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Das Kirchlein im Walde

Der erinnerte Rest eines Traumes:

'Kirchlein im Walde' von Traumzeit Unser Weg führt in einen lichten Wald, zu einer alten kleinen Kirche, deren kuppelförmiges Dach an eine kleine Moschee denken lässt. Nachdem wir – unter anderem Mike und ich – das Gebäude einmal umrundet haben (linksherum), treten wir ein und schauen uns, jeder für sich allein, um. Auch im Kircheninnern gehe ich gegen den Uhrzeigersinn. Ein ruhiger, andächtiger Ort in milden Brauntönen voller zarter Ornamente in Erdfarben. Schlicht und bescheiden.

Am Ende, kurz vor dem Ausgang, finden alle wieder zusammen. An dieser Stelle erfahre ich nun, dass hier zu einer bestimmten Stunde ein Gesang und Gebet zu Ehren meiner Ahnen stattfindet. Leider bin ich dafür jetzt zu spät. Mike wusste davon, hatte es mir aber nicht erzählt! Die Enttäuschung über den verpassten Augenblick trifft mich schmerzhaft… Ich drehe mich kurz zu Mike um, spüre dabei sehr wohl die Blicke einiger anwesender Bekannter, und sage zu ihm: „Ich bin total sauer auf Dich!“ Ich will weitergehen, die Kirche verlassen, halte nach einem Schritt aber nachdenklich inne… Spüre ich wirklich Wut?? Es fühlt sich, wenn ich noch einmal nachspüre, eher nach etwas anderem an. Nochmals wende ich mich zu Mike um und korrigiere: „Nein, es ist anders: ich bin traurig und enttäuscht, weil Du mir nichts davon sagtest.“

Es ist ja jetzt nicht mehr zu ändern. Ich verlasse die Kirche. Draußen überlege ich, dass ich eine Zigarette rauchen könnte… wollte… Dieses Rauchen ist aber mehr als rauchen… Es beinhaltet ein umfassenderes, wolkiges Gefühl, das mich sanft einlullen könnte. Es würde vielleicht sogar eine ähnlich erdende Wirkung mit sich bringen, wie wenn ein Mohr – auf einem fliegenden Teppich natürlich – in aller Gemütlichkeit eine Zigarre rauchte.

Aber ich muss ja noch Moina abholen, die während dieser Zeit bei einer Frau in der Nähe untergebracht ist. Die Frau berichtet, dass Moina in die Bücher vertieft und die ganze Zeit damit beschäftigt war. Die Stimmung bei der Frau und Moina ist auch wirklich von umfassender Zufriedenheit geprägt, wie ich mit Wohlbehagen wahrnehme.

Natürlich komme ich nicht zum Rauchen! In Wirklichkeit will ich das ja auch nicht. Der Moment ist eh vorüber.

Rand-Notiz:

Der Traum erinnert an den Rübezahl-Wald.

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7 Antworten zu Das Kirchlein im Walde

  1. Es wäre übermenschlich, wenn wir keine Angst hätten, den “schönen Schein” zu verlieren. Wenn jemand erkennen würde, wer wir wirklich sind, so würden wir Achtung und Liebe verlieren, fürchten wir. Da geht es mir genauso (wie allen Anderen auch). Es ist eigentlich erstaunlich, welch schlechte Meinung wir von uns selbst haben!!
    Da scheinen Sie die richtige Möglichkeit gefunden zu haben, mit Angst umzugehen.
    Die dunkeln Schatten zu erkennen und sie als Teil vom Ganzen zu akzeptieren (ohne sie auf andere zu projezieren), bedeutet schon viel. Und die letzten Hüllen brauchen wir ja nicht fallen zu lassen – oder doch?
    Oft bringt gerade die Offenheit Vertrauen und Zuneigung, auf welche wir ja so sehr angewiesen sind. – Ich bin aber dabei schon oft ins Fettnäpfchen getreten. Davor habe ich Angst.
    Mit lieben Grüssen
    Schorli

