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Die Efeu-Kirche

Traum:
Nach langer Zeit bin ich mal wieder mit einem Auto unterwegs. Es ist wirklich schon lange her!! Die Straße führt über weites Grünland mit sanften Hügeln. Der Himmel grau und tief. Trotz allem bewirkt er ein sonderbares Gefühl der Leichtigkeit… es ist die Sonne, sie lichtet die Trübe von hinten in einen etwas unangenehmen Schwebezustand. Einem Gefühl, weder hier noch dort zu sein. Die Luft ist wie von Tautropfen durchsetzt. Und ich meine, die Windschutzscheibe ist voller rinnender Tröpfchen, die die Sicht verklären – wobei ich mit dieser Wahrnehmung nicht sicher bin. Es ist unangenehm! In mir ein Gefühl der Unentschlossenheit. Vielleicht durch das Gefühl ausgelöst, nicht genügend Bodenhaftung zu haben.

Ich habe nämlich den Eindruck, die Reifen haften nicht gut auf der Straße, und zudem habe ich das Lenkrad nicht gut unter Kontrolle. Da ist auch eine starke Müdigkeit, die mich unkonzentriert sein lässt, so dass ich während der Fahrt immer wieder wegdöse. Ich kämpfe dagegen an, versuche bewusst zu bleiben, aber immer wieder… Da ist dieser dunkle Vorhang vor der Windschutzscheibe. Zwar zu beiden Seiten geöffnet, aber je mehr ich wegdöse, um so weiter rutschen die Vorhänge wieder zu. Ah, es ist so mühsam. Die Vorhänge immer wieder beiseite streifen. Und es mag an meiner inzwischen mangelnden Fahrpraxis liegen, dass ich die Spur nicht halten kann! Immer wieder gleitet der Wagen auf die rechte linke Spur. Und bei jedem Wegdösen laufe ich Gefahr, in die Böschung zu fahren.

Ich gelange in eine kleinere Nebenstraße – ähnlich wie im Bayerischen Wald oder auf Elba. Es stehen hier Strommasten, an denen üppig Efeu empor rankt! Sie ranken sogar an den Leitungen entlang… Sonderbar… ich spüre mich wach und konzentrierter werden. Klarer, wacher, zielgerichteter.

Und wieder die Hauptstraße… wieder mein Unvermögen, die Spur zu halten, Bodenhaftung zu finden, klar zu bleiben. Der Vorhang… die Tropfen in der Luft, auf der Scheibe? Und so müde…

'Efeu-Kirche' von TraumzeitAls ich in eine weitere kleine Nebenstraße – auch diese ist wieder einsam gelegen – abbiege, gewinne ich an Klarheit, Gradlinigkeit und Konzentration. Auch hier sehe ich wieder den Efeu ranken. Und ich verlangsame meine eh schon gemächliche Fahrt. Auf einem kleinen Wiesenstück steht eine kleine Kirche, völlig von Efeu umwachsen, nur die Fenster sind frei. Vom Dach des Hauses führt ein Leitung zu einem Mast und zu einem nächsten und nächsten. Die Efeuranken winden sich dort entlang, haben auch hier ein grünes Polster um alles gelegt.

Der Ort wirkt verwunschen… ich spüre den Durst… auszusteigen und zur Kirche gehen. Vielleicht sogar in das kleinen Kirchenhäuschen hineingehen! Es scheint eine Ruine zu sein, eine stillgelegte Kirche. Und dort: eine Mutter mit einem Kind an der Hand. Sie schauen, wie ich, zu dem rankenden Efeu empor. Die Mutter erklärt dem Kind die Bedeutung des Efeus. Es scheint eine bedeutungsvolle Erklärung dafür zu geben, die ich nicht kenne, und in diesem Augenblick auch nicht verstehe. Ein wundersamer Ort.

Langsam fahre ich vorbei, und gelange wieder auf die Hauptstraße. Wieder kämpfe ich gegen den Schlaf, habe das Gefühl, die klare Aussicht und Bodenhaftung zu verlieren. Leise Verzweiflung steigt auf.

Rand-Notiz:
'Efeu-Kirche Traum-Horoskop' von TraumzeitTraum-Horoskop

Dieser Traum erinnert sehr an das Kirchlein im Walde
Efeu auch am Hörenberg

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