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Atemzüge unter Erdschollen

Traum vom 5. August 2009

Mike und ich erkunden ein größeres Hafengebiet, irgendwo in den Vereinigten Staaten. Wir haben bereits einige Aussichtspunkte besucht und überlegen nun, was wohl noch interessant sein könnte. Ich fühle mich wie eine typisch deutsche Touristin; und das fühlt sich richtig gut an. Das Wetter ist bestens, die Laune auch. Mike und ich sind im Gleichklang.

Inzwischen stehen wir vor einem viereckigen Schaukasten. Dieser reicht vom Fußboden genau bis zu meiner Schädeldecke – er ist also genauso groß wie ich. Oh, das ist ein spannendes Teil! Einmal zeigt dieser Schaukasten eine Landkarte von diesem Hafengebiet. Das Meer ist hellblau dargestellt, der Küstenstreifen in Grün mit Braun, die Länder oder Staaten sind unterschiedlich gefärbt. Eine gute Übersicht. Viel interessanter ist aber, was dieser Landkasten rundum zeigt! Was einem nämlich oft gar nicht so bewusst ist, dass ist die Tatsache, dass es Landzungen gibt, die sich von der Wasseroberfläche senkrecht in die Tiefe erstrecken. Das sieht man normalerweise ja auch nicht. Gewöhnlich schwimmt die Erdscholle mehr oder minder dick auf dem tiefen Meer. Aber da gibt es noch mehr.

Der Landkasten ist eine feste Sandsäule. Der Sand ist entsprechend den Gegebenheiten gefärbt. Das Meer hellblau, die Farben der Länder unterschiedlich, die in die Tiefe reichenden Landzungen dunkelbraun. Der Landkasten informiert auch darüber, welche dieser tief reichenden Landzungen besichtigt werden können. Das weiß man so ja auch nicht, welche bereits mit Fahrstuhl ausgerüstet sind, und somit die Aussichtsplattform in der Tiefsee ansteuern können. Mit flachen Händen streiche ich Schicht um Schicht von der Sandsäule ab, um so immer tiefer und weiter das Gewässer zu erforschen. Dabei entdecke ich auch einige dieser Landzungen, die bis ins Untermeer reichen. Tatsächlich ist dann und wann eine dabei, die mit einem Fahrstuhl versehen ist. Das ist so toll, so spannend! Manchmal reicht das Meer auch weit und es dauert, bis ich eine weitere Landzunge freilege.

Sehr auf diese Sache konzentriert, tauche ich regelrecht ab. Und es ist so, als könne ich – in geschütztem Raum – durch dieses Meer tauchen. Über mir die Erdschollen… Dann und wann eine Landzunge, die – so wird mir schnell klar – gute Orientierungspunkte in dieser unendlichen Weite sind. Schicht um Schicht dringe ich mehr durch. Und ich frage mich, und dann auch Mike, was wohl geschieht, wenn ein Taucher unter einer sehr großflächige Erdscholle gerät und die Landzungen so weit auseinander liegen, dass einem diese Punkte außer Sicht geraten? Wie orientiert man sich dann? Mike meint, man könne ja die Atemzüge zählen, um ein Gefühl für die dabei zurückgelegten Distanzen zu entwickeln. Aber klar, wenn die Distanz zwischen den Orientierungspunkten zu groß ist, braucht es so viel Konzentration, dass die Luft für zusätzliches Atemzügezählen nicht mehr ausreicht.
Ah ja, das sind interessante Überlegungen. Ich wüsste zu gern, welche dieser entdeckten Fahrstühle öffentlich zugänglich sind. Ob wir uns das ansehen werden? Ja, ganz bestimmt.

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