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Berührungen in Preungesheimer Bahn

Traum:
Morgendämmerstunden. In der Preungesheimer Bahn unterwegs. Noch zwei Haltestellen bis zur Ankunft. Es kommt zu einer Verzögerung. Die Bahn fährt nicht planmäßig weiter. Ich ärgere mich, nicht rechtzeitig auf die Idee gekommen zu sein, bereits an diesem Haltepunkt auszusteigen und den Rest zu Fuß zu gehen. Denn in diesem Augenblick schwenkt sich eine Bretterwand vor den Ausstiegsbereich, und ein Hinauskommen wird somit unmöglich. Nun werden wir etwa eine halbe Stunde warten müssen. Da wäre ich zu Fuß oder mit dem Rad längst angekommen! Dann rollt die Bahn doch los – langsam, und aufmerksam vorantastend. Ich sitze direkt auf dem Boden, ganz vorne auf dem vordersten Rollwagen. Angestrengt suchen meine Augen nach dem Schienenstrang, der ja vor uns liegen müsste! Aber ich sehe davon nichts wirklich Greifbares. Zumindest kann ich die Vorstellung, die meine Erwartung – ohne mein Wollen – auf den vor uns liegenden befestigten Sandweg projiziert, nicht komplett auflösen; eine objektive Sicht scheint mir nicht möglich. Und so halte ich das vage Durchschimmern der Schienen für eine mögliche Illusion. Und dennoch ruckelt die Bahn imaginäre Gleise entlang – wie sonst sollte sie Halt und Richtung finden? Es verunsichert mich, aber nur ein wenig. Aber immerhin geht es weiter heimwärts!

Inzwischen habe ich mit beiden Händen nach hinten gegriffen. Und umgreife nun je eine Fessel der beiden Personen, die hinter mir stehen. Ich kenne sie nicht. Die Person rechts hinter mir – ich vermute, sie ist männlich – hat offenbar eine leichte Schwellung im Knöchelbereich. Es fühlt sich an wie eine Wasseransammlung. Ich versuche, diesen Bereich nicht zu berühren, um eine unangenehme Berührung durch mich zu vermeiden, die ja dadurch ausgelöst werden könnte, dass ich einen peinlich „wunden Punkt“ des anderen berühre. Ganz sanft streichle ich also die beiden, und ertaste gleichzeitig diese Bereiche. Diese vertrauensvolle Kontaktaufnahme, und die doch etwas intime Berührung wird von beiden Menschen dankbar angenommen. Hinzu kommt meine Position, die ich ganz unten eingenommen habe, und die somit eine gewisse Schwäche und Verletzbarkeit mit sich bringt. Gerade dieser Vertrauensbeweis, den ich auf diese Weise zeige, löst große Freude und Dankbarkeit aus. Ich spüre diese Energien deutlich auf mich zuströmen. Und sie erwecken eigene Freude und Dankbarkeit dafür, Menschen zu begegnen, die Nähe und Berührung annehmen mögen.

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