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Fassanstich

Eine bildreiche Nacht. Als ich aufwachte, verblieb nur mehr ein leiser Hauch von Traumtinte an meinen Fingern, womit ich nun eine kurze Erinnerungsspur ziehen will.

Traum:
Es ist so, als habe ich in diesem Traum an einer wochenendlangen Ausbildung teilgenommen, die sich nun dem Ende, und damit der Prüfung zuneigt. Wir, die Auszubildenden, werden in einen naheliegenden Raum gebeten. Hier sollen wir unser praktisches Können demonstrieren.

Im Halbdunkel steht ein eckiges Gestell, teils aus Plexiglas bestehend. Alle vier Seitenstreben (sie halten die Seitenwände) wurden extra verschraubt, wodurch gewährleistet werden soll, dass diese Konstruktion einem gewissen Druck widerstehen kann. Ein junger Mann ist bereits tatkräftig am Werk. Um besser sehen zu können, gehe ich etwas weiter um das Ding herum. Im Innern der Konstruktion soll das Bierfass angestochen werden! Ja, ich erinnere mich, dies während der Jugendzeit mal gelernt zu haben. Es ist lange her – es muss sehr lange her sein! – denn die Ausführung hat sich inzwischen sehr verändert, wie ich sehe. Während früher das Bierfass unter größerer Kraftanwendung und Hammerschlägen angestochen wurde, so geschieht es hier und heute an einem gefüllten 0,5l Bierglas!
Diese Situation wird von mehreren Gefühlen begleitet: Unsicherheit wegen der bevorstehenden Aufgabe. Denn bereits in den Anfängen fürchte ich das Anstechen eines Bierfasses! Und diese neue Methode mit dem Bierglas verunsichert mich ebenso, da sie so unvertraut ist und ich nichts über die korrekte Vorgehensweise und Anschlüsse weiß. (Wenngleich ich hier nur eine weit geringere Gefahr sehe, dass das Bier in alle Richtungen spritzt…)
Es ist etwas ärgerlich, dass mich niemand darauf hingewiesen hat, dass dieses Können verlangt wird! Denn hätte ich es gewusst, hätte ich mich darauf vorbereiten können. Und außerdem: die Tatsache, dass der kraftvolle Bieranstich zu einer offenbar eher läppischen Angelegenheit verkommen ist, irritiert, verärgert und verunsichert mich.
… – möglich ist auch, dass der Ärger nur vom eigenen Unvermögen ablenken soll… will… ich finde diese Überlegung zu diesem Zeitpunkt irgendwie anstrengend (vielleicht, weil mir gleichzeitig langsam dämmert, dass ich träume.)

Rand-Notiz:

Der Zusammenhang mit dem Mitternachtsspiel ist hier durch den Anstich gegeben. Aber auch durch das Empfinden, dass nur stichprobenartig das Können überprüft wird.

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