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Rot-Weiß-Rot Wien

Traum:
Ein überdachter schmaler Gang zwischen Häuserfassaden. Ein Mann – „Typ Animus“ in dunklem Anzug, mit hellem Hemd und offenem Kragen – und ich lagern am Boden. Ich habe seine Hose geöffnet, halte seine warme Männlichkeit in der Hand – massierend. Der Mann zeigt sich etwas reserviert. Gibt zu bedenken, dass wir uns eigentlich noch gar nicht so richtig kennen. Warum uns das abhalten könnte, verstehe ich nicht so recht. Es ist doch so schön! Kurz darauf sitze ich hier mit Mike. Wieder massiere ich genussvoll weiche Haut, die erregend pulsierende Härte umhüllt. Ein hingabevolles Miteinander, das sich bald darauf auflöst.

Später, in der Nähe, durchquere ich einen Raum, in dem sich eine kleine Sängergruppe aufhält. Sie tragen rot-weiß-rote Oberteile und Halstücher. Sie wirken wie aus den 50er Jahren. Ich komme in der ersten Etage an, stehe vor einer kreisrunden Öffnung im Boden, aus deren Mitte eine Stange hervorragt. Einer nach dem anderen tauchen von dort die Sänger auf, rutschen die Stange hinauf und postieren sich schließlich mir gegenüber. Und wie ich sie so sehe… Mein Blick fällt auf mein Shirt. Vor Überraschung muss ich lachen. Rot-Weiß-Rot!! „Na, so ein Zufall! Ich trage ein rot-weiß-rotes Shirt, so wie ihr! Dann bin ich also auch eine Sängerin?!“ Die Sänger schmunzeln über meine Logik, zeigen sich aber einverstanden und wir stimmen gemeinsam in ein fröhliches Lied ein. Nicht lang, dann setze ich meinen Weg fort.

Und stehe in Riekes Waschküche. Viele Wäscheständer füllen den Raum. Zwei davon gehören mir. Auf beiden habe ich Socken zum Trockenen gelegt. Rote Socken mit weißem Bündchensaum fallen mir ins Auge. Und die rot-gelben Söckchen von Moina. Ich könnte alle Socken auf einem Ständer trocknen und den anderen dann fortnehmen, um nicht so viel Platz einzunehmen. Es bleibt bei dem Vorhaben. Als ich an Riekes Haus vorbeigehe – sehr nah, direkt vor den Fenstersimsen – bemerke ich, dass sie die Blumenkästen frisch bepflanzt hat. Das wundert mich sehr! Schließlich hatte ich gerade alle gesäubert und winterfest gemacht. Nun hat sie Zypressen – es könnten aber auch Thuja sein – darin gepflanzt. Ich spüre Freude, weil sie aktiv ist und weil sie etwas pflanzt. Es hat etwas Lebendiges und beinhaltet, dass sie noch etwas gedeihen lassen möchte, was wiederum auf einen kräftigen Lebenswillen hinweist. Gerade letzteres, so fürchtete ich jüngst, könnte sie verloren haben. Auf der anderen Seite finde ich die Bepflanzung nicht sehr klug, denn die Pflanzen wachsen ja vor den Fenstern, nehmen dem Innern das Licht! Und gerade das Licht, die Helligkeit ist doch das, was sogar noch wichtiger für sie werden wird, als es das bisher schon war.

Rand-Notiz:
'Ted Masters' von Traumzeit Gestern sah ich Bilder und Zeitungsausschnitte von meinem Schwiegervater. Ein Bilderalbum, das seine Zeit beim Rot-Weiß-Rot Wien (US-amerikanisch kontrollierter Radiosender im besetzten Nachkriegsösterreich.) illustrierte, wo er als Sprecher („Amerika ruft Österreich“) tätig war. Ich glaube, das war von 1949 bis 1950. Damals schwärmte er von Wien, wo er auch den Buddhismus kennenlernte. Die europäische Freiheit, wie er sie in Wien erlebte, faszinierte ihn als Amerikaner. Immer wenn ich Bilder von ihm sehe und Erinnerungen an ihn höre, ist mein Eindruck, dass Mike seinem Vater in mancherlei Hinsicht ähnelt. Wobei ich das natürlich nicht wirklich beurteilen kann. Gleich beim Aufwachen wusste ich genau, worauf sich das rot-weiß-rot der Kleidung bezieht. Aber was es mir sagen will… hm, das steht noch nicht im Licht.

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