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Geschlossen und nicht abgeschlossen

Traum:
Bei Rieke zu Besuch. Erste Etage. Inzwischen fühle ich mich in ihren weiten und stilvollen Räumen heimisch. Derzeit ist die Galerie noch geöffnet und Besucher gehen ein und aus. Vielleicht findet heute eine Vernissage statt. Mir geht es gut, und das leicht flirrende Gefühl, das durch das Kommen und Gehen entsteht, ist in diesem Moment belebend.

Ich soll etwas für Rieke aus dem Erdgeschoss holen und bin auf dem Weg zum Fahrstuhl. Ein älteres Ehepaar kommt mir entgegen. Der Mann geht gebeugt, im Arm seiner Frau eingehängt. Seine Augen leuchten lebendig wie die eines Kindes. Als er meine nackten Waden und Füße sieht, schüttelt er den Kopf darüber, wie ich hier nur nackt herumlaufen kann!! (Barfuss laufen ist mit Halbnacktheit gleichzusetzen). Der alte Mann erinnert mich an Waldorf (dem zynischen Opa von den Muppets). Mit vor Vergnügen leisem Lachen, den Kopf in den Nacken werfend, verschwinde ich schnell im Fahrstuhl. Während ich in der Stille hinabfahre, wundere ich mich ein wenig über das Versäumnis meine Füße zu bekleiden.

Als ich später mit den von Rieke gewünschten Dingen auf den Fahrstuhl zugehe, kommt mir just in diesem Moment wieder das alte Paar entgegen. Wie witzig, nun muss sich der Alte noch einmal über mich aufregen. Und ja, er schüttelt mit dem Kopf: „Sie ist ja noch immer nackt!!“ Es ist herrlich, so spüre ich… Die Sommerwärme und dazu der kühle Boden unter meinen Füßen – es ist so erfrischend! Sobald es kälter wird, werde ich Schuhe und Socken anziehen.

Wieder in der ersten Etage, bei Rieke in ihren Privaträumen. Die Öffnungszeit liegt hinter uns. Wir sitzen im hellen, eher kühlen Essraum am runden Tisch. Während wir essen, hören wir manchmal Leute im Erdgeschoss kommen und umhergehen. Rieke runzelt die Stirn, vielleicht etwas herablassend: „Warum kommen die Leute einfach so rein? Die Galerie ist doch geschlossen!?!“

Aber ja, die Öffnungszeiten sind vorüber, aber Rieke schloss die Türen nicht, so dass noch jeder Zugang hat! Rieke sieht auch gar nicht ein, die Türen unbedingt abschließen zu müssen.
„Außerhalb der Öffnungszeit ist eben geschlossen, auch wenn nicht abgeschlossen ist – das müssen die Leute doch von allein bemerken?!!“

„Ja, sie könnten es bemerken… aber da sie nicht darauf achten, bemerken sie es eben trotzdem nicht“, gebe ich zu bedenken.

So, als sei mein Denken abwegig, schüttelt Rieke unwillig den Kopf, um meine Worte abzuwehren. Sie will es nicht hören. Ich atme einmal tief ein und aus… Es ist wie es ist.

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