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Mission Gemini

Traum:
Houston/Texas. Ein weiträumiges Wohnzimmer mit großflächigen Teppichen, alt-amerikanischen Bücherregalen und Schränken, und eine sogenannte Wohnlandschaft in Beige (mit leicht schimmernden Ornamenten im gleichen Farbton). Mein Mann und ich hocken geborgen, von den Polstermöbeln umrahmt. Wir haben unser imaginäres Rohr (etwa 25 cm Ø und 2,5 m lang) dabei. Es steht an eines der Sitzmöbel gelehnt. Außerhalb der Wohnlandschaft stehen Verantwortliche der NASA und diskutieren anstehende Weiterentwicklungen. Nebenbei bemerkt… ein grünes Gewächs, vielleicht eine Liane mit knospigen Verdickungen, wächst in die Szenerie.

Es ist gut, dass wir hier von den NASA-Leuten etwas abgeschirmt sind, so ist es unwahrscheinlich, dass wir bei unseren Aktivitäten entdeckt werden. Denn es ist mal wieder soweit. Mit Hilfe meines Mannes, lasse ich mich mittels des Rohrs in das All katapultieren. Sein Nachdruck ist hilfreich, denn allein mangelte es mir wohl an der notwendigen Schubkraft.

Zack!! Reise… – der Aufenthalt in grenzenloser Indifferenz dauert nicht lang. Durch einen organisch anmutenden Schlund – in Graustufen, feucht und in weichen Wellen kontrahierend – kehre ich zur Basisstation zurück.

Das war gut, aber nicht lang und… Ich möchte gleich ein zweites Mal hinauf, aber dieses Mal eine Dimension höher. Eigentlich sollte man zwischen diesen Reisen eine Pause einlegen, um neue Kraft zu sammeln. Aber ich möchte dieses Mal nicht warten! Außerdem spüre ich keinerlei Kräftedefizit.

Diese ganze Angelegenheit ist eine geheime Sache. Und so ist es nur gut, dass die Männer von der NASA unser Tun immer noch nicht bemerkt haben. Während der raschen Vorbereitungen für den nächsten Start, kommt ein Freund meines Mannes hinzu. Und während ich im Lotussitz nach innen spüre und versinke, höre ich das Tuscheln. Der Freund will meine Abwesenheit während der Reise – sie dauert ja nie lang – für eine halbseidene Angelegenheit ausnutzen. Vielleicht wollen sie an der großen Energie während des Starts teilhaben, um einen Teil der Schubkraft in eigene Projekte zu lenken. Kann aber auch sein, dass sie meine Erfahrungen während der Reise als weiterführende Information gebrauchen können. Dafür braucht er das Einverständnis meines Mannes. Er bekommt es. Mehr noch, sie werden gemeinsame Sache machen. Für mich ist das okay. Sie können gerne an meinen Erfahrungen oder an meiner Energie partizipieren.

Die Reise geht erneut los… viel weiter weg… Und bei der Rückkehr lande ich dann auch an einem anderen Ort. Nämlich am Fahrbahnrand einer vielspurigen Fahrbahn, kurz vor einem Straßenkreuz. Ich schaue mich um, und denke: Vereinigte Staaten. Es ist früh am Morgen, noch nichts los auf der Straße. Ich nehme mein langes Fernrohr und schaue hindurch. Oje… Die Neigung stimmt überhaupt nicht! Bei dieser Haltung lande ich beim nächsten Start in den Sträuchern der gegenüberliegenden Straßenseite – bestenfalls ! Könnte auch sein, dass ich in das Haus dort drüben fliege. Mit leichtem Druck aufs Objektiv korrigiere ich die Neigung, schaue währenddessen hindurch… kontrolliere den Winkel, der Blick geht über das Haus hinweg, ein Saum am Horizont, Morgenhimmel mit kleinen weißen Wölkchen und dann… habe ich das Ziel anvisiert. Eine aufrechte Position mit Blick zum Zenit. Einer weiteren Reise steht nichts mehr im Wege. Und ich spüre die Sehnsucht…

