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Stirnlicht

Traum:
Eine Busfahrt. Zwei Männer und ich stehen im Bereich der Mitteltüren. Offenbar mache ich diese Fahrt wegen eines Auftrags, der mit diesen beiden Männern zu tun hat. Einer der Männer trägt olivgrüne Gummistiefel und hat ein alte Regentonne vor sich stehen. Sie ist groß und aus Blech. Einstmals gartengrün bestrichen, zeigen sich heute nur noch stumpfe Reste davon auf dem dunklen Metall. Der Mann meint, an ihm sei nichts Auffälliges. Erstaunt antworte ich, dass es wohl etwas unüblich sei in Gummistiefeln und mit Regentonne Bus zu fahren. Auch der zweite Mann fällt durch eine Besonderheit ins Auge. (Leider kann ich hierzu keine Details erinnern).

Bald darauf steigen wir aus. Es ist sehr früh am Morgen, es dämmert langsam, der Marktplatz zeigt sich noch still und unberührt. Am Rande des Platzes, vor einem Fachwerkhaus, stehen wir nun. Links neben mir ein Holzfass. Besser gesagt, handelt es sich dabei um ein fassförmiges Holzobjekt, denn es hat innen keinen Hohlraum, wie sich gleich zeigen wird. Mit einem Male klappt die obere Hälfte des Fasses beiseite. Mein Blick fällt auf die Schnittflächen. In der Mitte der oberen Schnittfläche leuchtet ein Auge! Es ist – zumindest ist das mein traumhafter Eindruck – das ausdrucksstarke Auge einer weißen Katze. Das Auge strahlt Licht aus! Im gleichen Augenblick entwächst dem Fassholz ein schlanker Mann; so als würde ein Küken dem Ei entschlüpfen. Er trägt einen Hut mit langer Feder und hohe Schaftstiefel – erinnert an eine Mischung aus Robin Hood und dem gestiefelten Kater. Es ist natürlich der Mann aus der Bahn; der mit der Regentonne. Und während er nun seine Beine aus dem Holz löst bemerkt auch er das Augen-Licht, das ihm zu Füßen strahlt. „Oh, so schön Licht!!“, ruft er erfreut aus. Voller Dankbarkeit weiß er zu schätzen, wenn ein Licht das Dunkel erhellt. Ich möchte ihm zurufen, dass es doch sein eigenes Licht ist, das ihm den Weg erhellt. Wenn es anfangs auch – wie das Auge einer Katze – mitten im Holz zu sehen war, so sehe ich es nun mitten auf seiner Stirn. Ein Licht so hell wie von einer Stirnlampe. Aber er sieht es nicht, erkennt es nicht, bemerkt es nicht. Es macht mich ein klein wenig fassungslos, dass ihn diese Erkenntnis nicht erreicht.

Rand-Notiz:

'cat07' von Traumzeit
Das Katzenauge erinnert an einen Traum vom 19. September 2000, in dem eine weiße Katze eine Rolle spielte. Sie hatte sich bereits weit in die Erde vorgearbeitet, buddelte kräftig weiter. Die ausdrucksstarken Augen wirkten brennend, fast ein wenig besessen von dem Drang, etwas zu finden, ohne es benennen zu können. Die Katze war damals sehr müde und erschöpft.
Nach langer Zeit taucht also ein Auge dieser Katze wieder auf. Holzauge, sei wachsam(?)

Ach ja, das Traum-Ich wird dann wohl Lady Marian sein.

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