Home » Traumtagebuch » Isch hab Disch nackisch gesehen

Isch hab Disch nackisch gesehen

Für heute hatte ich mir vorgenommen, auf dem Weg zur Post einen Stopp beim Rewe-Markt einzulegen, um wegen der Sache mit den Waldorfschülern nachzufragen. Ich kam gerade mal hundert Meter weit, als Kyrill eine heftige Sturmböe schickte. Nach all den Meldungen und Warnungen angesichts eines normal stürmischen Wetters hatte ich die Unwetterwarnungen für einen Medienhype gehalten.
Die Böen waren dann doch mitreißender als erwartet. Okay, als Kehrwende marsch, schnell zurück ins Haus und auf morgen verschoben. Gerade habe ich gehört, dass hier in Frankfurt bereits 83 Flüge gestrichen wurden.

Die Traumkraft hat offenbar schon in der Nacht gewusst, dass ich heute nicht mehr zum Rewe kommen würde und manifestierte einen entsprechenden Traum:

Isch hab Disch nackisch gesehen

Finstere Morgenstunden. Noch vor der Ladenöffnung suche ich den Rewe-Markt auf, um wegen der Sache mit den Waldorfschülern zu fragen. Im Halbdunkel des Eingangsbereiches wimmelt es von geschäftigen Angestellten, die mit letzten Vorbereitungen beschäftigt sind. Ich halte Ausschau nach einer Person, die ich fragen könnte. Aber bisher sah ich in wenig ermunternde Gesichter. Vermutlich würde ich keine Antwort bekommen, oder man würde mich sogar hinauswerfen. So gehe ich weiter, ignoriere die strengen fragenden Blicke. Dann will man mich am Weitergehen hindern, aber ich lasse mich nicht aufhalten und sage nur entschlossen: „Ich habe eine Frage.“ Schließlich gelange ich in die Personalräume. Hier im Halbdunkel eine Angestellte, die den Eindruck erweckt, als würde sie mir Auskunft erteilen. Sie kommt mir auch bekannt vor – eine große blonde Frau von schlankem aber kräftigem Wuchs. Sie gibt bereitwillig Antwort:
„Die Waldorfschüler sagten zu mir ‚Isch hab Disch nackisch gesehen!’ Das Kind sollte sich entschuldigen. Stattdessen wiederholte es diese Frechheit sogar noch einmal!“

Während sie erzählt, sehe ich sie in unserer Badewanne duschen. Im Licht, draußen ist es dunkel. Vor unserem Fenster gibt es keine Vorhänge; durchaus möglich, dass man dort unten von der Allee zu uns hinein schauen kann.

Ich frage nach dem Alter des Kindes, und sie sagt, es sei sieben bis acht Jahre alt gewesen. Auf die Frage, wie viele Kinder es taten, sagt sie, es sei ein Kind gewesen! Ich verstehe das alles nicht. Ein sieben- oder achtjähriges Kind… da schaut man doch lächelnd darüber hinweg. Außerdem finde ich es sonderbar, wegen eines einzigen Kindes die ganze Gemeinschaft auszuschließen.

Ich bin im Begriff, den Laden wieder zu verlassen. Überlege, ob ich nicht versuchen sollte, mit den Verantwortlichen über alles zu reden und zu einer Umkehr zu bewegen. Vielleicht kann Mike später noch einmal hierher kommen und die Sache in die Hand nehmen. Er kann ja professionell daran gehen; rede ich mir meine Zaghaftigkeit schön. Wie auch immer, so kann es ja wohl auch nicht angehen!

Beim zweiten Erinnern des Traumes kann ich die Antwort auf meine Frage nicht mehr verstehen. Die Angestellte hat dieses Mal den ganzen Mundraum voller Duschschaum – ein einziges Nuscheln.

Tags: