ich war auch an drei dieser Punkte vorbeigekommen und hatte jeweils ein Stückchen davon aufgenommen. Nur… wo war das?? Mir wird klar, dass ich mich völlig unbewusst auf den Weg gemacht hatte. Ich kann mich noch nicht einmal erinnern, dass ich mich bewusst dafür entschieden hätte, mich auf die Suche zu machen! Das alles heißt aber auch: ich kann gar nicht genau zurückverfolgen, wie ich hierher gekommen bin. Nun finde ich mich hier wieder, aber habe die Orientierung verloren. Der vermutlich richtige Weg geht weiter Richtung Süd. Ich muss zur Hauptlinie zurück, zu dem Markierungspunkt, an dem ich falsch abbog. Im Brustraum dehnt sich tonlose Traurigkeit aus. Warum hatte ich mich verlassen? Warum war ich nicht bei mir geblieben? Warum verliere ich immer wieder das Bewusstsein?
– innerer Schmerz –

Rand-Vermerk:

Wenn da nicht “Hänsel und Gretel” anklingt, dann fress ich den Hexenbesen.

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