Die kritische Stimme einer verstorbenen Schwiegermutter holt mich in meinen Garten zurück: „Manche schaffen es noch nicht einmal, eine Zinkkanne mit frischem Wasser zu füllen und das Grünzeug zu gießen!“ Wie schon eingangs im Wohnraum, strebt auch hier ein kräftiger und saftiger Blütenzweig in die Szenerie, an dessen Stiel dicke Knospen sprießen. (Dies bemerke ich nur, weil es mich stört. Und fast hätte es nicht einmal Erwähnung gefunden.) Und im Garten steht ein großer Strauch, ganz licht gewachsen und sehr aufrecht strebend. Ich denke, es ist ein Johannisbeerbusch in einer eigenwilligen Form. Womöglich fehlt ihm Dünger, denn sonst wäre er doch dichter und in viele Richtungen gewachsen? Ja, mir wird klar… ich sollte wirklich regelmäßiger gießen!

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9 Antworten zu Mission Gemini

  1. Ein Traum, der mir wieder besonders gefällt! -
    Ich denke, Sie verstehen viel mehr von Träumen als ich und vielleicht belächeln Sie mich etwas, wenn ich Ihnen sage, dass es eventuell um Ihre Energien geht und dass ich mir etwas Sorgen mache, um Ihren Garten und ihren aufrecht strebenden Johannisbeerbusch. Ihre starke Sehnsucht übrigens, nach einer höheren Ebene, glaubte ich schon in früheren Träumen entdeckt zu haben.
    Eine Frage hätte ich noch an Sie. Was denken Sie über Astralreisen?
    Mit lieben Grüssen
    Schorli

  2. REPLY:
    Ich verstehe weit weniger von Träumen als ich mir wünschte.
    Ja, und ich lächele jetzt tatsächlich… Es ist stimmig, was Ihnen zu meinem Traum einfällt. :-)

    Ja, und die Sehnsucht ist da. Wenn ich davon ausgehe, dass Entwicklung, der Weg spiralförmig verläuft, dann werde ich irgendwann an den Punkt der ersehnten Erfahrungen zurückkehren. Ach… eigentlich gibt es keinen Grund, es irgendwo auf eine Zeitachse zu legen. Die Sehnsucht stillt sich jeden Augenblick, nur ist es mir nicht bewusst. Es ist wohl eine Sehnsucht nach weitem Bewusstsein und größerer Bewusstheit. (Wofür ich leider nichts tue…)

    Astralreisen: wie soll ich sagen… vielleicht so: ich machte mir bis heute keine bemerkenswerten oder weiterführenden Gedanken über Theorien und Praxis. Aber ich war und bin manchmal auf Reisen. Zumindest decken sich Erfahrungen mit dem, was ich zufällig zu diesem Thema gelesen habe. Seit meine kleine Tochter auf Erden ist allerdings seltener.

    Nun habe ich eine Frage an Sie: Führen Sie ein Traumtagebuch oder notieren sie ihre Träume? Dass Sie sich damit beschäftigen oder beschäftigt haben, liest sich schon aus den Zeilen heraus, aber ich bin nicht sicher, wie viel ich hineininterpretieren darf. Sind Sie ein Träumer?
    Lieben Gruß!

  3. Auf Ihren Seiten ist ein grünes Gesicht zu sehen. – Sie kennen sicher das Buch von Gustav Mayrink: “Das grüne Gesicht”! Es ist jenes Buch, welches mich vor sicher 30 Jahren dazu animiert hat, auf meine Träume zu achten und sie aufzuschreiben (leider besitze ich dieses Buch nicht mehr und es ist sehr schwierig es aufzutreiben, aber ich müsste es unbedingt wieder einmal lesen).
    - Ja, ich bin ein Träumer; eben auch ein Tagträumer und ich bin, – Sie werden es nicht glauben – ziemlich introvertiert.
    Es hat immer wieder Abschnitte in meinem Leben gegeben, wo ich Traumtagebücher geführt habe. Aber eben habe ich diese nie so konsequent geführt wie Sie das tun. Deshalb haben Sie auch meine Bewunderung und meinen Respekt!
    Ich hatte auch einige aufwühlende und merkwürdige Erfahrungen gemacht, in meinen Träumen; Ich werde Ihnen davon erzählen.
    Ich habe mich (muss ich doch zugeben) mit Symbolik befasst (Märchen, Träume, Tarot, Astrologie, Runen, Kaffeesatz usw). Astrologie, Runen und vor allem Kaffeesatz habe ich dann wieder beiseite gelegt.
    Inspiriert von Ihrem Nächtebuch werde meine Träume wieder konsequenter festhalten.
    Mit lieben Grüssen
    Schorli

  4. REPLY:
    Ja, mir ist „Das grüne Gesicht“ ein Begriff. Ich hatte das Buch einmal auf einem Bücherflohmarkt ergattern können. Bald darauf gab es mehrere Umzüge und irgendwann konnte ich dieses Buch nicht wiederfinden – bis heute nicht. Ich bin nie dazu gekommen, es zu lesen. Nun ist mein Interesse daran wieder entfacht und ich machte mich auf die Suche. Bei Projekt Gutenberg-DE gibt es viele Onlinetexte von Meyrink. Dank Ihnen habe ich diese entdeckt – unter anderem auch Das grüne Gesicht. Wobei ich persönlich ungern längere Texte am Computer lese. Es geht nichts über ein Buch in der Hand, mit Seiten zum Umblättern, das Gefühl an den Fingerspitzen, der Geruch und so fort.

    Ziemlich introvertiert… nun werden Sie mir vielleicht nicht glauben, aber ich meinte dies zwischen den Zeilen zu spüren. Hielt diese Wahrnehmung aber für Projektion. ;-)

    By the way… Vor einigen Tagen habe ich meinem Traumtagebuch ein neues Gesicht gegeben. Falls Ihnen das grüne Gesicht gefällt, dürften Sie bald ein blaues Wunder erleben – je nachdem, wann ihr Browser die zwischengespeicherten Daten und Bilder aktualisiert.

    Ich freue mich darauf, wieder von Ihnen zu lesen! Liebe Grüße!

  5. Auch ich habe heute nach Meyrink gesucht und war in der Buchhandlung. Ich war völlig erstaunt, dass die meisten Bücher von ihm wieder zu haben sind. Und!! – Eben habe ich mich so gefreut, dass Sie Onlinetexte von Meyrink gefunden haben (das war der Aufsteller des Tages)!
    Vor 30 Jahren hatte ich diese Bücher verschlungen und am allerliebsten hatte ich den “Engel vom westlichen Fenster”. Ich weis nicht, ob mir diese Bücher heute noch gefallen. Aber beim überfliegen der Kapitel dieser Bücher, sind ganz viele Erinnerungen und Gefühle von damals wieder hochgekommen.
    Auf Ihr blaues Wunder bin ich sehr gespannt!
    mit lieben Grüssen

  6. Das blaue Wunder habe ich unterdessen erlebt. – Tapetenwechsel ist immer gut. Es wirkt alles kühler und klarer. Es gefällt mir aber, dass das Gesicht grün und der Hintergrund orange geblieben sind.
    mit lieben Grüssen
    schorli

    PS: zum Traum “Chiu Tsung”. Könnte es auch “Liebe Chakra” geheissen haben?

  7. REPLY:
    dann könnte es bald eine Enttäuschung geben, wenn das grüne Gesicht durch das blaue ersetzt wird. (Strg und F5 gedrückt macht es schlagartig klar; aber Vorsicht, es gibt dann kein Zurück mehr!) ;-)

    Und ja, Ihre Frage bezüglich Charka… mir fiel auch als erstes Chakra ein. Herzlichen Dank für diese Anregung! Ich werde nachher einen weiteren Beitrag zur Traumarbeit anfügen, wo genau dies Thema ist. Zudem finde ich es immer spannend, wenn sich gleiche Einfälle zu einem Symbol häufen. Liebe Grüße!

  8. Oh nein, ich bin nicht enttäuscht, ich bin positiv überrascht. Das neue Gesicht passt!! – was könnte man anderes erwarten.
    mit lieben Grüssen!

  9. REPLY:
    Die Freude über diese Antwort erhellt mein Gesicht.
    Aber was man anderes erwarten könnte… Darauf könnte ich mir unterschiedliche Antworten geben. ;-)