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Melissenlicht und Katzenbuch

Untertitel: Geschenk für den Wilden Kaiser

Traum:
Worpswede – städtischer und offener als gewöhnlich. In einem fidelen Lädchen, wo es allerhand Kleinkram zu kaufen gibt. Viele Fenster – unterbrochen von Pfeilern aus dunklem Holz – gewähren großzügigen Ausblick.

Ich bin allein im Laden, gehe zwischen den ausgestellten Dingen umher und suche etwas. Es soll eine Kleinigkeit für den wilden Kaiser sein. Ah, da habe ich schon etwas entdeckt: ein grünes Teelicht in größerem Format! Es ist ersichtlich, dass die Auswahl an Teelichtern während der Weihnachtszeit größer war – die Lücken lassen es erahnen. Ich weiß, dass hier vor wenigen Wochen noch andere große Teelichter mit Melisseduft angeboten wurden. Ihre ebenfalls grüne Farbe war zwar verblasst und irgendwie nüchtern. Auch das Gold der Dekorsternchen war nur mehr ein matter Hauch. Aber gerade das… dieses Nüchterne und Gedämpfte, in Verbindung mit dem Melisseduft fand oder fände mein Gefallen. Ich überlege, ob es dem wilde Kaiser auch mehr zusagen würde, als dieser tannengrüne Duft. Aber ich bin unschlüssig – zumal diese Melisselichter im Moment nicht zu haben sind. Was tun?

Mit einem Male besteht eine telefonische Verbindung zum wilden Kaiser. Ich erzähle, dass ich gerade ein Geschenk für ihn aussuche. Und dass es diese grünen Teelichter gibt, aber nur noch die kleinen. Und dass ich wegen der großformatigen Melisse-Teelichter überlege. Naja, füge ich an, für die großen Teelichter müsste ich 6,55 Euro berappen, während die kleinen nur 4,95 Euro kosten. Es kommt eine verständnisvolle Antwort vom wilden Kaiser (die ich leider nicht mehr erinnern kann). Mit etwas unangenehmem Gefühl wird mir bewusst, dass ich die Preise verraten habe. Spöttisch – und mehr zu mir selbst – sage ich: „Aber klar, nun sprechen wir doch mal ein klares Wort über den Preis!!“
„Warum nicht?“, antwortet der Kaiser freundlich. Ich fühle mich entspannter, möchte aber wirklich nicht über den Preis sprechen, sondern doch lieber über seine Wünsche. Zudem habe ich gerade ein winziges Büchlein gefunden. Es ist nur wenige Zentimeter hoch und breit. Die Stärke der Buchdeckel zusammen genommen, ergibt fast mehr Volumen als die darin enthaltenen Seiten. Der Schutzumschlag ist an den Kanten eingerissen und leicht gewellt. Die Vorderseite zeigt ein grauweißes Katzenportrait, gerahmt in kräftiges Rosa. Irgendwie meine ich mich zu erinnern, dass mir dieses Büchlein schon seit langer Zeit gehört. Es lag viele Jahre unbemerkt und unentdeckt herum. Nun habe ich es zufällig hier gefunden. Auf der Rückseite steht: (D) 4,95
Also auch 4,95 Euro. Dieses Mal spreche ich den Preis aber nicht laut aus! Das (D) löst allerdings Zweifel aus… Anfangs nahm ich an, es stehe für Deutschland. Aber da ich das Büchlein bereits so lange habe, könnte es auch für DM stehen. Mich stören die Gedanken um dieses Büchlein und um die ungewisse Bedeutung des (D), denn ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht etwas ist, womit ich dem wilden Kaiser eine Freude bereiten könnte. Ja, ich zögere sogar, ihm davon zu erzählen – obwohl es mir derart lebendig auf der Zunge liegt, dass ich es kaum zurückhalten kann. Es ist gar nicht so leicht, ein wirklich schönes Geschenk zu finden.

Rand-Notiz:
Ich bin mir eigentlich sicher: ein solches Katzenbüchlein habe ich nicht. Trotzdem beschleicht mich seit dem Aufwachen das Gefühl, dass dies ein Irrtum ist.

Und dem Wilden Kaiser danke ich für unser nächtliches Gespräch, an dem er in Wirklichkeit völlig unbeteiligt ist. Vielleicht sollte ich das zukünftig in einem solchen Fall ausdrücklich erwähnen? Bisher ging ich davon aus, Personen der Zeitgeschichte – und dazu gehören beispielsweise Blogger wie Wilder Kaiser, Zucker, Twoblog, Testsiegerin, Elsa Fin – dürfte ich beim Namen nennen, ohne dass ich Schwierigkeiten kriege. *smile*

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2 Antworten zu Melissenlicht und Katzenbuch

  1. Ich freue mich, dass du dir im Traum so viel Mühe gibst, meinen Geschmack zu treffen…und eigentlich ist dieser Beitrag selbst schon ein Geschenk, so dass du dir über kleine und große Teelichter nicht mehr den Kopf zerbrechen mußt. In Worpswede war ich zwar noch nie, aber vielleicht fahre ich da mal hin, um Urlaub zu machen. Der Norden hat mich schon immer magisch angezogen. Und meinen Namen darfst du natürlich nennen, aber ich bin bestimmt keine Person der Zeitgeschichte, auch nicht als Pseudonym. Ich wundere mich nur, dass ich so wenig von Bloggern träume…liebe Grüße, WilderKaiser

  2. REPLY:
    So hatte ich das noch gar nicht gesehen, dass ich mir viel Mühe gebe. Mein kritisches Augenmerk war eher darauf gerichtet, auf welch eigenartige Weise ich ein Geschenk besorge. Danke, mit Deinen Worten ist mir nun ein richtiges Tee-Licht aufgegangen! :-)

    Ja, Worpswede ist schön. Aber wenn Du mal dort sein solltest, dann besuche auch gleich das benachbarte Fischerhude – das ist noch schöner, weil idyllischer und noch nicht ganz so (offensichtlich) vom Kommerz geprägt. Finde ich jedenfalls.

    Ich glaube, ich träume aus ähnlichen Gründen von Bloggern, wie auch von anderen Menschen: das geschriebene Wort kann ebenso berühren wie das gesprochene Wort. Es bringt etwas zum Schwingen. Vielleicht etwas, das mir nicht bewusst ist – oder auch nur wichtige Aspekte einer bereits bekannten Sache. Immerhin begegne ich einigen Bloggern – über dem Umweg eines Beitrages – recht häufig. Ein Beitrag bietet ja auch eine Menge Raum für Projektionen. ;-)

    Schön übrigens, dass Du mich einmal besucht hast! Lieben Gruß!