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Vor Müdigkeit verzweifelt

Traum:
Das Wachrütteln zerrt mich in eine Verwirrung, die mir den Blick ins Leben verwehrt. Verzweifelte Anstrengungen, mich zurechtzufinden. Es dauert eine unangenehme Weile, bis der dicke Schleier der Müdigkeit durchbrochen ist. Ich sitze am Boden, zusammengesackt auf den Knien, mit gesenktem Kopf und geschlossenen Augen. Als ich sie endlich mühsam öffnen kann, finde ich mich bei meinen Eltern in der Küche wieder. Oh nein, doch heute keine Unternehmung – ich bin sooo müde! Als mir Tränen der Verzweiflung in die Augen steigen, senke ich den Blick und schließe die Augen. Verberge mein Gesicht hinter den Haaren. Das Schluchzen unterdrückend entschuldige ich mich für meine Müdigkeit und fehlende wache Präsenz. Erkläre aber auch, dass es gar nicht mein Wunsch war und ich lieber weiter im Bett gelegen und geschlafen hätte! Mein Vater lächelt wohlwollend und erklärt, dass er es war, der Mike gerufen und um Hilfe gebeten habe. Mike habe seinen Wunsch erfüllt, und er wolle mir sicher nichts Böses! Aber ja! Das sehe ich nun auch. Mike trägt eine blaue Arbeitslatzhose und hat Werkzeug dabei. Auch er lächelt zu mir her. Ich spüre, wie gut es alle mit mir meinen. Und dass mir niemand böse ist, weil ich noch so müde bin. Ich entspanne mich, woraufhin ich sofort deutlich wacher werde. Ehe ich den letzten Traum vergesse, will ich ihn schnell notieren. Dazu greife ich zwei Karteikarten, auf die ich kürzlich Notizen machte. In die Freiräume notiere ich nun Stichworte meines letzten Traumes: Pferd, Stute, goldbraun, Armenien, Nacht, Armenier, Berge, Stallungen, Überholen, scheuen. Mehr und mehr gelange ich ins Wachbewusstsein.

Und schlafe sicherlich noch eine Weile weiter, ehe ich tatsächlich aufwache.

'Tarotbild' von Traumzeit
Rand-Notizen:
Die Karteikarte im Traum ist jene aus dem Wachleben, auf die ich am Neujahrstag einige Notizen machte, während wir das Tarot-Labyrinth spielten. Ich hatte dazu eine jahresübergreifende Frage gestellt. Während des Spiels bekam ich Kopfschmerzen und einen eigenartigen Druck im Bauch. Ich fühlte mich mit den Hinweisen überfordert, und sah ein persönliche Grenzen, die von den Antworten, die sich aus dem Spiel ergaben, weit überschritten wurden. Ja, ich spürte geradezu eine leise Verzweiflung tief im Innern aufsteigen, die mich diese tiefe Erschöpfung und Müdigkeit spüren ließ: ‚Ich kann nicht! Ich kann all das doch nicht!!’ Ich mag nicht um etwas ringen, das doch unerreichbar ist. So unerreichbar, dass ich es noch nicht einmal erkennen könnte, wenn da überhaupt etwas wäre.

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