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Sprunghaft auf dem Holzweg

Traum vom 7. August 2009

Später Sommerabend. Es ist richtig gut, mich für den sommerlichen schwarzen Rock entschieden zu haben. Ich schließe ihn mit einigen Knöpfen an der linken Seite, während ich zufrieden bemerke, dass sich der dünne Baumwollstoff locker an meine Hüfte schmiegt. Der Bauch zeigt nur noch eine leichte Wölbung. Toll, dass es mit dem Abnehmen so gut klappt. Der kurze Rock schaut wirklich gut aus. Dazu trage ich zierliche schwarze Sandalen mit schmalem Absatz.

Mein Weg führt mich zu einem überdachten öffentlichen Platz. Ein flaches, fast quadratisches Wasserbecken mit einigen Bänken drumherum, auf denen ältere Männer sitzen und plaudern. Als ich hinzukomme, sagt einer der Männer auf der anderen Seite des Beckens zu mir: „Sie müssen noch warten, ehe Sie weitergehen! Das Spiel ist noch nicht zu Ende!“
Ich verstehe, hier läuft gerade ein Fußballspiel, das ich nicht sehen kann.
„Raten Sie mal, wer gewinnt?“ fragt er und lacht mich dabei vergnügt an.
Keine Ahnung, wer gewinnen wird, da ich gar nicht weiß, wer hier spielt. Ich weiß aber, was er meint und grinse zurück – natürlich gewinnt die Mannschaft, zu der er hält!

Allerdings finde ich, dass ich deshalb nicht warten muss und hüpfe mit einem Satz in das Wasserbecken – also auf das Spielfeld. Das Wasser steht etwa 30 cm hoch. In der Mitte des Beckens sehe ich eine runde Messingdüse… vielleicht ein Springbrunnen. Angenehm überrascht bin ich von dem Holzboden im Wasserbecken. Hochwertige Riffeldielen auf Traghölzern bieten einen angenehmen Untergrund. ‘Man kann also gar nicht untergehen…’ geht es mir durch den Kopf. Fein! Es ist ein Vergnügen durch dieses Becken, dieses Wasser zu laufen. Wie ein Kind hüpfe ich von einer Seite zur anderen, ziehe meine Knie dabei fast bis zum Kinn hoch. Das macht Spaß. Am anderen Ende angelangt, dort wo der Mann sitzt, der mich anfangs ansprach, stelle ich fest: Stimmt, hier geht es eigentlich nicht weiter. Vor mir befindet sich die Zeltplane.

Im nächsten Augenblick springe ich dort hinaus und lande etwa 2 Etagen tiefer im großen, luftig überdachten Sommergarten eines unbekannten, aber befreundeten Paares. Die Nacht ist sehr warm und alle Türen und Fenster der Wohnung stehen weit offen.
Vor mir steht ein schöner runder Gartentisch mit gußeisernem Gestell und einer Tischplatte aus starken Holzbrettern. Gegenüber am Tisch sitzt der Hausherr – eher klein, gedrungene Statur, breite Schultern, klobige Hände, grobe Gesichtszüge; das dünne schwarze Stirnhaar hängt ihn glatt an die Stirn gekämmt bis fast zu den buschigen Augenbrauen. Mit grimmigem Gesichtsausdruck und unverständlichem Grummeln quittiert er mein Erscheinen. Verstehe… Er will sagen, dass mein Weg hier zu Ende ist, denn es gibt kein Vorbei! Stimmt, weder rechts noch links vom Tisch wäre Platz, um dort entlang zu gehen. Den Tisch aus dem Weg zu schieben kommt auch nicht in Frage, da der Hausherr ein Verschieben unmöglich macht.

Doch ich bin voller Schwung, springe aus dem Stand, mit kraftvoller Leichtigkeit, auf den Tisch, spüre wie zuvor im Wasserbecken, wie toll sich das Holz unter den Füßen anfühlt, überquere die Tischplatte und springe auf der anderen Seite herunter. Dort, wo bis zu diesem Augenblick der Mann saß – er ist nicht mehr da. Ein Blick nach links in die hell beleuchtete Küche. Seine Frau werkelt dort. Auch sie wirkt brummig und murrt, aber man spürt deutlich ihre Herzensgüte. Freundlich kommt sie auf mich zu und wir treten gemeinsam vor das Haus in die Nacht.

Eine lebhafte Straße in der Innenstadt. Gegenüber liegend türmt sich ganz unerwartet etwas Wundervolles auf…. Ein alter Uhrentower…. Seine Fassade in einem tiefen Blau, wie ich es nie zuvor sah. Ein Blau, das dem gegenwärtigen Nachthimmel ähnelt. Der Nachthimmel ist wie von einem Licht erfüllt, das wie von außen durch die Himmelskuppel dringt. Dieses Nachthimmelblau zusammen mit dem Turmblau ist von unbegreiflicher Schönheit. Fotoapparat! Ich möchte ein Bild davon machen. Es ist so wunderbar! Im nächsten Augenblick habe ich einen Fotoapparat zur Hand, fokussiere und… ach, wie schade, nun rollt ein bulliger englischer Reisebus ins Bild. Zwar stockt er und ich versuche durch einige Schritte nach links ihn aus dem Bildausschnitt zu bekommen, aber ohne Erfolg. Da die Lichter des Busses zu hell im Vordergrund leuchten, verliert das im Dunkel stehende ein wenig seine Ausstrahlung. Ich könnte den Turm von der anderen Seite fotografieren… Ein Versuch… Aber das ist lange nicht so schön. Was auch daran liegen mag, dass die Turmuhr hier nicht zu sehen ist. Die Turmuhr mit den römischen Ziffern macht einen guten Teil des Charmes aus. Nicht die Uhr allein, aber in Kombination mit dem anderen Bemerkenswerten. Das ist ja wirklich bedauerlich, dass der Bus dort hält.

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