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Bei Dunkelheit: Einfahrt verboten!

Traum:
Zum Tagesausklang mit einigen vertrauten Personen im Kleingartengebiet am Rande einer Stadt. Die abendliche Stunde bringt Dämmerung. Naturgemäß neigt sich da auch der Besuch der Kleingärten wieder dem Ende zu.

Etwas verstreut, jeder für sich, gehen alle in Richtung Ausgang. Erst im letzten Augenblick bemerke ich einen der Männer am Wegesrand. Er steht in einer kleinen Nische – zwischen einem Pfeiler und einer Hecke – um ungestört seine Blase zu erleichtern. Ich ignoriere ihn höflich und gehe gemächlich weiter. Nanu, nur wenige Schritte weiter steht wieder ein Mann in einer Nische und pinkelt. Das ist nun so verblüffend, dass es mir schwer fällt, auch ihn unbeachtet links liegen zu lassen. Dennoch komme ich an ihm vorbei, ohne ein Wort zu verlieren.

Aus einem Nebenweg kommt der Wächter der Kleingärten. Er hat hier seine kleine Hütte, er bleibt über Nacht und wacht über die Gärten. Zugleich ist er der Hüter der Ofenwärme. Er achtet darauf, dass das wärmende Feuer nie erlischt.

Im Augenblick ist er, wie jeden Abend kurz vor dem Dunkelwerden, damit beschäftigt, alle Gatter, Pforten und Tore zu schließen. Mit Einbruch der Dunkelheit wird hier immer geschlossen – dafür ist er verantwortlich. Als er mich bemerkt, sagt er, ich könne ihm helfen und das Verbotsschild – es ist ein Straßenverkehrsschild – an seinen Platz stellen. Aber ja, das mache ich gerne! Er reicht es mir und ich sehe das rotumrandete weiße Rund: „Einfahrt verboten“ Ich suche nach einem Anhaltspunkt, der erkennen lässt, wo das Schild seinen Platz finden soll. Ah ja, da ist eine Öffnung am Wegesrand, wo das Schild wohl hineingesteckt werden soll. Die Öffnung ist mit tennisplatzroter Masse gefüllt und soll dem Schild Halt geben. Es schaut aber noch sehr weich aus! Sollte die Masse nicht eigentlich gerade jene Festigkeit erlangt haben, die zwar gewährleistet, dass Überflüssiges noch herausgedrückt wird, aber gleichzeitig das Schild auch standhaft bleibt? Ist es dafür nicht zu flüssig? Nun ja, der Wächter wird es besser wissen, also stelle ich das Schild auf. Und tatsächlich, die Masse hält es trotz der Weichheit. Aber… steht das Schild am richtigen Platz? Ich überlege… Das kann gar nicht sein! Denn diese Stelle befindet sich noch innerhalb der Kleingärten. Es gehört aber nach draußen, außerhalb der Hauswand, damit es jeder sehen kann. Der alte Wächter steht hinter mir, schaut in aller Ruhe zu. Er weiß, dass manche Dinge einfach ihre Zeit brauchen, bis sie ihren Platz finden können. Ich bemerke all dies… und den Frieden, der mit der Dämmerung einkehrt.

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