  2. Das Bild von der Waldkapelle ist wunderschön! Wie machen Sie das? Sie nehmen wohl in Ihre Träume gleich die Kamera mit!
    Durch Ihre Träume geben sie sehr viel von Ihnen preis. Sind es doch „nur“ Träume, erzählen sie viel von ihren persönlichen Ängsten und Hoffnungen. Je mehr ich von Ihren Träumen kennen lerne, je mehr überkommt mich ein mulmiges Gefühl – als fremder Voieur – , aber auch ein Gefühl auf einen besonderen Menschen gestossen zu sein, und den Wunsch weiter zu lesen. Ich bin beeindruckt von ihrer Kreativität (Ihre Fotos, Ihre Texte). Sehr viel Engagement neben der Familie (ich selber habe 3 Kinder, das jüngste ev. etwas älter als Ihre Moina).
    Es grüsst
    schorli

  3. REPLY:
    Über Ihre einfühlsame Rückmeldung habe ich mich echt gefreut.

    Ja, es ist mir bewusst, dass meine Träume viel über mich verraten könnten. Ich habe auch immer wieder mal darüber nachgedacht: Es ist doch so: wie viel Menschen sind der deutschen Sprache mächtig, interessieren sich ernsthaft für Träume und verstehen wirklich etwas davon? Wie viele dieser Zahl entdecken überhaupt mein Online-Traumbuch? Und wie viele dieser Träumer verbringen ihre wertvolle Freizeit ausgerechnet damit, meine Träume zu lesen… – oder gar zu analysieren? Um wirklich etwas zu erkennen, müsste sich dieser Mensch ja auch mit mir persönlich in Verbindung setzen, da meine eigenen Assoziationen von Bedeutung wären, wenn es über eine allgemeine Deutung meiner Träume hinausgehen sollte. Ich denke mal, die Anzahl ist an diesem Punkt schon verschwindend gering bis Null. Und wenn ich jetzt noch überlege, dass auch noch ein persönliches Interesse direkt an mir als Person müsste, womit sich dann vielleicht bei mir ein mulmiges Gefühl einstellen könnte…
    Nein, das halte ich für nahezu unwahrscheinlich (wissen kann man es natürlich nie). Und selbst wenn, stellt sich mir die Frage: Was hätte ich denn zu verlieren? Mein Gesicht vielleicht. Nur… wäre es wirklich schade drum? Mein Bild ist also so: Mein Traumbuch liegt aufgeschlagen in der Welt herum. Eines der unendlich vielen Dinge am Wegesrand.

    Mir stellte sich übrigens irgendwann auch einmal die Frage: Hätte ich andere Träume, wenn ich sie ganz für mich behielte? Ich finde, eine interessante Frage, auf die ich leider keine Antwort bekommen werde.

    Der Eindruck, auf einen besonderen Menschen gestoßen zu sein, mag vielleicht gerade dadurch entstehen, dass ich überwiegend die Träume mit ihren symbolträchtigen Bildern sprechen lasse. Meine alltägliche Seite, die in alltäglichen Bildern erzählt, würde diesen Eindruck wahrscheinlich korrigieren, wenn ich sie hier nur häufiger zu Wort kommen ließe. :-)
    Liebe Grüße!

