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Neun Stunden vergebliche Wartezeit

Traum:
Zwischen acht und neun Uhr habe ich einen Termin beim Gynäkologen. Ich bin auch pünktlich da, warte im Vorraum, dass ich zur Untersuchung vorgelassen werde. Durch eine halb geöffnete Tür sehe ich, wie gerade eine große Schwangere von einer Trage auf den Untersuchungsstuhl gehoben wird. Dazu werden zwei Stoffschlingen verwendet, mit deren Hilfe die hochschwangere Frau hinüber gehievt wird. Sicherlich wird sie bald niederkommen. Mir ist klar, dass mit einer längeren Wartezeit zu rechnen ist.

Es sind sicherlich zwei Stunden vergangen, als ich aufstehe, um mich umzusehen. Vielleicht komme ich ja endlich dran? Türen gehen auf – … und wieder zu. Ich überlege, dass ich duschen könnte. Ich könnte mir auch die Füße waschen gehen. Es wäre doch ziemlich unangenehm, wenn ich während der Untersuchung einen unangenehmen Geruch verströmte. Aber wenn ich gerade dann dran käme, dann verpasste ich den Moment. So lasse ich es sein.

Als eine Helferin von dem einen in den nächsten Raum wechselt, gehe ich mit ihr. So langsam muss ich doch an der Reihe sein?!! Aber sie geht in eine Teeküche, wo sich weitere Helferinnen einfinden. Sie machen gymnastische Bewegungen – recken und strecken sich – und machen sich offensichtlich bereit für eine Pause. Oje, die sei ihnen natürlich gegönnt. Und das kann ich schon noch abwarten. Also gehe ich zurück auf den Gang und warte.

Ein Gynäkologe, oder vielleicht ist es ein Assistent, kommt vorbei und wirft mir ein Lächeln zu. Ich fasse das als Aufforderung auf, ihm zu folgen. Was ich auch tue, denn schließlich wäre es nun an der Zeit. Aber als wir den dunkel gefliesten Raum betreten haben, entkleidet sich der vermeintliche Untersucher. Er will duschen oder so!!! Wie unangenehm, dass ich mich durch meine Präsenz hier aufdränge! Es scheint den Typen allerdings nicht zu stören, dass ich dabei bin. Stört mich eigentlich auch nicht. Aber Mensch, ich warte darauf, endlich untersucht zu werden! Also gehe ich raus, auf die richtige Gelegenheit wartend.

An einem Eck steht ein kleiner quadratischer Tisch an den Fenstern. All die Räume hier sind übrigens dunkel – Schwarz und Anthrazit – ausgestattet. An dem Tisch also sitzen eine Frau und ein Mann beieinander. Die Frau gab dem Mann – er ist vermutlich ein entfernterer Bekannter von ihr – ein Glas mit etwas Apfelsaft. Ein Glas mit dem restlichen Apfelsaft, genauer gesagt, denn es ist jetzt keiner mehr da. Nur wenige Schlucke waren es noch. Ich hätte auch gerne einen Schluck Apfelsaft getrunken! Es stimmt mich etwas unmutig, dass ich gar nicht erst gefragt wurde, ob ich auch etwas davon möchte. Aber gut. Außerdem sehe ich nun, dass der Mann ein Oberhemd trägt, welches – einem Tetrapack Apfelsaft ähnlich – über und über mit Äpfeln bedruckt ist. Ach sooo! „Ja, nun verstehe ich, dass Sie den Apfelsaft für sich alleine brauchten!“, rufe ich dem Mann freundlich zu. Und voller Verständnis ergänze ich: „Sie tragen ein Apfel-Oberhemd! Dann wird Apfelsaft ja zu einer gesundheitlichen Notwendigkeit!“ All mein Unmut ist vergessen. Der Mann schaut auf, und mit einem Lachen zeigt er auf mich: „Sie tragen ja selbst eine Apfel-Bluse!“ Waaas?? Ich schaue hinab und… tatsächlich! Das hatte ich die ganze Zeit nicht bemerkt!

Inzwischen ist es 17 Uhr! Und ich warte immer noch. Tränen der Verzweiflung drücken nach außen, die ich mühsam zurückzuhalten suche. Es kann doch nicht sein, dass ich so lange auf eine Untersuchung warten muss! Egal welchen Versuch ich auch unternahm, welchen Raum ich auch aufsuchte, stets waren die hier Beschäftigten mit irgendwelchen Dingen beschäftigt. Bis auf die Schwangere sah ich allerdings keine, die hier untersucht wurde. Die aufsteigende Verzweiflung führt zu einer derartigen Müdigkeit und Erschöpfung, dass ich nicht mehr handlungsfähig bin. Die letzte Möglichkeit wäre nur noch, aufzugeben und mit letzter Kraft nach Hause zu torkeln.

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2 Antworten zu Neun Stunden vergebliche Wartezeit

  1. zuckerwattewolkenmond

    Diese Stoffschlingen erinnern mich an die Art, wie Elefanten oder Walfische aus Schiffen verladen werden. *gg*

  2. REPLY:
    Kurz vor der Geburt fühlte ich mich jedes Mal wie ein Elefant. Dein Bild dazu passt schon gut. *lach*