  4. REPLY:
    Meine exhibitionistische Seite ist übrigens stark genug, um einen möglichen Zuschauer zu “ertragen”. ;-)

  5. Es freut mich, dass Sie mich als möglichen Zuschauer ertragen können! Mir, jedenfalls liegt es übrigens fern, Sie oder Ihre Träume genauer analysieren zu wollen. Da Träume mit den Symbolen des Alltags zu uns sprechen, tritt vieles aus Ihrem Alltag und Ihrer realen Umgebung zum Vorschein. Ihr Gesicht werden Sie dadurch nicht verlieren – im Gegenteil!
    Etwas Besonders für mich jedoch ist – neben Ihrer Offenheit -, dass sie keine Angst davor haben, es zu verlieren!
    Etwas Besonderes ist die Konsequenz, seit fast einem Jahr täglich Ihre Träume der Welt aufzuzeigen und zu illustrieren. Das allein zeigt doch schon einen Menschen mit Tiefgang.
    Natürlich erwacht da das Interesse an Ihrer Person! – nicht für das Äussere, sondern für das Wesen (tliche).
    Ich jedenfalls, habe nun Ihr Traumbuch neben vielen anderen Dingen an meinem Weg als etwas Kostbares entdeckt. Ich selber werde dadurch motiviert und ich denke, dass ich von Ihnen noch einiges lernen kann.
    Ich habe mich, nebenbei gesagt, sehr über Ihren Besuch und die Kommentare auf meiner Flickr-Seite gefreut!!
    Mit einem herzlichen Gruss
    Schorli

  6. REPLY:
    So ganz ohne Angst bin ich da nicht! Wenn ich meinen „schönen Schein“ in irgendeiner Form bedroht sehe (bedroht fühle, drückt es besser aus), dann spüre ich manchmal starke Impulse, doch noch die letzten verdeckenden Hüllen zu retten! Ein Teil von mir fürchtet: „Oje, wenn das raus kommt… *rotwerd* Wobei ich nicht einmal immer in Worte fassen könnte, was es denn ist, das ich zu verbergen habe. Grob gesagt, es könnte herauskommen, wer ich wirklich bin!! Vielleicht bin ich mir darüber nicht genug im klaren, so dass mir allein das bedrohlich vorkommt. Ich will sagen, das mir sowohl der dunkle als auch der lichte Schatten bedrohlich erscheinen können. Witzigerweise ist das häufiger im Wachleben so als in meinen Träumen.

    Worauf ich aber ursprünglich hinaus wollte – ich kann es ja auch kürzer fassen: Wenn ich auch Angst vor der Entblößung habe, so heißt es gleichzeitig, dass ich dieser Angst nicht zwangsläufig recht gebe. Ich spüre diese Angst, sie darf auch da sein, aber ich entscheide, ob ich mich nach ihr richte oder nicht. Zumindest dann, wenn es mir bewusst genug ist und ich soweit Abstand zu mir habe, um mich nicht doch von diesen teils mächtigen Gefühlen zu einem Tun hinreißen zu lassen, das meinem Wünschen und meinen Werten widerspricht.
    Es lässt sich schnell sagen: was wäre schlimm daran, sein Gesicht zu verlieren… und ich meine es tatsächlich so. Doch diese Einstellung auch zu leben… Ich übe immer noch!

    Eine Freude ist mir, dass mein Traumbüchlein für Sie mit zu den Kostbarkeiten zählt! Das ist schön. Und ja, Ihre Flickr-Seite habe ich besucht und auch ihre HP. Ich bin ziemlich neugierig. Beste Grüße!

  7. REPLY:
    brauchen wir nicht fallen zu lassen – oder doch?“

    Mich erinnert das spontan an einen Traum der etwa ein Jahr zurückliegt.

    Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich dazu die folgende Haltung einnehmen kann: es geschehen lassen. Nichts unnötig forcieren, aber auch nicht unnötig festhalten. Jaja, ließe ich doch diesen Worten auch die (Nicht-)Taten folgen!

    Mit der Offenheit ist es auch für mich so eine Sache. Zurückliegende Erfahrungen – positive als auch negative – haben mich eher unschlüssig werden lassen. Aber auch hier sage ich mir: es geschehen lassen. Vielleicht ein Bild dazu: Früher sprudelte es geradezu hervor, oder ich verschloss mich gänzlich – je nachdem. Ich fühlte mich – weder so noch so – damit wohl.

    Ich wünschte mir die Ruhe und Gelassenheit, immer hinhorchen zu können … Aber wenn das Plappern des Egos so dröhnt, die alten Glaubenssätze flüsternd durcheinander schnattern… das mag schon mal zu Irrtümern führen. Aber ist ein Irrtum letztendlich ein Irrtum?
    Lieben Gruß.